„Pünktchen“ und „Anton“ im Video

Der Metzger-Meister aus Oer-Erkenschwick und seine glücklichen Schweine

Katze, Hund oder Wellensittich, das sind wohl die Haustierklassiker. Doch es geht auch anders. In der Honermannsiedlung in Oer-Erkenschwick wohnen die Mini-Schweine „Pünktchen“ und „Anton“.
„Anton ist ein sehr freundliches Schwein“, sagt Michael Toni Tewes über den gepunkteten Eber. © Jörg Gutzeit

Diese Geschichte haben wir im Juni 2021 zum ersten Mal veröffentlicht.

Käse! Damit fängt man bekanntlich Mäuse, aber auch Mini-Schweine können der würzigen Spezialität nicht widerstehen. Zumindest, wenn man von „Pünktchen“ und „Anton“ ausgehen darf. Zwei quietsch fidele Vertreter ihrer Rasse, die im Garten von Isa Taube, Sohn Lars und Michael Toni Tewes leben.

Tewes, da war doch was? Ja, der 35-Jährige dürfte vielen Marktbesuchern bekannt sein. Der Metzger-Meister verkauft dort seine Wurst- und Fleischspezialitäten. Metzger und Mini-Schweine geht das überhaupt? Keine Sorge, das passt hervorragend und ist auch ganz ungefährlich. „Die Mini-Schweine können bis zu 15 Jahre alt werden, und diese Zeit sollen sie auch bei uns leben und schließlich auch friedlich einschlafen dürfen“, erzählt Tewes, während er den beiden Minis die Bäuche krault.

Mini-Schweine wachsen vier Jahre lang

Sind es zwar offiziell Nutztiere, dürfen „Pünktchen“ und „Anton“ hier in der Honermannsiedlung den Haustierstatus genießen. Und sowieso sind 15 Jahre lange hin. Vor allem, wenn man erst sechs Monate alt ist. Noch sind die beiden Mini-Schweine auch wirklich noch klein. „Aber das wird sich ändern. Sie wachsen erst zwei Jahre in die Höhe, und dann zwei Jahre in die Breite. Mit vier Jahren sind sie dann ausgewachsen, kniehoch und ziemlich kräftig“, erzählt der Schweinehalter.

Die „Rotte“: Isa Taube und Sohn Lars, Michael Toni Tewes und natürlich „Pünktchen“ und „Anton“. © Jörg Gutzeit © Jörg Gutzeit

Zweieinhalb Jahre trug er die Idee mit sich herum, sich Mini-Schweine anzuschaffen. „Anfangs haben wir nur darüber Witze gemacht“, erinnert sich Freundin Isa Taube. Dann trugen sie sich mit dem Gedanken, einen Hund zu sich zu holen. „Doch wie hätten wir das mit der Arbeit regeln sollen? Außerdem sind Mini-Schweine super intelligent, sehr sozial. Sie spielen viel und gehorchen auch auf Befehle“, erklärt Tewes. Also fahren sie zu einem seriösen Züchter. „Eigentlich wollten wir nur schauen“, erinnern sie sich. Eigentlich…

Die ersten Wochen in Wohnung in Oer-Erkenschwick

Zehn Wochen sind „Pünktchen“ und „Anton“ alt, als sie Neu-Schweine in der Honermannsiedlung werden. Die ersten Wochen „wohnen“ sie noch in der Wohnung, um sich an ihre neue Rotte zu gewöhnen und Vertrauen aufzubauen. Natürlich sind die beiden auch beim Veterinäramt gemeldet.

In einem umfunktionierten Laufstall für Kinder haben die beiden Mini-Schweinchen die ersten Wochen im neuen Zuhause geschlafen. © privat © privat

Doch dann folgt der Umzug in das Garten-Gehege, zur großen Begeisterung der Schweine. „Es ist wichtig, eine vernünftige Umgebung anbieten zu können. Sie sollen einfach Schwein sein können“, sagt Tewes, der, obwohl er schon häufiger in Schweineställen war, nun noch einmal viel über diese Tiere dazugelernt hat.

Artgerecht soll die Haltung sein. „Pünktchen“ und „Anton“ bewohnen nun 40 m² zum Suhlen, Wühlen und was ein Schwein halt so macht. Rückzugsort ist eine eigens für sie gebaute Holzhütte, gedämmt und ausgelegt mit Stroh.

Wasser und Futter gibt es automatisch. „So sind wir flexibel“, sagt Taube. Mindestens eine halbe Stunde pro Tag investiert die kleine Familie in die Schweinchen, auch der achtjährige Lars Taube. „Die Schweine sind toll!“ Mit geübtem Blick erkennt der Junge gefährliche Situationen für die Tiere – Stichwort: Abhaugefahr – und übt mit ihnen kleine Kunststücke.

Bei Käse endet die Geschwisterliebe

Auf den Schoß hüpfen die Minis bereits ganz alleine. „Man wächst zu einer Rotte zusammen. Wir üben aber auch bereits Agility und das Tragen eines Geschirrs und Leine“, erklärt Tewes. Und dabei hilft? Eben… Käse! Da vergessen die Schweinchen auch ihre Geschwisterliebe untereinander, und sind durchaus bestechlich. „Weintrauben lieben sie auch.“ Beides gibt es aber nur zur Belohnung. Denn die Schweinchen sind ziemlich schlau und begreifen schnell: Mache ich das, bekomme ich ein Leckerchen. „Sie bieten das dann immer wieder an, in der Hoffnung auf eine Belohnung“, erklärt Tewes.

Fotostrecke

Pünktchen und Anton sind die Stars im Garten von Michael Toni Tewes

Zickig können sie dann gerne auch mal werden. Dann hilft nur laut werden, „manchmal diskutiere ich mit ihnen.“ Sensibel sind sie nämlich, haben einen Schweinesinn für die derzeitige Stimmung ihres menschlichen Gegenübers. Manchmal, nach getaner Arbeit, sitzt Michael Toni Tewes einfach bei den Minis. Er genießt ein Feierabend-Bier, und die Schweinchen eine Kuscheleinheit. Da bleibt wohl nur noch eins zu sagen: Schwein gehabt!

Der Abend in Oer-Erkenschwick

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