Landgericht Bochum

Streit um Einkaufswagen: Kundin hetzt laut Urteil „hässlich“

Vor rund einem Jahr eskalierte in einem Oer-Erkenschwicker Discounter ein Streit um die Nichtbenutzung eines Einkaufswagens. Jetzt ist eine Kundin (51) vorbestraft wegen Volksverhetzung.
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Eine 51-jährige Frau aus Oer-Erkenschwick ist am Donnerstag am Bochumer Landgericht wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 900 Euro verurteilt worden. Hintergrund war ein Wortwechsel mit einem anderen Kunden in einem Discounter an der Feuerwache – bei dem die Bürokauffrau laut Urteil eine „hässliche“ Äußerung fallenließ.

Die Oer-Erkenschwickerin hatte sich am 31. Juli 2020 darüber geärgert, dass ein anderer Discounter-Kunde anstatt einen Einkaufswagen zu benutzen, mit einem mit Lebensmitteln vollgepackten Arm durch den Laden lief. „Ich habe ihm gesagt, dass er sich anpassen und benehmen soll“, erklärte die 51-Jährige. „Ich habe aber zu keinem Zeitpunkt beleidigt.“ Der Kunde, ein Deutscher, hatte nach dem Wortwechsel allerdings erst die Filialleitung informiert und später Strafanzeige erstattet. Nach dessen Angaben hatte die Oer-Erkenschwickerin ihn nämlich mit einer üblen Hassparole hinsichtlich der Massentötungen in Gaskammern in der Nazi-Zeit überzogen („Man sollte euch wie vor 80 Jahren…).

Das Amtsgericht Recklinghausen hatte im Mai keine Veranlassung für eine Falschaussage des Belastungszeugen gesehen – und eine Geldstrafe wegen Volksverhetzung verhängt. Nach mehreren Beratungspausen auf dem Flur akzeptierte die Oer-Erkenschwickerin am Donnerstag im Berufungsprozess „notgedrungen“ doch noch ihre Strafe.

Der Abend in Oer-Erkenschwick

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