Konzert in der Scharounaula

Der „Pianist in Trümmern“ kommt wieder nach Marl

Sein Bild als „Pianist in Trümmern“ ging um die ganze Welt. Jetzt kommt der palästinensisch-syrische Musiker Aeham Ahmad nach Marl - und darf dieses Mal auch vor Publikum spielen.
Der "Pianist in den Trümmern" Aeham Ahmad tritt beim Abrahamsfest in Marl auf. © Aeham Ahmad

Bereits im vergangenen Jahr trat Aeham Ahmad in Marls Scharounaula auf. Beim Marler Abrahamsfest gab er sein letztes Konzert vor dem Corona-Lockdown. Unter Pandemiebedingungen musste er bei seinem Auftritt damals mit wenigen Zuhörern im Konzertsaal auskommen.

Live mit Zuhörern in der Scharounschule

Jetzt kündigt die Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft (CIJAG) erneut ein Konzert mit Aeham Ahmad an. Am Samstag, 6. November, 17 Uhr, wird er live vor Publikum in der Scharounaula, Westfalenstraße 68a, spielen. Noch sind Karten für diesen besonderen Abend zu haben.

In den Ruinen von Damaskus

Die Bilder, die den Musiker als „Pianist in Trümmern“ zeigen, gingen vor ein paar Jahren um die ganze Welt. Aeham Ahmad spielte auf einem verstimmten Klavier in den Ruinen von Damaskus, bis der IS kam und sein Instrument zerstörte. Er trat 2014 und 2015 während des Bürgerkriegs in Syrien auch in einem Flüchtlingslager in seiner Geburtsstadt Jarmuk auf.

2015 floh Aeham Ahmad mit seiner Familie nach Deutschland, wo er heute als Musiker und Buchautor lebt. Er tritt mit deutschen Musikern auf und wurde unter anderem mit dem ersten internationalen Beethovenpreis ausgezeichnet.

Bei seinen Konzerten wird der Musiker nicht müde, auf das Schicksal der Menschen aufmerksam zu machen, die noch immer im Bürgerkrieg in Syrien leben müssen. Im vergangenen Jahr wurde Aeham Ahamd Schirmherr des Abrahamsfestes in Marl.

Botschaft über alle Grenzen hinaus

„Aeham Ahmad ist ein universaler Künstler, dessen unmittelbare künstlerische Botschaft über jede religiöse, geografische oder kulturelle Grenze wirkt. Auch deswegen ist er eine Symbolfigur für den interkulturellen Dialog, der zum Kernanliegen der CIJAG gehört“, so Hartmut Dreier im Namen der CIJAG. „Als Arbeitsgemeinschaft von Christen, Muslimen und Juden ist uns das Verständnis und Empfinden füreinander und die Verbundenheit miteinander wichtig. Aeham Ahmad gibt uns durch seine Musik Hoffnung auf ein harmonisierendes Zusammenleben in den Gesellschaften.“

Neue CD trägt den Titel „Das Leben“

Im Zentrum des Auftritts in der Scharoun-Aula steht das Programm seiner neuen CD, die er unter dem Titel „Das Leben“ veröffentlicht hat. Aeham Ahmad studierte klassisches Klavier und hat den Jazz als kulturelle Praxis von Integration und Toleranz entdeckt.

Für das Konzert am 6. November, 17 Uhr, in der Scharounschule, gibt es Karten im i-punkt, Marler Stern, Tel. 02365/ 99 4310, E-Mail i-punkt@marl.de. Am Konzertabend gelten die 3G-Regeln.

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