Freizeit

Grüne fordern Lückenschluss der König-Ludwig-Trasse

Die Grünen setzen sich für einen vorzeitigen Ausbau der König-Ludwig-Trasse auf Oer-Erkenschwicker Gebiet ein. Dies ist erst für 2027 geplant. Ein Landesprogramm könnte dies beschleunigen.
Beliebter Radweg: Das südliche Teilstück der König-Ludwig-Trasse soll noch in diesem Jahr asphaltiert werden. © Alexander Spieß

Es ist so etwas wie der Ritterschlag: Die König-Ludwig-Trasse (KLT) im benachbarten Recklinghausen hält Einzug in die Ruhmeshalle der industriegeschichtlichen Sehenswürdigkeiten: Sie wird Teil der Themenrouten Westfälischer Bergbau und Erzbahn Emscherbruch des Regionalverbands Ruhr (RVR).

Bevor dies in dieser Woche bekanntgegeben wurde, haben sich die Grünen in Oer-Erkenschwick Gedanken gemacht, wie die „KönigLudwig-Trasse“ kurzfristig von Datteln-Becklem über Rapen bis zur Zeche Ewald-Fortsetzung für den Radverkehr ausgebaut werden kann. Ein weiterer Ausbau ist vom RVR erst im Rahmen der Internationalen Gartenschau für 2027 vorgesehen. „Dies ist unseres Erachtens nach zu spät!“, sagt der Fraktionsvorsitzende Armin Ziesmann.

Grüne wollen nicht bis 2027 warten

Die Grünen bitten Bürgermeister Carsten Wewers (CDU), dass die Stadtverwaltung prüfen möge, ob das Fördermittelprogramm „Grüne Infrastruktur“ des Landes NRW genutzt werden kann, um den Lückenschluss deutlich früher zu realisieren.

Ziesmann ist überzeugt: „Dieses Programm würde unserer Stadt einen zügigen und kostenneutralen Ausbau ermöglichen.“ Er spricht von einer bis zu 100 prozentigen Übernahme der Kosten.

Das Ziel des Programms im Rahmen der Covid-19-Krise sei „die Schaffung, den Erhalt, die Wiederherstellung und die Verbesserung von Elementen der Grünen Infrastruktur vorwiegend im urbanen Umfeld sowie die Unterstützung von Maßnahmen zur Schaffung von naturtouristischen Angeboten in Nordrhein-Westfalen“. Nach Ansicht des Grünen erfüllt die König-Ludwig-Trasse die Anforderungen.

Die Zeit drängt

Da die Beantragungsfrist für das Programm „Grüne Infrastruktur“ bereits am 30. September abläuft, bitten die Grünen Wewers um eine kurzfristige Prüfung. „Sollte dieses Programm nicht greifen, bitten wir ebenso um kurzfristige Prüfung, ob ein anderes adäquates Förderprogramm für den Ausbau der Radwege in NRW hierzu herangezogen werden kann.“

Die bei Ausflüglern und Erholungsuchenden äußerst beliebte Trasse stellt nach Ansicht der Grünen im Rahmen des neuen Mobilitätskonzeptes, das die Stadt Oer-Erkenschwick auf den Weg bringen will, ein wesentliches Element für einen schnellen, komfortablen und sicheren Radverkehr dar. Die Trasse verbinde mehrere Städte des Ruhrgebietes und würde es den Oer-Erkenschwickern ermöglichen, in kurzer Zeit und vor allem sicher Recklinghausen zu erreichen. Ziesmann: „Die Reaktion der Radfahrer auf den bereits fertiggestellten Abschnitt von Datteln-Hagem über Recklinghausen bis zum Herner Hafen ist hervorragend.“

Mehr auswärtige Besucher in der Stimbergstadt?

Zudem würde sich die Erreichbarkeit der alten Zechengebäude, des Fördergerüstes, des Haardsteigs und des Maritimo für Bürger aus den Oer-Erkenschwicker Nachbarstädten deutlich verbessern „und sicherlich für einen Anstieg der Besucher sorgen“.

Aus seiner Sicht sei es unverständlich, dass bereits vor Jahren ein Ausbau geplant war und Rodungsarbeiten und weitere Vorbereitungen bereits erfolgt seien. Die Route finde sich auch in den Plänen des RVR als „aktuell in Planung“.

In zwei Bauabschnitten sind bislang rund neun Kilometer Radweg auf der König-Ludwig-Trasse realisiert worden – vom Rhein-Herne-Kanal in Castrop-Rauxel bis zur Horneburger Straße südlich des Naturschutzgebietes Becklemer Busch in Recklinghausen-Suderwich.

In der Endausbaustufe soll die König-Ludwig-Trasse um etwa sechs Kilometer ergänzt werden. Sie würde dann bis zur Halde Ewald am ehemaligen Schacht Blumenthal/Haard in Oer-Erkenschwick führen. Dort würde der RVR gerne einen Anschluss an die Haard bauen, um Ausflüglern den Abstecher in das beliebte Naherholungsgebiet zu erleichtern.

Kohle zum Rhein-Herne-Kanal transportiert

  • Die Trasse verläuft daher über weite Strecken über besten Asphalt. Eine wenige Straßen müssen gequert werden, ansonsten können Radfahrer den Weg abseits des Straßenverkehrs genießen. Am Wegesrand stehen Relikte aus der Bergbau-Vergangenheit der Region, die sich für einen kurzen Halt lohnen.
  • Der Name der Bahntrasse kommt von der ehemaligen Zeche König-Ludwig, von der die Kohlen per Eisenbahn zum wichtigen Güterhafen am Rhein-Herne-Kanal transportiert wurden. Perspektivisch soll die König-Ludwig-Trasse bis zur Halde Blumenthal in Oer-Erkenschwick ausgebaut werden. Von hier wäre das Waldgebiet der Haard schnell erreicht.

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