30 km/h auch in Alt-Marl

Stadt soll Tempo-Limit auf der Schillerstraße prüfen

331 Unterzeichner unterstützen Anwohnerin Britta Skupien aus Alt-Marl. Sie fordert in einer Petition Tempo 30 auf der Schillerstraße. Die Stadtverwaltung soll nun prüfen, ob das möglich ist.
Wer die Schillerstraße an der Kreuzung Kaspar-Grove-/Garmannstraße überqueren will, muss aufpassen. Ampeln oder Zebrastreifen gibt es hier nicht. © Patrick Köllner

Dass in einem Wohngebiet mit vielen Fußgängern und Radfahrern nicht durchgängig Tempo 30 gilt, kann Anwohnerin Britta Skupien nicht nachvollziehen. Wie berichtet, hat sie eine Online-Petition ins Leben gerufen und Infoblätter in der Nachbarschaft verteilt: Auf der gesamten Schillerstraße soll die Geschwindigkeit auf Tempo 30 reduziert werden. Die Aktion fand im Internet 331 Unterstützer, 283 stammen nach eigenen Angaben aus Marl.

Britta Skupien verweist auf die Kirche St. Georg, das Seniorenzentrum, die Kita und das Marien-Hospital, die in der Nähe liegen. Aktuell gleiche das Überqueren der Straße für Kinder, Senioren und Eltern mit Kinderwagen einem Spießrutenlauf. Der Zebrastreifen in Höhe der Kirche sei nicht gut einsehbar.

„Raserei“ in Alt-Marl

Die „Raserei“ würde durch Tempo 30 auf der gesamten Schillerstraße deutlich reduziert, ergänzt die Anwohnerin. Es gäbe auch weniger Lärm und Abgase.

Bisher gilt die Geschwindigkeitsbegrenzung nur in Brassert, zwischen Brassert- und Hervester Straße. Auf dem 700 Meter langen Alt-Marler Abschnitt von der Hervester bis zur Breite Straße können Autofahrer mit Tempo 50 fahren.

Stadt Marl will Forderung zurückweisen

Die Stadtverwaltung hatte den Politikern vorgeschlagen, die Forderung zurückzuweisen. Für eine Tempo-Beschränkung auf 30 km/h müsse immer ein konkreter Grund vorliegen, der einer gerichtlichen Überprüfung standhält. Die von Britta Skupien vorgetragenen Gründe seien „nicht ausreichend“. Es gebe auf der Strecke „keine nennenswerten Unfälle“ oder Unfallhäufungen. Aktuellen Messungen zufolge liege die Durchschnittsgeschwindigkeit dort unter 50 km/h. liegt. Die Stadt sieht auch „keine erhebliche Gefährdung“, verweist auf die Ampel an der Zeppelinstraße, zwei Fahrbahnverengungen und den Fußgängerüberweg an St. Georg. Weitere Geschwindigkeitsbeschränkungen seien somit „ausgeschlossen“.

Allerdings hat sich die Arbeitsgruppe Unfallverhütung dafür ausgesprochen, an Schulen, Kitas und Altenheimen, Tempo 30 umzusetzen. Das werde in Marl kontinuierlich vorangetrieben, ergänzt die Stadtverwaltung.

Fraktionen gegen ein striktes Nein

Die Politiker im Haupt- und Finanzausschuss wollten ein striktes Nein zu Tempo 30 auf der Schillerstraße in Marl nicht akzeptieren. Die Wählergemeinschaft Die Grünen unterstützt die Petition der Alt-Marlerin. SPD– und CDU-Fraktion zeigten ebenfalls dafür Verständnis, fanden aber auch die Argumente der Stadtverwaltung einleuchtend. Deshalb beschloss der Ausschuss einstimmig, dass die Stadt prüfen soll, wie Tempo 30 auf der Schillerstraße auch in Alt-Marl möglich gemacht werden kann.

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