(Zu) Viele Autos

Hünenplatz in Klein-Erkenschwick – „als Parkfläche viel zu schade“

Es gibt zu wenige Parkplätze in der Stadt, insbesondere in Klein-Erkenschwick. Das meinen immer wieder einige Bürger. Und dann kommt die Forderung nach Park-Freigabe für den Hünenplatz...
Der Hünenplatz in Klein-Erkenschwick ist als Parkplatz viel zu schade. Deshalb kommt aus Sicht der Stadtverwaltung eine Öffnung zum Parken nicht in Frage. © Martin Pyplatz

Es ist voll in Oer-Erkenschwick, insbesondere in der City. Zwar glänzt die Stadt nicht mit einer Fülle an Fachgeschäften und oft auch nicht mit Menschenmassen auf der Straße, aber dafür stets mit parkenden Autos. Das gilt nicht nur für die Innenstadt, sondern auch für den Ortsteil Klein-Erkenschwick. Und manch ein Pkw-Fahrer blickt dann voller Park-Sehnsucht auf den Hünenplatz, auf dem man seit dem Umbau 1994 nicht mehr parken darf. „Daran wird sich aber auch in Zukunft nichts ändern“, dämpft der Technische Beigeordnete der Stadtverwaltung, Bernd Immohr, von vornherein irgendwelche Öffnungs-Hoffnungen.

Langzeitparker stellen in Oer-Erkenschwick den Parkraum zu

„Denn es ist schichtweg so, dass wir in Oer-Erkenschwick nicht zu wenige Parkplätze haben. Vielmehr gibt es zu viele Langzeitparker, die den vorhandenen Parkraum zustellen. Das führt dann dazu, dass Pkw-Fahrer, die für sich kurzfristig eine Stellfläche suchen, keine finden, weil alle besetzt sind. Zumindest genau dort, wo der Parkraum gesucht wird“, sagt Immohr und stützt sich auf die Ergebnisse der Untersuchungen des Fachbüros, das im Auftrag der Stadt das Mobilitätskonzept erstellt hat. Der Beigeordnete erklärt weiter: „Wird irgendwo Parkraum geschaffen, dann wird er auch genutzt. Diese Entwicklung dürfen wir als Stadt aber nicht einfach so hinnehmen. Denn das Entwicklungsziel für Oer-Erkenschwick soll sein, dass zukünftig weniger Autos in der Stadt unterwegs sind.“

Anreize für den Umstieg auf das Fahrrad schaffen

Und das erreiche man nur durch eine Parkraumbewirtschaftung und gleichzeitig durch das Schaffen von Anreizen, beispielsweise aufs Fahrrad umzusteigen. „Da sind wir dann beim Thema Dauerparker“, sagt Immohr. Die seien nämlich das eigentliche Park-Problem. Und das nicht erst jetzt, wo gerade im Bereich der Gesundheitswirtschaft neue Angebote zwischen Post-Kreisel und Berliner Platz entstanden sind. „Am frühen Morgen füllen sich diese Parkplätze. Und sehr viele Fahrzeuge werden dann bis zum Nachmittag nicht mehr bewegt. Das haben Untersuchungen des Fachbüros ergeben. Und das bedeutet: Die Eigentümer der Gesundheitshäuser müssen auf ihren Grundstücken beispielsweise mehr sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder schaffen. Das gilt auch für das Rathaus. Denn nur so können die Mitarbeiter, aber auch die Kunden zum Umstieg auf das Fahrrad bewegt werden.

Kaum eine Strecke in Oer-Erkenschwick ist länger als zwei Kilometer

Interessant sind auch folgende Untersuchungsergebnisse: Für wen wird die (scheinbare) Parkplatznot in der Stadt spürbar? Für den, der mit dem Auto beispielsweise in die City fährt und dort keinen Stellplatz in unmittelbarer Nähe seines Ziels findet. Zur möglichen Problemlösung gibt es zwei Ansätze. 1. Man parkt sein Auto weiter weg und nimmt einen längeren Fußweg in Kauf, wie das bei beinahe jedem Besuch in einer Großstadt der Fall ist, nur eben in Oer-Erkenschwick nicht. 2. Man fährt gar nicht erst mit dem Auto in die City oder in den Einkaufsbereich nach Klein-Erkenschwick und nutzt stattdessen das Fahrrad. „Und das ist bei den meisten Fahrten innerhalb der Stadt gut möglich, da kaum eine Strecke länger als zwei Kilometer ist“, sagt Immohr.

„Hünenplatz ist als Parkfläche viel zu schade“

Zurück zum Hünenplatz: „Der ist als Parkplatz viel zu schade. Zumal es gerade in Klein-Erkenschwick keine wirkliche Not in Sachen Stellplätze gibt“, meint Bernd Immohr. Er erinnert daran, dass die Stadt vor einigen Jahren zwischen Stimbergstraße und Christus-König-Kirche einen Parkplatz angelegt hat. „Dort ist beinahe immer eine Stellfläche frei“, sagt der Beigeordnete und verweist auch auf die Parkmöglichkeiten entlang der Klein-Erkenschwicker-Straße und vor dem neuen Netto-Markt.

Umbau zu einem Ortsteilplatz

  • Der Hünenplatz ist in den Jahren 1993/1994 von einer schäbigen Asphaltfläche zu einem Ortsteilplatz umgebaut worden. Zu 90 Prozent hatte die Baukosten das Land NRW übernommen.
  • Verbunden mit dieser Landesförderung war aber gleichzeitig eine Zweckbindung der neugestalten Fläche mit damals neuem Brunnen. Diese Zweckbindung als multifunktionaler Ortsteil-Treffpunkt und Veranstaltungsareal schloss eine Nutzung als Parkfläche für die nachfolgenden 25 Jahre aus, diese Zweckbindungsfrist ist aber mittlerweile ausgelaufen.
  • Unvergessen sind die Brunnenfeste, die nach der Herstellung des Platzes durch anliegende Kaufleute organisiert wurden. In den vergangenen Jahren hat dort auch mehrfach die beliebte Veranstaltung „OE schlemmt“ stattgefunden, die aber schon zum zweiten Mal in Folge wegen Corona ausfallen musste.

Der Abend in Oer-Erkenschwick

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt