Glückwunsch

Betti Schwalbach wird 100 – darum kennt sie fast jeder am Stimberg

Eine Oer-Erkenschwicker Institution wird 100 Jahre. Bei der ehemaligen Wirtin Betti Schwalbach spülten sich nach der Schicht viele Bergleute mit Bier den Staub herunter.
Oer-Erkenschwicks stellvertretende Bürgermeisterin Christina Hinz freut sich, dass sich Betti Schwalbach aus Anlass ihres 100. Geburtstags in das Goldene Buch der Stadt Oer-Erkenschwick einträgt. © Martin Pyplatz

Generationen von Bergleuten spülten sich bei „Betti“ nach der Schicht mit Gerstensaft den Staub herunter. Am Donnerstag feierte Betti Schwalbach im Marienstift in Oer ihren 100. Geburtstag. „Wenn ich weiter gesund bleibe, möchte ich auch noch 105 werden“, meint die gebürtige Rapenerin. Bei „Ronska“ holte sich Betti Schwalbach das Rüstzeug zur Serviererin, 1954 machte sie sich dann als Wirtin in der heute nicht mehr existierenden Gaststätte „Haus Planhof“ an der Buschstraße selbstständig.

Von 10 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts als Wirtin hinter der Theke

„Pünktlich um 10 Uhr haben wir morgens die Tür aufgeschlossen und dann war durchgehend bis 1 Uhr geöffnet“, erinnern sich Sohn Karl-Heinz (65) und Schwiegertochter Gaby (63). Die Kneipe führte „Betti“ quasi im Alleingang. Ihr verstorbener Ehemann Heinz war damals hauptberuflich Maschinist auf der Zeche Ewald-Fortsetzung.

Zum Bier servierte die Wirtin ihren Gästen auch Leckeres für den kleinen Hunger. „Die Frikadellen, Kartoffelsalat, Gulasch- und Ochsenschwanzsuppe habe ich natürlich selbst gemacht. Es gab auch Schnitzel mit Jäger- und Paprikasoße“, sagt Betti Schwalbach. Ihr Leibgericht: Das ist gebratene Leber mit Stampfkartoffeln.

Zum 100. Geburtstag speiste sie mit ihren Liebsten im Restaurant „Mediterran“ à la carte. „Am liebsten würde ich noch selbst hinter der Theke stehen, dann hätte ich noch mehr Unterhaltung“, sagt die Jubilarin.

Den runden Geburtstag muss sie wegen der Corona-Schutzauflagen übrigens in zwei Etappen feiern. Immerhin zählen zur Familie inzwischen zwei Enkel- und drei Urenkelkinder. Kneipe, das war ihr Leben. Urlaub war ihr nicht so wichtig. „Ich kann mich tatsächlich nur an einen gemeinsamen Urlaub mit meinen Eltern erinnern. Da waren wir am Millstätter See in Kärnten“, meint Sohn Karl-Heinz.

„Betti“ servierte noch mit 76 Jahren als Kellnerin im „Hamburger Hof“

Ihren Beruf konnte sie nur schwerlich an den Nagel hängen. Nach weiteren Stationen als Wirtin im „Ritter-Eck“ an der Marktstraße und in der Gaststätte „Zur letzten Instanz“ unweit des Amtsgerichts in Recklinghausen servierte „Betti“ noch mit 76 Jahren als Kellnerin im „Hamburger Hof“ Gästen die Getränke. Ihr Lebensmotto lautet schließlich „Arbeit hält jung“.

Den Spruch „Wir waren bei Betti“ kennt auch die stellvertretende Bürgermeisterin Christina Hinz noch. Sie gehörte am Donnerstag zu den ersten Gratulanten für die Hundertjährige, die sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hat. Hinz meinte: „Für mich war das in meiner Amtszeit als Gratulantin übrigens der erste 100. Geburtstag. Ich komme wieder!“

Der Abend in Oer-Erkenschwick

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