Katzenbabys im Video: So süß ist der Nachwuchs in der Tierauffangstation

Eine graue Babykatze mit strahlend blauen Augen im Tierheim in Oer-Erkenschwick.
Der kleine Kater mit den strahlend blauen Augen hat es sofort ins Herz von Ute Rasche geschafft. "Der hat so ein hübsches Gesicht", schwärmt die Tierschützerin. © Rebekka Wölky
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„Kitten-Flut“ nennt Ute Rasche vom Tierschutzverein das, was in den frühen Sommermonaten in der Oer-Erkenschwicker Tierauffangstation passiert. „Probleme mit ausgesetzten Tieren zur Ferienzeit haben wir eigentlich nie“, sagt sie. „Dafür finden wir im Sommer aber immer ganz viele Katzenmütter mit ihren Babys.“

Drei junge Katzenfamilien leben gerade in der Station in dem Baubetriebshof, jede in einem eigenen Raum. Neun kleine Fellknäuel bedeutet das. Den frischsten Neuzuwachs gab es erst am Donnerstag (14.7.): Vier Kätzchen und ihre Mutter, gefunden in einer Gartenlaube. Drei der Jungtiere sind schon ins Katzenhaus eingezogen. „Die hat meine Kollegin in der letzten Nacht eingefangen“, erzählt Ute Rasche. „Wir hoffen jetzt natürlich, dass die Familienzusammenführung klappt und wir die Mutter und das letzte Kätzchen heute Nacht bekommen.“

Zwar seien die Kleinen mit gut zehn Wochen alt genug, um selbst zu fressen – sonst hätten die Tierschützer sie nicht von der Mutter weggebracht, versichert Rasche – aber mit Mutter und Geschwistern lebt und tobt es sich dann doch besser. An diesem Mittag wirken die drei Tiger ein wenig verloren, sie sitzen in „ihrem“ großen Zimmer in einem Schrank und kuscheln sich eng aneinander. „Wir haben die aber auch heute direkt gechippt, als sie kamen, weil sie einander so ähnlich sehen, dass wir sie nicht auseinanderhalten können. Deswegen sind die jetzt erstmal total geschafft“, sagt Ute Rasche.

Vier Katzenbabys haben Schnupfen – und müssen inhalieren

Ganz deutlich sieht man das im Nebenraum, wo Katzenmama Lieschen mit ihren vier Jungen lebt – drei kleine Katzen und ein Kater. Hier herrscht ein tierisches Gewusel, wie in einem kleinen Katzenkindergarten. Dass ihr Nachwuchs ihr dabei auch mal spielerisch eine Pfote mit ausgefahrenen Mini-Krallen auf den Schwanz haut, scheint Lieschen nicht weiter zu stören. „Die ist eine ganz geduldige Mutter“, meint Ute Rasche.

Lieschen hat ihre Babys in der Tierauffangstation zur Welt gebracht – aber nur ganz knapp. „Wir haben sie trächtig gefunden, da war sie schon ganz dick“, erzählt Ute Rasche. Und tatsächlich: Nur zwei Tage später waren die Jungen da. „Das war Rettung in allerletzter Sekunde.“ Das einzige Problem: Die Mutter hatte Schnupfen, als sie die Jungen zur Welt gebracht hat. Weil der jetzt, nach der ersten Impfung, auch bei den Kleinen durchkommt, nehmen die gerade ein Antibiotikum.

Ein getigertes Katzenbaby sitzt im Oer-Erkenschwicker Tierheim.
Neugierig schaut sich dieses Kitten im Oer-Erkenschwicker Tierheim um. © Rebekka Wölky

Am Schlimmsten hat es das kleinste, schmalste der Kätzchen erwischt. Bei dem sitzt die Nase so zu, dass der Tierarzt ihm inhalieren verordnet hat. Bedeutet: Das Tierchen wird in eine Transportbox gesetzt, vor dem Gitter steht eine Schale mit heißem Wasser und über das Ganze wird ein Handtuch gelegt. Ob Katzenkinder das Wasserdampf-Atmen wohl genauso langweilig finden wie Menschenkinder? Wahrscheinlich.

Tierschützer vermitteln Katzenbabys nach der 12. Woche

Und wie sieht es mit der Zukunft der Kleinen aus? „Wir versuchen jetzt gerade, so viel Kontakt zu Menschen wie möglich herzustellen, damit sie zahm werden und sich daran gewöhnen“, sagt Ute Rasche. Wenn sie zwölf Wochen alt sind, können sie in ein richtiges Zuhause vermittelt werden. „Da entwickeln sie sich auch nochmal ganz anders als hier bei uns. Wir kuscheln mit ihnen, soviel wir können, aber es ist nicht dasselbe.“

„Wir vermitteln eigentlich immer ganz gut“, sagt Ute Rasche. „Das ist dann natürlich immer auch ein Erfolgserlebnis für uns vom Tierschutzverein.“ Wichtig bei der Vermittlung ist aber: Kleine Katzen geben die Tierschützer nur zu mehreren oder in einen Haushalt ab, in dem schon eine Katze lebt, die zu dem Jungtier passt. „Die brauchen Spielgefährten, sonst werden sie ganz schnell einsam“, sagt Rasche. „Und wir vermitteln sie nicht blind irgendwohin, sondern schauen uns das neue Zuhause vorher an.“ Natürlich könne man den Menschen immer nur vor den Kopf gucken. „Aber wir haben mittlerweile alle ein ganz gutes Gespür dafür, ob sie gut zu den Tieren sind.“