Urteil in Dortmund

Mordaufruf: Frage der Bewährung wird erst später beantwortet

Im Prozess gegen einen Schüler aus Oer-Erkenschwick, der einen Freund zum Mord an Juden oder Muslimen angestiftet haben soll, ist das Urteil gefallen. Die wichtigste Frage bleibt aber offen.
Das Dortmunder Landgericht hat die Entscheidung über die Bewährung zurückgestellt. © Martin von Braunschweig

Der heute 16 Jahre alte Schüler soll seinem Bekannten eine Kurznachricht geschrieben und ihn darin aufgefordert haben, sich zu bewaffnen und ein Blutbad in einer Moschee oder Synagoge anzurichten. Der Adressat ging allerdings nicht auf die Aufforderung ein.

Kurznachricht an Freund

Das Dortmunder Landgericht hat den Angeklagten am Dienstag in nicht-öffentlicher Verhandlung zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt.

Ob der Jugendliche diese Strafe tatsächlich in einem Jugendgefängnis verbüßen muss oder ob sie zur Bewährung ausgesetzt wird, wollten die Richter jetzt noch nicht entscheiden. Diese Frage wurde zurückgestellt und soll in sechs Monaten beantwortet werden.

Für den Angeklagten bedeutet das: Er hat nun ein halbes Jahr Zeit, sich die Bewährung zu verdienen. Begeht er allerdings innerhalb der kommenden sechs Monate eine weitere Straftat, müsste er sich auf den Gang ins Gefängnis einstellen.

Sprengstoff gefunden

Bei einer Durchsuchung seines Zimmers hatte die Polizei seinerzeit auch große Mengen Sprengstoff sichergestellt. Der Jugendliche soll aus großen Knallkörpern eine Bombe Marke Eigenbau hergestellt haben. Zum Einsatz kam diese jedoch nie. Auch konkrete Anschlagspläne gab es zum Zeitpunkt der Festnahme des Jugendlichen offenbar noch nicht.

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