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„Ich bin noch lange nicht weg…“ – was macht eigentlich Werner Nilius

Das Rapener Urgestein verlor zwar vor einem Jahr sein SPD-Ratsmandat, untätig ist er seitdem bei Weitem nicht. Wir fragen: Was macht eigentlich... Werner Nilius?
Im „Treffpunkt Rapen“ haben wir Werner Nilius getroffen. Das Vereinsheim am Buschkamp steht allen offen. © Meike Holz

Ein Jahr ist es her, dass nach zwei Legislaturperioden Werner Nilius sein SPD-Ratsmandat abgeben musste. Er trat im Wahlbezirk 10 an, und verlor gegen eine CDU-Newcomerin. Mehr als 40 Jahre ist er schon in der SPD. „Ich habe schon Wahlkampf für Netta gemacht.“

Doch wer jetzt denkt, das Rapener Urgestein hätte seitdem untätig seine Hände in den Schoß gelegt, der irrt. Schließlich ist es nicht so, dass Werner Nilius nicht auch sonst reichlich zu tun hätte. Das Engagement für seinen Stadtteil Rapen, seine Stadt und eben besonders die Menschen hier zeichnet Nilius aus.

Neustart für die Feier am 1. Mai gewünscht

Vielen ist der 59-Jährige, der gerne mit seinem Rad in der Stadt unterwegs ist, wohl als Vorsitzender des DGB-Ortsverbandes bekannt. Dass die Corona-Pandemie die Mai-Kundgebung in diesem Jahr auf dem Gewissen hat, das wurmt den Gewerkschaftler noch immer. „Das liegt mir einfach auf dem Herzen. Wir hatten ein tolles Programm mit vielen engagierten Beteiligten geplant“, erzählt Nilius, der sich bei allen Helfern bedankt, und hofft, dass die Maifeierlichkeiten im kommenden Jahr einen Neustart hinlegen können.

Nicht nur in der Rolle des DGB-Vorsitzenden liegen Werner Nilius noch immer die Schwächeren besonders am Herzen. „Wir müssen aktiver werden für die Fremdarbeiter bei Westfleisch“, sagt Nilius, der auch in den vergangenen Monaten immer wieder als Befürworter der Gewächshauspläne auftrat. „Immerhin entstehen hier viele Arbeitsplätze.“

Dass Oer-Erkenschwick keinen Seniorenbeirat hat, das wurmt Werner Nilius gewaltig. „Wir müssen uns doch für die Senioren einsetzen, sie haben Deutschland, und eben auch Oer-Erkenschwick wieder aufgebaut.“

Mit dem 2009 gegründeten Verein „Treffpunkt Rapen“ schrieb sich auch Werner Nilius die Unterstützung der Kindergärten, der Jugend, aber auch der Sportvereine und eben der Senioren im Ortsteil auf die Fahnen. Mit Tüten vollgepackt mit Pflegeprodukten unterstützen er und der Verein die Senioren in den Pflegeeinrichtungen. „Den Senioren in den Seniorenzentren stehen monatlich nur 100 Euro Taschengeld zur Verfügung, davon sollten sie sich nicht auch noch Kukident kaufen müssen“, sagt Nilius.

350 Euro kamen beim Benefizkonzert des Grubenwehrchores als Erlös beim Auftritt im „Treffpunkt Rapen“ im Januar 2014 zusammen. Das Geld investierte Vorsitzender Werner Nilius (l.) in Fußbälle und T-Shirts für die Jugendabteilungen von Grün-Weiß und FC 26.

Besonders die Senioren liegen ihm am Herzen

Es ist ein leidenschaftliches Thema. Das Wohl der Alten liegt ihm auf der Seele, genauso wie das der Kinder und Jugend. Werner Nilius ist ein Tausendsassa: Bergmannsverein, IGBCE-Ortsgruppe, Biostation, Schützengilde… Bei der Aufzählung lächelt Nilius nur kurz: „Man kommt rum und rostet nicht.“

Doch egal, wo Werner Nilius auftaucht, ein Ruf eilt dem Rapener stets voraus: Er ist berühmt für seine Currywurst. Die brutzelt er bei (fast) jeder Gelegenheit. Was ist denn nun das Geheimnis? Werner Nilius lächelt geheimnisvoll: „Natürlich eine gute Sauce und die Würzmischung.“ Die Zutaten für die Würze hütet er aber wie ein Staatsgeheimnis. Doch er hat Erbarmen mit den Curry-Wurst-Fans: „Apfelmus und Marmelade kommen in die Sauce. Die Marmeladensorte variiere ich ganz nach Lust und Laune.“ Und er beweist stets ein Fingerspitzengefühl für die richtige Schärfe und Würze.

Und die behält er sich auch für seine Zukunftspläne vor. Neben all den anderen Aufgaben möchte Werner Nilius bei der nächsten Kommunalwahl wieder als Kandidat für die SPD antreten: „Ich bin noch lange nicht weg…“

19 Jahre auf dem Pütt

  • Werner Nilius (59) ist gebürtiger Rapener. Er besuchte die Clemens-Höppe- und die Stimbergschule, bevor auf der Zeche Ewald-Fortsetzung in das Berufsleben startete.
  • 19 Jahre arbeitete Werner Nilius unter anderem als Hauer unter Tage auf dem Pütt. Auf eine Umschulung zum Bauzeichner folgte die Vorrente, dann die Erwerbsunfähigkeit. Doch seine Zeit nutzt Werner Nilius nicht zum Müßiggang, sondern, um sich um andere Menschen zu kümmern.
  • Mehr als 40 Jahre ist er schon im SPD-Ortsverband. Zwei Wahlperioden lang, wurde er für die SPD in den Stadtrat gewählt.
  • Damit ist zwar (vorerst) Schluss, doch als sachkundiger Bürger sitzt Werner Nilius noch im Jugendhilfeausschuss.

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