Schnelltests - Infektionen - Altenheime

So ist aktuell die Coronalage in Oer-Erkenschwick

Die Corona-Schnellteststellen sind in Oer-Erkenschwick gut ausgelastet. Noch, denn die Betreiber erwarten ein Sinken der Nachfrage. Aber: Gründe für den hohen Inzidenzwert gibt es nicht.
In der Schnellteststelle im Hotel Stimbergpark führt Mitarbeiter Mo El Araby eine Testung an Jürgen Cinkus (58) durch. © Jörg Gutzeit

Nach Tagen des kontinuierlichen Anstiegs ist der Inzidenzwert, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus der vergangenen sieben Tage – hochgerechnet auf 100.000 Einwohner – am Dienstag in Oer-Erkenschwick wieder gesunken. Er liegt bei 143,2. Am Montag betrug die Inzidenz noch 155,9. Dennoch ist der Dienstagswert immer noch hinter Recklinghausen und Gladbeck der dritthöchste im Kreis Recklinghausen.

Das war im Vormonat noch ganz anders. Am 22. April betrug der Inzidenzwert in Oer-Erkenschwick „nur“ noch 82,7. Ursachen für den Anstieg in den zurückliegenden Tagen sind nicht auszumachen. „Es liegt bei uns im Kreis weiterhin ein diffuses Ausbruchsgeschehen vor. Spezielle Infektionsherde sind auch in Oer-Erkenschwick nicht auszumachen“, sagt die Sprecherin der Kreisverwaltung, Svenja Küchmeister.

„Aber“, fügt Küchmeister hinzu, „wir beobachten schon, dass niedrige Inzidenzen in den Städten plötzlich wieder ansteigen. Womöglich liegt das daran, dass sich die Menschen bei niedrigen Inzidenzen zu sicher fühlen und dann unachtsamer werden.“

Auch für Oer-Erkenschwick zählt die Kreis-Inzidenz

Lockerungen der Coronaschutzmaßnahmen wird es erst dann geben, wenn die Inzidenz im Kreis Recklinghausen fünf Tage hintereinander stabil unter 100 liegt. „Dabei ist die Zahl in den einzelnen Städten zunächst nicht maßgeblich. Der Kreis-Wert zählt“, erläutert Svenja Küchmeister. Aber: Liegt eine Stadt deutlich höher, kann sie selbst in Abstimmung mit der Landesgesundheitsbehörde strengere Lockdown-Maßnahmen verhängen. Umgekehrtes Handeln, also eigenständige Lockerungen, sind dagegen nicht möglich.

Keine Corona-Fälle in den Altenheimen in Oer-Erkenschwick

Sehr erfreulich, so Svenja Küchmeister weiter, habe sich die Infektionslage in den Altenheimen im Kreis Recklinghausen entwickelt. „Die Coronafälle sind deutlich zurückgegangen.“

In Oer-Erkenschwick sind die Fälle sogar auf null gesunken. Michael Koppenhagen, Leiter des Marienstifts in Oer, freut sich darüber, dass es keine Infektionsfälle unter Bewohnern oder Mitarbeitern gibt. Dasselbe sagen Peter Gumprich (AWO-Seniorenheim „Auf dem Kolven“), Angela Kaiser (Seniorenstift „An der Haard“) und Matthias Frieds, der Leiter des Matthias-Claudius-Zentrums. Alle Einrichtungsverantwortlichen „brüten“ derzeit über den sich ständig ändernden Besuchs- und anderen Coronavorschriften.

Gutes „Zeugnis“ vom Ordnungsamt in Oer-Erkenschwick

Aus ordnungsbehördlicher Sicht ist die Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Oer-Erkenschwick, Barbara Sosna, mit dem Verhalten der allermeisten Oer-Erkenschwicker zufrieden. „Die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes haben zwar während der ersten Nacht mit Ausgangssperre einige Verstöße registriert, aber die geschahen allesamt aus Unwissenheit. In den vergangenen Tagen wurden dagegen nach 22 Uhr in Oer-Erkenschwick nur noch Menschen die ihre Hunde Gassi führten oder Personen, die nachweislich auf dem Weg von oder zur Arbeit waren, angetroffen“, sagt Barbara Sosna.

Aber die Ordnungsamtsleiterin gesteht ein: „Wir können mit dem verfügbaren Personal nicht überall sein. Die vorhandenen Kräfte sind allerdings an alle Wochentagen auch während der Nachtstunden im Einsatz“, betont Sosna.

Ein Bereich, der verstärkt kontrolliert wird, ist der Zugang zu Kaufland. „Hier bilden sich aufgrund der Kundenzahl-Beschränkungen schon mal Schlangen, sodass wir auf das Einhalten der Abstandsregeln achten müssen“, sagt Sosna.

Schnelltests sind in Oer-Erkenschwick weiterhin gefragt

Gut angenommen werden weiterhin die Möglichkeiten für einen kostenlosen Schnelltest in der Stadt. „Wir sind gut ausgelastet“, sagen sowohl Christian Weidensee, der im Hotel Stimbergpark eine Schnellteststelle betreibt, als auch Rot-Kreuz-Leiterin Cornelia Sassor, die mit ihren Mitarbeitern im DRK-Stadthaus an der Agnesstraße testet. Aber: Beide Betreiber rechnen damit, dass die bislang hohe Schnelltest-Frequenz bald abflachen könnte.

„Denn mit einer steigenden Impfquote wird es mittelfristig weniger Testungen geben“, ist sich Cornelia Sassor sicher. Ob Schnelltests beim Erreichen einer sogenannten Herden-Immunität möglicherweise mal komplett überflüssig werden, vermag Sassor nicht zu sagen.

Drei weitere Menschen sind verstorben
  • Am Dienstag hat das Gesundheitsamt drei weitere Tote im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gemeldet. Verstorben sind demnach zwei Frauen (65/77) und ein Mann (72), die zuvor positiv auf das Virus getestet worden waren.
  • Neuinfektionen mit dem Coronavirus wurden am Dienstag nicht verzeichnet. Insgesamt haben sich seit Pandemie-Ausbruch 1.681 Menschen aus Oer-Erkenschwick infiziert. Dafür wurden zwei weitere Gesundete gemeldet (gesamt: 1.531).
  • Die Zahl der aktuell Infizierten in Oer-Erkenschwick liegt bei 96. Die Betroffenen befinden sich in Quarantäne.
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