Kunstwerk an der Schillerstraße

Ein gewöhnlicher Zweckbau wird zu einem farbenfrohen Hingucker

Die Stadt ist um einen Hingucker reicher. Die Übergabestation an der Schillerstraße ist mit einem Graffito verschönt worden. Am Freitag (17.9.) ist das Fassadenbild eingeweiht worden.
Freuen sich über die neu gestaltete Fassade der Übergabestation von Thyssengas: (v.l.) Thomas Leibig (Thyssengas), Sebastian Drögehoff (Thyssengas), Klaus Neuhaus (Thyssengas), Ute Kohl (Heimatverein), Lars Ehm (Vorsitzender CDU-Ratsfraktion), Jutta Wohlgemuth (Heimatverein), Bürgermeister Carsten Wewers und Jürgen Meinders (Vorsitzender Heimatverein). © Erwin Kitscha

„Trafohäuschen“ – bei diesem Begriff wissen die meisten Bürgerinnen und Bürger in Oer-Erkenschwick gleich Bescheid, welches Gebäude gemeint ist. Es ist die Übergabestation von Thyssengas an der Schillerstraße. Durch die Leitungen im Inneren rauscht allerdings Gas – und nicht etwa Strom. Über die Firma Westnetz gelangt der von Thyssengas gelieferte Energieträger in die Häuser und Wohnungen und sorgt dort für wohlige Wärme in der kalten Jahreszeit.

Zweckbau in Oer-Erkenschwick hat sich gewaltig verändert

Rein optisch hat sich der einst schmucklose Zweckbau nun gewaltig verändert. Wer an dem Gebäude vorbeigeht, kann ein großflächiges Graffito bestaunen. Kirche, Landwirtschaft und der Bergbau. Zu einem Fassadenbild kombinierte Aspekte, die Oer-Erkenschwick prägen und geprägt haben.

Das Bild kam mit Zutun des Heimatvereins auf die Fassade. Jürgen Meinders, der Vorsitzende des Vereins für Orts- und Heimatkunde, erklärte bei der offiziellen Einweihung am Freitag (17.9.): „Es sind die kleinen Dinge, die das Leben verbessern.“ Da gebe es Parallelen zwischen Thyssengas und dem Heimatverein: Die Firma versorge Oer-Erkenschwick mit Energie. Der Heimatverein sorge für die Verschönerung der Stadt.

Rückblick: Thyssengas plante, die Übergabestation mit einem Fassadenbild aufzuhübschen. „Ich bekam einen Anruf von Klaus Neuhaus von Thyssengas“, berichtete Jürgen Meinders. „Seine Frage: Hast du nicht ein Motiv für uns?“ Hatte er. Und so lieferte Willi Röttger, Ehrenmitglied des Heimatvereins, eine Vorlage.

Auf die Fassade brachte das Kunstwerk mittels Sprühtechnik die Firma Farbwandel. Rund vier Tage nahm die kreative Arbeit in Anspruch. Erst wurde die Gebäudefront grundiert. Dann kam die Farbe auf den Putz. Die Mühen des Künstler-Teams haben sich gelohnt: Der farblich aufgewertete Zweckbau an der Schillerstaße ist den Passanten seither mehr als einen Blick wert. „Uns hat sehr gefreut, dass das Graffito einen positiven Anklang bei den Bürgerinnen und Bürgern gefunden hat“, sagte Sebastian Drögehoff, Abteilungsleiter Netzbetrieb Gasanlagen bei Thyssengas.

Klaus Neuhaus (l.) von Thyssengas nimmt aus der Hand des Heimatvereins-Vorsitzenden Jürgen Meinders eine Urkunde entgegen. Das Motiv findet sich auch auf dem Graffito auf der Übergabestation an der Schillerstraße wieder. © Erwin Kitscha © Erwin Kitscha

Das Wandbild, das nach Angabe von Thyssengas 4200 Euro, gekostet hat, erfüllt aber noch einen anderen Zweck. Es hält „Schmierfinken“ fern, die mit Farbsprühflaschen im Schutz der Nacht die Wände von Häusern und Gebäuden verunzieren. Und ist erst eine Schmiererei da, lässt die nächste meist nicht lange auf sich warten, wissen die Fachleute von Thyssengas aus Erfahrung. Das Entfernen der Schmierereien kostet stets einiges an Geld. „Unter den Sprayern gibt es aber einen Ehrenkodex“, erklärte Klaus Neuhaus. Wenn sich auf einer Fassade ein genehmigtes Graffito befinde, werde es nicht besprüht.

Bürgermeister Wewers lobt Zusammenarbeit bei dem Projekt

Oer-Erkenschwicks Bürgermeister Carsten Wewers (CDU) zeigte sich ebenfalls begeistert von der Aktion: „Ich finde es ganz hervorragend, dass sich der Heimatverein an dem Projekt beteiligen konnte.“ Auch das Marathon-Tor des Stimberg-Stadions sei in Zusammenarbeit von Heimatverein und Spielvereinigung mit Oer-Erkenschwicker Motiven gestaltet worden. Carsten Wewers: „Motive aus der gesamten Stadt verbinden die Bürger miteinander. So können sie sich mit ihr identifizieren.“ Carsten Wewers erinnerte in diesem Zusammenhang auch an eine Fläche am Betriebshof. „Die ist freigegeben für Sprayer, ohne dass die Polizei kommt.“ Lars Ehm, CDU-Fraktionschef im Stadtrat, dankte allen Beteiligten an dem Projekt. „Und ich spreche da für alle im Rat vertretenen Fraktionen.“ Passantin Helga Klocke hatte auch noch ein dickes Lob parat: „Alle, die hier vorbeigehen, finden, dass das ein schönes Bild ist.“

Das Unternehmen thyssengas

  • Die Thyssengas GmbH mit Sitz in Dortmund ist nach eigenen Angaben einer der führenden Gasfernleitungsnetzbetreiber in Deutschland.
  • 1921 baute die Vorgängergesellschaft das erste Gasfernleitungsnetz in Deutschland und leistete in vielen Bereichen Pionierarbeit für die gesamte Branche. Die Infrastruktur von Thyssengas befindet sich hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen.
  • Thyssengas transportiert über ein 4400 Kilometer langes unterirdisches Fernleitungsnetz jährlich rund sechs Milliarden Kubikmeter Erdgas – ein Zehntel des gesamten deutschen Verbrauches.
  • An mehr als 1000 Ausspeisepunkten wird das Erdgas an nachgelagerte Netze, Industriekunden und Kraftwerke ausgeliefert.

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