Körperlicher Missbrauch

Rat an Kinder aus Oer-Erkenschwick: Bei schlechtem Gefühl „Nein“ sagen

Kinder schon recht früh für das Themenfeld körperlicher Missbrauch zu sensibilisieren, das ist das Ansinnen eines Theaterprojekts der Ewald-Grundschule in Oer-Erkenschwick.
"Mein Körper gehört mir" - die Theaterpädagogen Alissa Schwichtenberg und Orestes Fiedler sensibilisieren die Jungen und Mädchen der Ewaldschule Oer-Erkenschwick mit einem Theaterstück spielerisch., sich bei Sorgen bzw. Gewalt gegen sie jemandem anzuvertrauen. © K_V

„Mein Körper gehört mir“, ist der Klassiker und das erste Programm, mit dem die Theatertherapeutische Werkstatt Osnabrück im Jahre 1994 ihre Arbeit aufnahm. Zur Zeit gastiert das kleine Theaterensemble an der Ewaldgrundschule.

Dabei bieten die Schauspieler, in diesem Fall Alissa Schwichtenberg und Orestes Fiedler mehr als nur Theater. Zwar erzählen und zeigen sie Geschichten über körperlichen Missbrauch, fordern die Kinder aber auch auf, Fragen zu stellen und mitzudiskutieren.

Programm gliedert sich in Oer-Erkenschwick in drei Teile

„In der Regel unterteilt sich das Programm in drei Teile“, erzählt Alissa Schwichtenberg. „Im ersten Teil geht es um Probleme mit Freunden, im zweiten um Probleme mit Fremden, im dritten um Probleme innerhalb der Familie.“ Das alles passiert an drei Tagen.

Nein-Sagen ist das immer wiederkehrende Thema

Immer wiederkehrendes Thema ist das „Nein“ sagen. Mein Po gehört mir, den darf kein anderer anfassen. Ebensowenig wie meine Brust oder meinen Unterleib.

Die beiden Darsteller – übrigens professionelle Schauspieler – spielen Alltagssituationen nach, in denen es zu sexuellem Missbrauch kommen kann.

„Natürlich wird das Programm immer der Zeit angepasst“, sagt Schwichtenberg, die es selbst schon als Schulkind gesehen hat und sich auf eine Anzeige der Werkstatt bewarb. „Früher hatten die Kinder zum Beispiel noch keine Handys, heute aber wird gechatted. Und wie schnell gibt sich ein Erwachsener als Kind aus und verabredet sich.“

Das ist eine Gefahr, auf die die Kinder der dritten und vierten Klassen hingewiesen werden. Orestes Fiedler sieht diese Auftritte als wichtigen Beitrag für die Kinder an: „Normalerweise bist du als Schauspieler in der Unterhaltungsbranche tätig. Das hier ist ein völlig anderer Aspekt.“

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