Drei Vermisste gerettet

Die Feuerwehr Marl-Polsum ist schnell zur Stelle

Dieses Mal war es für den Löschzug aus Marl-Polsum nur ein Übungseinsatz. Doch wie im Ernstfall kommt es auf jede Minute an.
Gerettet: Bei einem simulierten Wohnungsbrand musste die Polsumer Feuerwehr Menschen aus dem betroffenen Haus holen. © Joachim Sänger

Bei einem simulierten Wohnungsbrand am Brüggenpoth hat der Löschzug Polsum am Samstagnachmittag seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Trotz der schwierigen Bedingungen schafften es die Wehrleute zügig, die drei vermissten Personen aus dem verqualmten Gebäude zu retten.

„Die Kameraden haben die schwierige Aufgabe wie erhofft bewältigt. Im Detail gibt es immer etwas zu verbessern. Darüber sprechen wir in Ruhe“, erklärte Thomas Müller, der das Szenario der Herbstabschlussübung gemeinsam mit Stefan Csoka entwickelt hatte. Parallel zur Stammwehr unterstrich die Jugendfeuerwehr beim vermeintlichen Brand eines Baumhauses ihr Potenzial für die Zukunft.

In weniger als neun Minuten vor Ort

Um 15.09 Uhr erfolgte am Samstag die Alarmierung der Wehrleute des Löschzuges. In deutlich weniger als neun Minuten erreichten die ersten Fahrzeuge den Ort des Geschehens. Und das, obwohl ausgerechnet am Übungstag in der Höhe des Feuerwehrgerätehauses an der Polsumer Straße geblitzt wurde.

Tim Wüller als Eigentümer hatte den Notruf abgesetzt, weil er selbst wegen der starken Rauchentwicklung nicht mehr in sein Haus gekommen war. Einziger Hinweis: Im Gebäude befinden sich drei Reinigungskräfte. Tatsächlich ruft eine Frau aus dem ersten Stock lautstark um Hilfe. Die Wehrleute, die von Daniel Stappert angeführt werden, dringen in das Gebäude ein und bergen sie.

Die Suche nach den beiden weiteren Frauen fällt den Blauröcken nicht leicht. Durch den künstlich erzeugten Nebel wird die Rettung zu einer Geduldsprobe. Als sie durch den Entlüfter bessere Sicht haben, wird auch die dritte Frau aus dem Gebäude geborgen – unter dem Beifall von Anwohnern sowie den Kameraden aus der Alters- und Ehrenabteilung, die die Übung genauso aufmerksam verfolgen wie Löschzugführer Stefan Röhling.

Jugendwehr rückt zu Baumhaus aus

Zu den kritischen Beobachtern gehört auch Jugendwart Stefan Csoka, der sich somit berichten lassen muss, wie seine Schützlinge aus der Jugendwehr ihre Herausforderung gemeistert haben. Dass sie nicht in die Hauptübung integriert sind, hat logistische Gründe. Wegen der relativ schmalen Zufahrt zum Einsatzort erhält der Nachwuchs eine „eigene Lage“.

Auch die Polsumer Jugendfeuerwehr nahm an der Herbstübung teil. © Joachim Sänger © Joachim Sänger

Das große Stelzenhaus auf dem Grundstück an der Ecke Brüggenpoth / Braukweg brennt, während dort Mädchen und Jungen spielen. Die jungen Wehrleute stellen die Wasserversorgung am Hydranten her und dringen unter Führung des stellvertretenden Jugendwartes Henrik Powierski mit den selbst gebastelten Atemschutzgeräten in das Holzhaus ein, um die Kinder zu retten.

Stefan Csoka bringt die Herbstabschlussprüfung auf den Punkt: „Wir können sehr zufrieden sein. Das ist heute eine gute Vorbereitung für den Ernstfall gewesen.“

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