Nussbaumweg

Grün überwuchert Restaurant-Ruine – nun gibt es neue Pläne

Seit vier Jahren überwuchert Grün die Ruine des ehemaligen Gasthauses Schneider am Nussbaumweg. Jetzt will ein Investor aus Recklinghausen das Grundstück bebauen.
Aus dem Bau von 25 Reiheneigenheimen wurde nichts. Seit vier Jahren wuchert das Grün über die Ruine des ehemaligen Gasthauses Schneider. © Martin Pyplatz

Shangri-La steht als Synonym für das Paradies. Aus dem Neubausiedlungs-Projekt der Firma „Domus Kompakt“ am Nussbaumweg ist eher ein Albtraum geworden. Aus den geplanten 25 Reihenhäusern ist nichts geworden. Seit mehr als vier Jahren holt sich die Natur das 6.755 Quadratmeter große Grundstück zurück und überwuchert die Ruine des ehemaligen chinesischen und mongolischen Restaurants „Shangri-La“.

Stadt Oer-Erkenschwick hat Gespräche mit einem Investor geführt

Nun gibt es Hoffnung, dass dieser Schandfleck demnächst verschwindet. Wie Stadtsprecher Peter Raudszus bestätigte, gab es Gespräche mit einem Investor aus Recklinghausen, der auf dem Grundstück Häuser errichten will: „Wir sind mit den Plänen einverstanden und werden auch das angrenzende 716 Quadratmeter große städtische Grundstück zur Verfügung stellen.“

Bauanträge liegen indes noch nicht vor. Der Investor, die Wohnbau Großhanten und Huthwelker Bauträger GmbH in Recklinghausen, wollte auf Nachfrage auch noch keine weiteren Details nennen. Man sei noch in den Planungen, hieß es von der Firma. Nach unseren Informationen soll dort Eigenheim- und Mehrfamilienhausbau angedacht sein.

Pläne für 25 Eigenheime in Oer-Erkenschwick Anfang 2017 vorgestellt

Am 11. Januar 2017 hatten Bürgermeister Carsten Wewers, der Technische Beigeordnete Bernd Immohr, Investor Werner Helleckes und Architekt Eckart Hanstein von der Firma Domus Kompakt aus Bergisch-Gladbach die Pläne für die schicke Neubausiedlung vorgestellt. Kurz danach begann schon die Rodung des Grundstücks. Der Abriss des ehemaligen Gasthauses Schneider wurde allerdings im April 2017 mitten in den Arbeiten abgebrochen. Seitdem rührte sich nichts mehr auf der Baustelle.

Gescheitert ist das Bauprojekt letztlich an Gewässerproblemen. Die Untere Wasserbehörde des Kreises machte den Investoren zur Auflage, für die kleine Siedlung einen zusätzlichen Regenrückhaltekanal zu bauen. Zusätzlich blockierte ein weiteres Gewässer den Baubeginn am Nussbaumweg, nämlich der Hegenbach.

Der im Sommer meist trockene Vorfluter für den Lohhäuser Berg kostete „Domus Kompakt“ wegen vorgeschriebener Mindestabstände zur Bebauung rund 800 Quadratmeter Bauland, das bedeutete den Verlust von drei Reihenhäusern. Das Unternehmen ging beim Kauf davon aus, dass das gesamte Grundstück mit 6755 Quadratmetern bebaubar war.

Im September 2018 war das Neubau-Projekt endgültig gestorben

Ende Januar 2018 war in einem anwaltlichen Schriftverkehr zum ersten Mal die Rede von Verhandlungen über eine Rückabwicklung des Grundstückskaufs. Zwischenzeitlich verschwand auch mal der Bauzaun wegen einer unbezahlten Rechnung. Im September 2018 erklärte der zuständige Projektleiter Werner Helleckes, dass die Eigenheimpläne für „Domus Kompakt“ gestorben seien, weil sich die Vermarktung des Grundstückes unter den gegebenen Bedingungen nicht mehr lohnen würde. Darum ging es auch bei dem Streit zwischen den beiden Parteien.

Zum Schluss beschäftigten sich nur noch die Gerichte mit dem Fall

Danach beschäftigen sich nur noch die Gerichte mit dem Bauprojekt. Die Kaufsumme von rund einer Million Euro hat eine Erbengemeinschaft von der Firma aus Bergisch-Gladbach nie bekommen für das 6755 Quadratmeter große Grundstück. Der Oer-Erkenschwicker Immobilienmakler Martin Harwardt gewann zwar zwei Prozesse gegen die Firma „Domus Kompakt“ wegen Zahlung seiner Provision. Geld hat er aber noch keines gesehen, genauso wie der Bodengutachter, der für den Investor tätig war. „Domus Kompakt“ war für den Gerichtsvollzieher nicht mehr erreichbar. Weil auch dafür kein Geld floss, hat die Stadt den Verkauf ihres angrenzendes 716 Quadratmeter großen Grundstück rückabgewickelt.

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