Großbaustelle Ewaldstraße

Freie Fahrt auf der Pniewystraße sorgt für Ärger bei Anwohnern

Seit Montag ist die Ewaldstraße voll gesperrt - aber die Pniewystraße in Oer-Erkenschwick nicht mehr. Das sorgt in dem Wohnquartier für Komplikationen und Proteste von Anwohnern.
Wünschen sich, dass die "Durchfahrt" auf der Pniewystraße wieder schnell geschlossen wird: Anwohner Henryk Zajak und Tochter Lina © Jörg Müller

Die Pniewystraße, benannt nach der polnischen Partnerstadt von Oer-Erkenschwick, ist ein beschauliches Wohnviertel. Bis Montag war das so. Seitdem ist die Ewaldstraße voll gesperrt, denn dort muss ein Abwasserkanal erneuert werden. Die Vollsperrung hat neben Umleitungen auch eine „Neuordnung“ des Verkehrsflusses auf der Pniewystraße zur Folge. Die ist nämlich jetzt durchgängig befahrbar, die Sperrpfosten in Höhe des Hauses Nummer 34 sind weg. Das bringt Anwohner auf die Palme, die sich um die Sicherheit ihrer Kinder sorgen.

Familie Zajak wünscht sich die Sperrpfosten wieder zurück

Einer von ihnen ist Henryk Zajak. Der 38-Jährige lebt mit seiner Familie an der Pniewystraße und ist stinksauer. „Da sollen alle Anwohner im nördlichen Teil der Pniewystraße über die Ewaldstraße nach rechts in Richtung Rapen ihre Grundstücke verlassen. Aber was machen viele? Sie fahren jetzt Richtung Freiheitstraße durch das bis Montag noch gesperrte Nadelöhr an unserer Adresse. Und auch die südlich gelegenen Anlieger, die eigentlich die Freiheitstraße nutzen sollen, fahren jetzt bei uns vorbei in Richtung Ewaldstraße. Und das alles oft auch noch viel zu schnell. Speziell an der Hausnummer 34 leben und spielen oft kleine Kinder. Die fürchten sich vor den Autos“, empört sich Henryk Zajak. Er zweifelt den Sinn der aktuellen Verkehrsführung an und wünscht sich, dass die Stadt die Sperrpfosten möglichst schnell wieder einsetzt.

Laut Stadt kann die Verkehrsführung nicht geändert werden

Das wird aber erst wieder nach Beendigung der Bauarbeiten in etwa acht Wochen geschehen. „Ich verstehe, dass es bei den Anliegern Irritationen gibt und sich die Lage bei einer solch großen Baumaßnahme mit geänderter Verkehrsführung erst einspielen muss. Aber es ist nun einmal so, dass, wenn die Baustelle auf der Ewaldstraße direkt auf die Einmündung der Pniewystraße zugewandert ist, in dem Bereich für einen zweispurigen Verkehr kein Platz ist. Deshalb bleibt uns gar nichts anderes übrig, als so wie jetzt ausgeschildert zu verfahren“, sagt Klemens Erwig vom Ordnungsamt der Stadt Oer-Erkenschwick. Und er verweist auch darauf, dass sich den Verkehrsplan, der jetzt in Rapen gilt, nicht nur ein Sachbearbeiter an seinem Schreibtisch im Rathaus ausgedacht hat. „Daran war unter anderem auch die Verkehrsdirektion der Polizei beteiligt. Der Baustellenbereich ist halt eine ungünstige Stelle. Und wir müssen hier auch an Platz für die Feuerwehr und den Rettungsdienst denken“, sagt Erwig.

Erwig verweist zudem darauf, dass die Stadt die Verkehrswegeführung extra ausgeschildert hat. „Außerdem haben wir mit dem Wohnungsbauunternehmen Vivawest gesprochen, dass die Hecke in dem Bereich, wo die Sperrpfosten gestanden haben, geschnitten wird. So soll eine bessere Einsicht in den Straßenbereich gewährleistet werden“, erläutert Erwig.

Umleitungen sich ausgeschildert worden

Die Stadtverwaltung Oer-Erkenschwick hat bereits seit dem vergangenen Wochenende die Baustelle auf der Ewaldstraße und die erforderlichen Umleitungsstrecken ausgeschildert. Die Umleitungen führen in beide Richtungen über die Straßen An der Aue, Ludwigstraße und den Steinrapener Weg. Die Bereiche vor und hinter der Baustelle werden jeweils für den Anliegerverkehr freigehalten. Wichtig für die Anwohner: Im direkten Baustellenbereich ist die Zufahrt zu den Grundstücken nicht möglich.

Ebenfalls von Bedeutung für die Anwohner: Bedingt durch die Baumaßnahme wurden die Altglas- und Altkleidercontainer von der Ewaldstraße gegenüber Pniewystraße abgezogen und am Standort Ewaldstraße/Wittekindstraße aufgestellt. Sobald die Baumaßnahme beendet ist, werden die Behälter wieder zurück zur Ewaldstraße gegenüber der Pniewystraße gebracht.

BUSSE WERDEN UMGELEITET

  • Aufgrund von Kanalbauarbeiten und der damit verbundenen Vollsperrung der Ewaldstraße zwischen An der Aue und Im Buschkamp ab kommenden Montag werden auch die Busse der Vestischen umgeleitet.
  • Die Umleitung der Linien SB 24, 232 und NE 14 erfolgt vom Berliner Platz aus ab Ewaldstraße über An der Aue, die Ludwigstraße und über den Buschkamp wieder zurück auf die Ewaldstraße. Aus Richtung Rapen erfolgt die Umleitung umgekehrt.
  • Die Haltestelle „An der Aue“ der Linien 232 und NE 14 wird aufgehoben. Die Vestische empfiehlt ihren Fahrgästen, alternativ die Haltestellen „Marktstraße“ und „Im Buschkamp“ zu nutzen

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