Containerstation

Klimafreundliche Entsorgung – darum klappt es nicht mit Schubkarre

Zwar hat sich der Ärger um die Containerstation inzwischen etwas gelegt. Doch jetzt beschwert sich ein Bürger, dass er sich mit Schubkarre hinten in der Warteschlange anstellen muss.
Wie gewohnt packte Ludger Drees in seinem Garten den Grünschnitt in seine Schubkarre. Am Bauhof dann die Überraschung: Er sollte sich mit seinem „Gefährt“ in die Schlange der wartenden Autos einreihen. © Jörg Gutzeit

Wegen langer Warteschlangen vor der Containerstation steht der Bauhof seit Wochen in den Schlagzeilen. Ludger Drees (67) geht dem Stau seit Jahren aus dem Weg und karrt seine Grünabfälle immer mit der Schubkarre von der Kreuzung Pieper zur Containerstation. „Bisher hatte ich nie Probleme. Am vergangenen Donnerstag hat mich allerdings ein Bauhof-Mitarbeiter an der Einfahrt gestoppt und mir gesagt, dass ich mich in die Warteschlange einreihen sollte“, sagt der Eigenheimbesitzer von der Groß-Erkenschwicker Straße.

Etliche Autofahrer wollten den Schubkarren-Entsorger gerne vorlassen: „Da hatte ich dann aber ein schlechtes Gewissen, dass andere vielleicht denken, dass ich mich vordrängeln will“, meint Drees. Einen Tag später wollte er sich beim Bauhof über diese neue Praxis beschweren. Der Abfallberater war nicht da, eine Bauhof-Mitarbeiterin machte ihm jedoch den Vorschlag, dass er doch mit dem Auto kommen soll, wenn er nicht mit der Schubkarre in der Warteschlange auf der Straße stehen will.

Klimaschutz wird in Oer-Erkenschwick nicht immer honoriert

Drees ist stinksauer: „Die Stadt schreibt sich Klimaschutz auf die Fahnen, will die CO2-Bilanz verbessern und bestraft gleichzeitig Bürger, die zu Fuß oder mit einem Fahrradanhänger klimaneutral zur Containerstation kommen.“ In seinen schicken alten Mercedes will der 67-Jährige seine Grünabfälle aus dem großen Garten nicht reinpacken: „Ich will mir doch nicht das Auto vermüffeln.“ In den Wagen seiner Ehefrau passen die grünen Abfälle nicht rein.

Auch das Telefongespräch mit Abfallberater Thomas Kesselmann am vergangenen Dienstag brachte den verärgerten Bürger nicht weiter: „Der hat mir gesagt, wenn ich mich nicht auf der Straße anstellen will, könnte ich das ja auch auf dem Fußweg machen. Dabei wäre es klimafreundlicher, wenn die Stadt eine zusätzliche Spur für Fußgänger und Radfahrer einrichten würde.“

Warteschlangen sorgten wochenlang für Ärger an Containerstation

Tatsächlich hat diese Warteschlangen-Regelung schon vor einigen Wochen für Ärger gesorgt, als Fußgänger mit Müllsack in der Hand abgewiesen wurden. Die Stadt argumentierte, dass wegen der Corona-Begrenzung auf fünf Autos Fußgänger und Radfahrer nicht einfach durchgelassen werden könnten. Außerdem hatten Bürger teilweise ihr Auto nebenan auf dem Discounterparkplatz abgestellt und gingen stattdessen ein paar Meter zu Fuß zur Containerstation, um die Warteschlange abzukürzen. „Aber es kann doch nicht sein, dass Bürger ohne Auto, die noch mithelfen, den Rückstau auf der Bachstraße zu verringern, dafür bestraft werden“, sagt Ludger Drees.

Stadtsprecher Peter Raudszus teilte auf Nachfrage mit, dass die Stadt erstmal nichts an der Warteschlangenregelung ändern würde, da es immer Ärger bei Ausnahmen gegeben hätte.

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