Denkmal zurück in der City

Berliner Platz in Oer-Erkenschwick ist jetzt wieder komplett

Seit der Umgestaltung des Berliner Platzes im Jahr 1989 stand das Berlin-Denkmal auf der „Freundschaftswiese“ in der Kleingartenanlage. Jetzt ist es wieder zurück im Stadtzentrum.
Geschafft: Um 6.20 Uhr stand das Berlin-Denkmal mitten im Kreisverkehr am Berliner Platz in Oer-Erkenschwick. Über die gelungene Aktion freuen sich (v.l.) Andre Oberlin, Bürgermeister Carsten Wewers, Björn Tensmann und Klaus Klimetzki vom Baubetriebshof. © Jörg Müller

Seit Freitagmorgen um 6.20 Uhr ist der Berliner Platz in Oer-Erkenschwick wieder komplett. Knapp 20 Minuten brauchte es, dann hatten die Bauhof-Mitarbeiter Klaus Klimetzki und Sascha Neinert mit seinem Bagger das Berlin-Denkmal mitten im Kreisverkehr in der City platziert. Damit ist der Berliner Bär nach 32 Jahren wieder in die City zurückgekehrt. „Dass die Umsetzung genau am 60. Jahrestag des Mauerbaus in Berlin gelungen ist, wertet die Aktion umso mehr auf“, freute sich Bürgermeister Carsten Wewers am frühen Morgen.

Drei Unternehmer aus Oer-Erkenschwick haben die „Umzugs-Idee“

Die Idee zu der Aktion hatte nicht die Stadt, sondern Landschaftsbau-Unternehmer Andre Oberlin (52), Gärtnermeister Björn Tensmann (41) und Abbruch-Unternehmer Tobias Terhardt. „Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, wie man die Plätze in der Stadt aufwerten kann. Da kam uns neben möglichen Schildern eben auch die Idee mit der Umsetzung des Berliner Bären“, erzählt Andre Oberlin während der Bär noch über der Pflanzfläche im City-Kreisel schwebt. Dort stand als Mittelpunkt bis vor wenigen Monaten noch eine große Kastanie, die aber nicht mehr standsicher war und gefällt werden musste. Die Pflanzungen auf der Kreiselscheibe werden übrigens seit vielen Jahren von der Gärtnerei Tensmann betreut.

Kleingärtner aus Oer-Erkenschwick trennen sich schweren Herzens

Das Berlin-Denkmal stand bis zur Umgestaltung des Berliner Platzes im Jahr 1989 in etwa auf dem Areal der heutigen Brunnenfläche in der City. Es wurde damals demontiert und hat nach einem kurzen Intermezzo auf dem Baubetriebshof auf Betreiben des Kleingärtner-Ehrenvorsitzenden Werner Bolder auf der „Wiese der Freundschaft“ in der Anlage an der Ahsener Straße gestanden, zusammen mit Symbolen aller Partnerstädte von Oer-Erkenschwick. Schweren Herzens haben sich die Kleingärtner jetzt von dem Berlin-Symbol wieder getrennt.

Unternehmer wollen die Stadt Oer-Erkenschwick unterstützen

„Wir finden es klasse, dass alle mitgezogen haben uns alles so gut geklappt hat“, sagt Gärtnermeister Björn Tensmann. Zusammen mit Andre Oberlin und Tobias Terhardt hat er die Gruppe „Green PrOEject“ gegründet. „Aus einer Bierlaune heraus“, erzählt Andre Oberlin. „Aber wir wollen die Stadt unterstützen. So haben wir in Absprache mit dem Bauhof zuletzt die Klein-Erkenschwicker-Straße gesäubert“, berichtet Oberlin weiter und kündigt an, dass man für das kommende Jahr bereits eine weitere Aktion im Auge habe. „Was, das wird allerdings noch nicht verraten“, sagt der „Obel“, wie Oberlin von seinen Freunden genannt wird.

Malermeister Bujor aus Oer-Erkenschwick übernimmt den Anstrich

Angekündigt hatten die drei Unternehmer den Umzug des Berliner Bären zusammen mit dem Bürgermeister bereits im Mai. Zwischenzeitlich ist das Denkmal vom Oer-Erkenschwicker Malermeister Marcel Bujor mit einem neuen Anstrich versehen worden. Bis die Umsetzung am Freitagmorgen aber vorgenommen werden konnte, musste der städtische Fachdienstleiter Michael Grzeskowiak beim Landesbetrieb Straßen.NRW erst noch dicke Bretter bohren: „Die Landesbehörde ist deshalb mit im Spiel, weil es sich bei der Schiller- und der Ludwigstraße noch um eine Landstraße handelt. Und man befürchtete bei dem Landesbetrieb, dass durch das Berlin-Denkmal die Sicht der Autofahrer erheblich beeinträchtig wird. Wir konnten die Entscheider in der Behörde aber davon überzeugen, dass das nicht der Fall ist, sodass am Ende grünes Licht gegeben wurde.“

Mit dem von Tobias Terhardt gespendeten Material hatte Gärtnermeister Björn Tensmann bereits vor Tagen den jetzigen Standort des Berliner Bären mitten im City-Kreisel von Oer-Erkenschwick aufgeschüttet und festgerüttelt. „Der steht nun sicher“, meint Baubetriebshofleiter Gerold Schmelter.

Schenkung von Willy Brandt

  • Bei dem Berlin-Denkmal handelt es sich nach Informationen der Stadtverwaltung um eine Schenkung des damaligen Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Willy Brandt. Am 1. Juli 1964 wurde mit der feierlichen Enthüllung des Berlin-Symbols der Berliner Platz offiziell eingeweiht. Oer-Erkenschwicks damaliger Bürgermeister Heinz Netta begrüßte aus diesem Anlass den Berliner Senator für Jugend und Sport, Kurt Neugebauer, der Berlins „Regiermeister“ Willy Brandt vertrat.
  • Brandt war schon drei Jahre zuvor in Oer-Erkenschwick. Als der Bau des Berliner Platzes als Ortsmittelpunkt gerade begann, folgte Brandt einer Einladung des Netta-Vorgängers Willi Winter.
  • 1972 war Willy Brandt, diesmal als Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger, wieder in Oer-Erkenschwick. Erneut war er von Heinz Netta eingeladen worden. Brandt kam mit seiner Ehefrau ins Rathaus. Die SPD-Betriebsgruppe organisierte den Besuch. Bürgermeister Heinz Netta hatte zuvor in Bonn nachgefragt, was denn die Lieblingsspeise des Kanzlers sei. So kam es, dass Willy Brandt im Oer-Erkenschwicker Rathaus Räucherlachs serviert wurde.
  • Seit Mitte der 90er-Jahre ist das städtische Gymnasium nach Willy Brandt benannt.

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