Verkehr wird umgeleitet

Bombenverdacht an der Freiheitstraße – Spielplatz wird gesperrt

Es gibt in Oer-Erkenschwick einen weiteren Verdachtspunkt, an dem Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet werden. Für die Suche wird die Freiheitstraße gesperrt.
Die Freiheitstraße wird ab dem 20. September in Höhe Hausnummer 15 gesperrt. © Meike Holz

Nachdem der Kampfmittelbeseitigungsdienst bereits im August ein Teilstück der Industriestraße und der Wilhelm-Busch-Straße in Oer-Erkenschwick nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg absuchen musste, gibt es nun bereits den nächsten Verdachtsfall.

Die Freiheitstraße in Oer-Erkenschwick muss in der Zeit vom 20. bis voraussichtlich zum 24. September in Höhe von Hausnummer 15 voll gesperrt werden. „Gegenüber der Hausnummer 15 soll ein Kampfmittel-Verdachtspunkt im Grünstreifen überprüft werden. Luftbildauswertungen des Kampfmittelbeseitigungsdienstes haben Hinweise ergeben, dass sich dort möglicherweise ein Bombenblindgänger im Erdreich befinden könnte“, erläutert Stadtsprecher Andre Thyret.

Verkehr wird umgeleitet

Für die Zeit der Suche nach einem Blindgänger wird im Bereich zwischen der Walter- und Freiheitstraße Hausnummer 15 die Einbahnstraßenregelung aufgehoben. Im Bereich zwischen „Im Buschkamp“ und der Wittekindstraße bleibt die Einbahnstraße bestehen, allerdings werden die Verkehrsteilnehmer über die Wittekindstraße nach Norden zur Ewaldstraße geleitet. Der nebenan gelegene Spielplatz wird für die Zeit der Kampfmittelüberprüfung komplett gesperrt.

Ob dort in Oer-Erkenschwick tatsächlich ein Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg schlummert, kann erst durch eine genaue Überprüfung festgestellt werden. „Hierbei werden auch Sondierungsbohrungen in die Fahrbahn eingebracht werden, weswegen die Vollsperrung erforderlich ist“, erklärt Andre Thyret im Namen der Stadt Oer-Erkenschwick.

Zuvor werden Leitungen freigelegt

Bevor der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit seinen Arbeiten beginnen kann, müssen im Seitenbereich noch Versorgungsleitungen durch ein Tiefbauunternehmen freigelegt werden. Diese vorbereitenden Arbeiten können ohne Sperrung der Fahrbahn durchgeführt werden, jedoch werden im Vorfeld Halteverbote in der angrenzenden Wittekindstraße und in der Freiheitstraße aufgestellt.

Bei Sondierungsbohrungen werden durch eine Spezialfirma rund um jeden Verdachtspunkt Bohrungen in bis zu sieben Metern Tiefe und in einem Abstand von zwei Metern zueinander durchgeführt. Danach wird mit Sonden nach ferromagnetischen Störungen, also nach Metall im Boden gesucht. Wird etwas gefunden, dann entscheiden die Kampfmittelräumer, ob das Objekt freigegraben und danach gegebenenfalls geborgen, entschärft oder gesprengt wird.

Doch wie funktioniert die Suche nach Weltkriegs-Blindgängern eigentlich?

Kampfmittelsuche ist rechtlich vorgeschrieben

Die Kampfmittelsuche ist vor Tiefbauarbeiten seit vielen Jahren bauordnungsrechtlich vorgeschrieben. So muss beispielsweise jeder Bauherr einen Nachweis der Kampfmittelfreiheit seines Grundstückes erbringen. „Die Untersuchung beginnt zunächst bei mir an meinem Dienstcomputer“, erklärt Ordnungsamtsmitarbeiter Klemens Erwig bereits im Zuge der Bombensuche an der Industriestraße.

„Denn ich habe online ein Kampfmittelkataster zur Verfügung.“ Dessen Daten basieren auf Luftbildern, die die alliierten Flugzeuge bei ihren Angriffen auch auf den Kreis Recklinghausen gemacht haben. Diese Luftbilder wurden von den ehemaligen Kriegs-Alliierten erst 1998 an die Bundesrepublik übergeben. Liefert diese Untersuchung keine genauen Informationen über den zu untersuchenden Bereich, werden die Kampfmittelräumer aus Arnsberg um Hilfe gebeten. Wenn vermeintliche Blindgänger ermittelt werden konnten, dann wird gebohrt – so wie nun auch an der Freiheitstraße.

Spektakuläre Bombenfunde

  • Die letzten spektakulären Bombenfunde in der Stadt liegen schon etwas zurück.
  • Bei den Bauarbeiten auf dem Gelände des Sportvereins FC 26 wurde im November vergangenen Jahres eine Sprenggranate aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Sie musste sicherheitshalber vor Ort gesprengt werden.
  • Viel Aufsehen erregender war ein Bombenfund an der Karlstraße gut zwei Jahre zuvor. Dieser Blindgänger lag in 6,5 Metern Tiefe und wurde bei Kanalarbeiten entdeckt. Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes der Bezirksregierung Münster konnten die Fünf-Zentner-Fliegerbombe vor Ort entschärfen.

Der Abend in Oer-Erkenschwick

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