Interne Feierstunde

Der Löschzug Oer blickt auf sein 100-jähriges Bestehen zurück

„Retten - Bergen- Löschen - Schützen“ lautet das Motto der Feuerwehr. Seit 100 Jahren stellt sich der Löschzug Oer in den Dienst der Allgemeinheit. Das wurde in kleinem Rahmen gefeiert.
Wegen der Pandemie fiel die Feierstunde des Löschzuges Oer anlässlich des 100. Geburtstages kleiner aus. Der Leiter der Feuerwehr, Gerhard © Feuerwehr Oer-Erkenschwick

„Aufgrund der Corona-Lage war eine öffentlichkeitswirksame Veranstaltung leider noch nicht möglich“, berichtet Michael Wolters, Pressesprecher der Feuerwehr in Oer-Erkenschwick. „Diese soll aber im nächsten Jahr nachgeholt werden.“

So traf man sich am Wochenende zu einer kleineren, internen Feierstunde. Der Leiter der Feuerwehr, Gerhard Pokorny, nutzte dabei die Gelegenheit, ein gemeinsames Geschenk der Löschzüge Erkenschwick und Rapen sowie der Jugendfeuerwehr an die Oerer Löschzugführung Heinz Schwarzhoff und Marco Röder zu überreichen.

In den zurückliegenden 100 Jahren hat sich auch beim Löschzug Oer vieles verändert. Zu erkennen ist das ganz augenscheinlich am Gerätehaus. Vom Ehrenmal in Oer über die Felder geblickt, offenbart sich Betrachterinnen und Betrachtern ein modernes Feuerwehrhaus mit modernen Fahrzeugen. „Und wer beim Übungsabend des Oerer Löschzuges vorbeischaut, trifft auf motivierte und engagierte Frauen und Männer, die ehrenamtlich einen wichtigen Teil zum Schutz der Oer-Erkenschwicker Bevölkerung beitragen“, berichtet Michael Wolters.

Gründungstag ist der 6. September 1921

Der Chronik des Löschzuges Oer ist zu entnehmen, dass der Gründungstag der 6. September 1921 war. Das Feuerwehrwesen in der Bauerschaft und später im Dorf Oer ist hingegen älter als 100 Jahre. Es gab immer schon Frauen und Männer, die bei einem Brand zur Hilfe eilten. Das darf man sich jedoch nicht so vorstellen wie heute. Häufig verliefen die Einsätze unkoordiniert, wenig strukturiert oder aus einer Pflicht(-Feuerwehr) heraus.

Bis sich ein freiwilliges, ehrenamtliches und strukturiertes Brandschutzengagement entwickelte, dauerte es auch in Oer etwas. Davon kann man erst seit den Anfängen des letzten Jahrhunderts reden. Historisch belegt ist, dass bereits 1787 die erste „Brandspritze“ geliefert wurde. Der Transport zum Einsatzort und wer das Gerät bedienen sollte, war nicht geregelt. Wer an die Spritze durfte, bestimmte die überschaubare Zahl der Oerer Bürgerinnen und Bürgern nach eigenem Gusto. Was allerdings zur Folge hatte, dass sie bei einem Brand ihrem Schicksal auch selbst überlassen waren.

Anfang des 19. Jahrhundert des letzten Jahrtausends kam mehr Ordnung in das Feuerlöschwesen. Durch die Gründung von Pflichtfeuerwehren, dort wo es nicht schon die ersten Freiwilligen Feuerwehren gab, bekam die Bekämpfung von Brandgefahren mehr Struktur. Von 1907 an wurden Männer aus Alt-Oer jährlich zum Branddienst verpflichtet – ohne Uniform. Bei Einsätzen trugen sie lediglich Armbinden. Die ersten Uniformen wurden 1912 geliefert.

Ausrüstung war anfangs vorsintflutlich

Nach der Gründung des ehrenamtlichen Löschzugs 1921 mussten die ersten 26 Mitglieder mit einer eher spartanisch anmutenden Ausrüstung klarkommen. Zunächst wurde von der bisherigen Pflichtfeuerwehr eine vorsintflutliche Handdruckpumpe übernommen. Dann folgte eine Motor-Anhängerspitze. Die wurde noch mit Pferden zum Einsatz gezogen. Den ersten motorisierten Mannschaftswagen gab es erst kurz nach dem 30. Löschzuggeburtstag. Ihm folgte ein Löschgruppenfahrzeug auf Opel Blitz. Auch die räumliche Unterbringung ließ in den ersten Jahrzehnten zu wünschen übrig. Das Feuerwehrhaus an der Haardstraße wurde erst in den 1970er-Jahren, kurz nach dem 50. Geburtstag, gebaut und später erweitert. Die Grundsteinlegung für das neue Domizil „Am Ehrenmal“ erfolgte 2009. Heute blicke der Löschzug Oer nach eigenen Angaben auf moderne Räumlichkeiten und Fahrzeuge und damit auf eine gute Basis für die nächsten Jahrzehnte.

100 Jahre Löschzug Oer – ein Datum, dass die Mitglieder gerne mit den Oer-Erkenschwickerinnen und Oer-Erkenschwickern größer gefeiert hätten. Corona pulverisierte allerdings alle Planungen für eine solche Feierlichkeit. Die soll aber dann im kommenden Jahr über die Bühne gehen.

Der Löschzug Oer

  • Der Löschzug 3 Oer ist in Oer-Erkenschwick für den Brandschutz am Rande des Waldgebietes Haard zuständig.
  • Im Ortsteil Oer sind überwiegend Wohngebiete, landwirtschaftliche Betriebe und ein großflächiges Waldgebiet vorzufinden. Das Feuerwehrhaus des Löschzuges Oer befindet sich „Am Ehrenmal“. Gegründet wurde diese Einheit am 6. September 1921.
  • Übungsabende finden dienstags im Zwei-Wochen-Rhythmus jeweils ab 19 Uhr statt.
  • Löschzugführer ist Brandoberinspektor Heinz Schwarzhoff. Sein Stellvertreter ist Brandoberinspektor Marco Röder.

Der Abend in Oer-Erkenschwick

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