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Marler Jungunternehmer rollen Gaming-PC an den Start

Für ihre Idee eines Hochleistungs-Rechners in einer Sportfelge gründeten Ben Richter und Niklas Toporysek noch als Schüler eine Firma. Ab August ist ihr „GamingWheel“ erhältlich.
Die Marler Jungunternehmer Ben Richter und Niklas Toporysek (re.) bieten Hightech-Computer in Rotiform-Felgen an. Ihr Produkt nennen sie "GamingWheel". © Patrick Köllner

Ben Richter und Niklas Toporysek hatten eine Idee. Wie wäre es, einen modernen Hochleistungs-Computer in eine schicke 19-Zoll-Sportwagenfelge einzubauen? Kein PC von der Stange also, sondern ein besonderer Blickfang mit mehrfarbiger Beleuchtung. Das war im Jahr 2018 und damals gingen die beiden Marler noch zur Schule (wir berichteten mehrfach). Um ihre Idee umzusetzen, gründeten sie 2019 sogar eine Firma. Knapp drei Jahre später haben sie ihren Traum verwirklicht: Ab dem 1. August sind die Edelrechner namens „GamingWheel“ im (Online-)Handel erhältlich. Das hat länger gedauert als gedacht.

Viele Hürden zu überwinden

„Wir hatten mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen“, blickt Ben Richter auf ein turbulentes Jahr zurück. Das war natürlich von der Corona-Krise geprägt, in den letzten Tagen aber zusätzlich von der Flutkatastrophe. Das erste Problem räumten die beiden Jungunternehmer gleich zu Beginn ihrer Karriere aus dem Weg. „Wir mussten unseren ursprünglichen Firmennamen ändern, weil es bereits eine sehr ähnlich klingende Marke gab, von der wir nichts wussten.“ Und so wurde aus der „B-One GmbH“ jetzt die Firma „Ritomoc“. Der Name steht für Richter, Toporysek und Computer, wobei die ersten drei Buchstaben von „Computer“ umgedreht wurden, wie Ben Richter erklärt.

Standortsuche endet in Gelsenkirchen

Schwierig gestaltete sich auch die Suche nach einem geeigneten Produktionsstandort. „Die Felgen werden aus den USA angeliefert und müssen dann mit den verschiedenen PC-Komponenten bestückt werden“, erklärt Niklas Toporysek. Dafür mieteten die Marler eine kleine Halle in Gelsenkirchen an. Hier verbrachten sie zuletzt viel Zeit. „Zehn bis zwölf Stunden am Tag sind wir mit der Firma beschäftigt“, sagt Niklas Toporysek. Da bleibt wenig Raum für andere Hobbys. „Außerdem habe ich ja auch noch eine Freundin“, schildert er das Dilemma.

Die Marler Jungunternehmer gehen am 1. August unter dem Firmennamen Ritomoc an den Start. © Patrick Köllner © Patrick Köllner

Erdung durch die Familie

Freunde und Verwandte haben aber Verständnis für die Arbeit, die sie in ihre Idee stecken. Mehr noch: „Meine Familie ist total stolz auf das, was wir machen“, so Toporysek: „Gleichzeitig erden sie mich immer wieder.“ Dass die beiden Geschäftsführer sehr vernünftig vorgehen, beweist ihre vorsichtige Planung. „Zum Start am 1. August wollen wir 50 fertige Computer auf Lager haben“, verrät Ben Richter. Davon gehen schon mal 15 an den MediaMarkt nach Österreich. Andere Kunden können sich ihr „GamingWheel“ auf der Webseite individuell konfigurieren und dann bei Amazon oder beim deutschen MediaMarkt bestellen. 60 Kombinationsmöglichkeiten stehen zur Auswahl.

Corona bremst die Markteinführung

Welche Auswirkungen Corona auf den Handel hatte, verdeutlicht Ben Richter mit gestiegenen Preisen für alle möglichen Bauteile und sogar Verpackungsmaterial. „Es war zuletzt sogar schwierig, Holz zu bekommen“, so Richter. Sein Partner ergänzt: „Es hat außerdem acht Monate gedauert, bis unser Versandsystem in trockenen Tüchern war.“ Denn: Mit 2000 bis 4000 Euro sind die Computer nicht gerade Billigware. „Die Rechner sollen etwas Besonderes sein und müssen dementsprechend sicher versendet werden“, so Niklas Toporysek.

Links liegen die PC-Komponenten, die in den Felgen verbaut werden. © Patrick Köllner © Patrick Köllner

Zielgruppe sind sowohl Tuning-Fans als auch PC-Spieler. Zwei auf den ersten Blick unterschiedliche Gruppen, die jedoch eine große Schnittmenge bilden. Rückblick: Ihre Idee, Videospiel-Computer in Rotiform-Alufelgen einzubauen, stieß bei dem in der Tuning-Szene beliebten Unternehmer und Fernsehstar Jean Pierre Kraemer („Die PS-Profis“) bereits 2018 auf offene Ohren. Der Prototyp der damals noch minderjährigen Schüler überzeugte Kraemer. Seine Unterstützung gab den Marlern das Selbstvertrauen, 2019 eine Firma zu gründen.

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