Zum 100. Geburtstag

Der 100. Steckling ist gepflanzt – das plant der Heimatverein jetzt

100 Jahre alt und noch voller Ideen: Der Heimatverein beendete jetzt sein Projekt „100 Stecklinge für 100 Jahre“. Und in diesem Jahr soll nun auch endlich das Jubiläum gefeiert werden.
Mitglieder von Heimatverein und TuS 09 pflanzten den Schlussbaum: (hinten v.l.) Martina Kurzhals, Frank Kaiser, Jutta Wohlgemuth, Kathrin Duda, Wolfgang Kukla sowie (vorne v.l.) Klaus Bylitza und Jürgen Meinders. © privat

Der Verein für Orts- und Heimatkunde in Oer besteht seit 100 Jahren. Eigentlich schon seit fast 101 Jahren, denn das Jubiläum konnte im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie in Oer-Erkenschwick nicht in einem würdigen Rahmen gefeiert werden. Stattdessen ließ sich der Heimatverein um seinen Vorsitzenden Jürgen Meinders eine besondere Alternative einfallen: das Projekt „100 Stecklinge für 100 Jahre“. Ziel des Projekts war es, 100 Stecklinge an ehrenamtlich geführte Vereine in Oer-Erkenschwick zu verteilen, um so ihr ehrenamtliches Engagement zu würdigen. Die Auswahl der Vereine ging durch alle Schaffensbereiche: zweimal im Bereich Umweltschutz mit dem Kleingartenverein und der Biostation, zweimal im Bereich der christlichen Arbeitnehmerschaft mit Kolping und KAB sowie zweimal im sportlichen Bereich mit dem Stadtsportverband und dem TuS 09.

„Schlussbaum“ steht auf der TuS-Tennisanlage

Den Auftakt der Aktion machte der Heimatverein im Kleingartenverein „Arbeit und Freude“ – hier wurde ein Apfelbäumchen gepflanzt. Einer Konifere wurde mit dem KAB-Stadtverband am Wegekreuz an der Klein-Erkenschwicker-Straße 17 gesetzt. Eine Aprikosenmirabelle ergänzt seit Ende März die Streuobstwiese der Biostation. Beim Stadtsportverband wächst ein Rotdorn. Zusammen mit der Kolpingsfamilie Oer wurden am Wegekreuz an der Recklinghäuser Straße (Nähe Hof Schürmann) zehn Bodendecker gepflanzt. Auf der Tennisanlage des TuS 09 am Rande der Haard wurden nun der „Schlussbaum“ gesetzt und das Projekt damit offiziell abgeschlossen.

Ganz so eng sahen die Heimatfreunde aus Oer die Sache mit den Stecklingen nämlich nicht. „Stattdessen verschenkten wir auf Wunsch auch einen Baum“, sagt Jürgen Meinders. Jutta Wohlgemuth hatte die Projektleitung inne und wurde dabei von Martina Kurzhals und Johannes Vogt unterstützt. Je Pflanzstation wurden übrigens auch Pflanzpaten benannt, die sich um die Pflege der Pflanzen kümmern. Jürgen Meinders sagt: „Unser Wunsch ist, damit eine Anregung zu ähnlichen Aktionen unter ehrenamtlich geführten Vereinen gegeben zu haben.“

Festvortrag zum Thema Identitätsfindung

Im Jahr des 101. Bestehens soll nun auch endlich die 100-Jahr-Feier nachgeholt werden. Rund 220 Mitglieder hat der Verein übrigens. Richtig groß gefeiert werden soll nun am Sonntag, 7. November, in der Stadthalle mit hochkarätigen Gästen. Zu Gast ist unter anderem der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Matthias Löb. Er ist gleichzeitig auch Präsident des Westfälischen Heimatbundes, dem der Heimatverein seit 100 Jahren angehört. Löb wird dann nicht nur die Ehrenurkunde des Westfälischen Heimatbundes übergeben, sondern auch den Festvortrag zum Thema Identitätsfindung halten. „Das ist nicht nur aber eben auch bei uns in Nordrhein-Westfalen ein großes Thema“, erklärt Heimatvereinsvorsitzender Jürgen Meinders. „Denn in unserem Bundesland fühlt sich kaum jemand als Nordrhein-Westfale. Entweder man ist Rheinländer oder eben Westfale“, merkt Meinders an. Und wenn die Veranstaltung wegen Corona nicht in der Stadthalle stattfinden kann, dann soll die Feier in kleinem Kreis im Sitzungssaal des Rathauses durchgeführt werden.

Der Verein für Orts- und Heimatkunde besteht im November seit 101 Jahren. Die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum mussten im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Jetzt werden die Termine nachgeholt.

So zum Beispiel das traditionelle Reichshofessen des Vereins aus Oer-Erkenschwick.

Jetzt findet das Reichshofessen am Freitag, 8. Oktober, ab 18 Uhr im Foyer der Stadthalle statt. Zu Gast ist Ortslandwirt Stefan Uhlenbrock, der über die Themen Ernte und Klimawandel referieren wird. Die Karten aus dem vergangenen Jahr behalten ihre Gültigkeit. Aktuell sind noch einige Restkarten für die Veranstaltung zu haben. Reserviert werden können die Eintrittskarten für das Reichshofessen bei Ute Kohl (Tel. 02368/9617843) oder Jürgen Meinders (Tel. 02368/60308). Die Übergabe der Eintrittskarten zum Preis von 15 Euro erfolgt am 25. September um 11 Uhr am Heimathaus an der Haardstraße. Zutritt zur Veranstaltung am 8. Oktober haben nur nachweislich Geimpfte, Genesene oder Getestete mit Maske.

Der Abend in Oer-Erkenschwick

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