Haardschule in Oer-Erkenschwick

Nach Elternprotest gegen Quarantäne – so reagiert das Gesundheitsamt

Eltern haben gegen die Anordnung des Gesundheitsamtes protestiert, alle Schüler einer Klasse der Haardschule in Oer-Erkenschwick nach einem Corona-Infektionsfall in Quarantäne zu schicken.
Es bleibt dabei: Alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse der Haardschule in Oer-Erkenschwick, in der ein Kind positiv auf das Coronavirus getestet worden ist, bleiben in Quarantäne. © K_V

Es bleibt dabei: Alle Schülerinnen und Schüler der Klasse der Haardschule in Oer-Erkenschwick, in der ein Kind positiv auf das Coronavirus getestet worden war, bleiben in Quarantäne. Das hat das Gesundheitsamt, das am Donnerstag nach teils vehementen Elternprotesten sich „in größerer Runde“ noch einmal mit dem Fall befasst hat, so entschieden.

Ein Lolly-Test in der Haardschule in Oer-Erkenschwick war positiv

Wie berichtet war am Montagabend Eltern bekannt gegeben worden, dass eine der Lolly-Test-Sammelproben dieser Klasse der Haardschule positiv gewesen ist. Am Dienstagmorgen sollten die Kinder zu Hause bleiben und stattdessen die Eltern das Ergebnis eines zweiten „Lolly-Testes“ zur Schule bringen. Die Positivtestung bestätigte sich – diesmal sogar personalisiert. Daraufhin wurde gegen die gesamte Klasse eine Quarantäne angeordnet.

Unverständnis bei den Eltern aus Oer-Erkenschwick

Bei den Eltern sorgte das für Unverständnis. „Das positiv getestete Kind ist nun bekannt. Wieso lässt man nicht nur dieses Kind zu Hause und schickt stattdessen die ganze Klasse in die Isolation?“, fragte Vater Oliver Mumme stellvertretend für weitere Eltern. „Weil alle Kinder der Klasse als enge Kontaktpersonen der Kategorie eins gelten“, klärte die Sprecherin der Kreisverwaltung, Lena Heimers, noch am Mittwoch auf und betonte: „Unsere Kollegen halten sich da strikt an die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts.“

Gesundheitsamt bleibt bei seiner Entscheidung

Am Donnerstag meldete sich in der Sache auch Kreis-Sprecherin Svenja Küchmeister zu Wort: „Nach nochmaliger Überprüfung des Sachverhalts hat ergeben, dass die Entscheidung des Gesundheitsamtes richtig ist. Alle Kinder der Klasse gelten nach den RKI-Richtlinien als enge Kontaktpersonen. Derzeit wird wieder Präsenzunterricht in voller Klassenstärke durchgeführt, die Mindestabstände sind dabei nicht zu gewährleisten. Enge Kontaktpersonen sind alle, die sich gleichzeitig – auch mit Mund-Nasen-Schutz – über eine längere Zeit im selben Raum aufgehalten haben. Hinzu kommen gemeinsame Essenzeiten der Kinder ohne Abstand und Mund-Nasenschutz und die Tatsache, dass viele der Kinder auch den offenen Ganztag besucht.“

Infektionsketten in Oer-Erkenschwick müssen unterbrochen werden

Die Kreissprecherin betont, dass man seitens der Behörde selbstverständlich wisse, dass die Quarantäne der Kinder die betroffenen Familien belaste. „Aber wir befinden uns immer noch in einer Pandemie-Lage. Und in der ist es unsere Pflicht, mögliche Infektionsketten zu unterbrechen“, erklärt Svenja Küchmeister.

Lesen Sie jetzt