Wunsch-Aktion

Wünsche kommen per Luftballon – „Bobby“ macht Seniorin glücklich

Eigentlich ging Rüde „Bobby“ nur seinem liebsten Hobby nach: Spazierengehen mit seinem Herrchen. Dabei machte er aber einen besonderen Fund, der eine ältere Dame nun sehr glücklich macht.
"Bobby" auf einer seiner Erkundungstouren. Seine Besonderheit ist sein linkes, blaues Glücksauge. © privat

Da staunte Christian Sommer nicht schlecht, als er sah, was sein vierbeiniger Kumpel „Bobby“ beim Spaziergang durch den Wald mal wieder gefunden hatte. Inmitten eines Busches leuchtete ein pinker Luftballon. Daran ein kurz notierter Wunsch: „Eine Reise nach Island.“ „Er hat es leider nicht bis Island geschafft, aber immerhin bis Iserlohn. Beide fangen ja bekanntlich mit Is…. an“, schrieb Christian Sommer an das Matthias-Claudius-Zentrum und schickte per E-Mail auch gleich noch Fotos hinterher.

Gestartet war der Ballon nämlich in Oer-Erkenschwick, genau genommen am Matthias-Claudius-Zentrum. Anlässlich des Sommerfestes ließen Bewohner und Mitarbeiter 100 bunte Ballons in die Lüfte steigen, versehen mit Wünschen und Grüßen. „Eine wirklich schöne Aktion, bei der gerade unsere Bewohner besonders viel Spaß hatten“, erzählt die stellvertretende Einrichtungsleiterin Bärbel Preckel. Alle hätten nach der langen Coronaphase die Gemeinschaft sehr genossen. Und besonders groß war dann auch die Freude, als sich Familie Sommer im Seniorenzentrum meldete. „Das ist für uns schön zu hören, dass sich jemand dafür die Zeit nimmt. Für die Bewohner ist es natürlich besonders toll, vor allem nach der langen Covid-Zeit“, sagt Preckel.

„Bobby“ mit seinem menschlichen Kumpel Christian Sommer. © privat © privat

„Flaschenpost in der Luft“

Zurück nach Iserlohn: „Mit unseren Hunden gehen wir viel spazieren. Dabei finden wir öfter solche Ballons“, erzählt Katrin Sommer. Auf diese „Flaschenpost in der Luft“ antworten die Eheleute stets gerne. Denn damit sei es so einfach, einem anderen Menschen eine Freude zu machen. Es sei doch nur ein kurzer Moment, den man investieren müsse, um jemand anderen glücklich zu machen. Viele Menschen wären wahrscheinlich einfach daran vorbeigegangen. „Genauso haben wir uns darüber gefreut, vom Matthias-Claudius-Zentrum eine Rückmeldung bekommen zu haben“, sagt Katrin Sommer.

Dass „Bobby“ den Ballon gefunden hat, kommt nicht von ungefähr. „Er ist ein sehr schlaues Tier und scannt alles ab“, erzählt Katrin Sommer. Der Shih Tzu-Border Terrier-Mix ist gerade ein Jahr alt, die Spaziergänge vor allem mit seinem Herrchen liebt der Rüde – es ist ein echtes Männerteam. Er weiß auch mittlerweile ganz genau, wann die liebsten Spaziergehrouten mit dem Auto erreicht sind. Familie Sommer ist schon lange auf den Hund gekommen – „Bobby ist bereits unser sechster Hund, zu uns gehört auch noch die achteinhalbjährige Buffy – eine kleine Diva. Beide um uns gehabt zu haben, hat uns auch durch die Coronazeit gebracht“, erzählt Sommer.

„Bobby“ und „Buffy“. © privat © privat

Eine echte Männerfreundschaft

„Bobby“ und ihr Mann Christian seien echte Kumpels, sie haben sogar beide das Sternzeichen „Krebs“. Es war damals einfach Liebe auf den ersten Blick. Und der Rüde hat in seinen ersten Lebensmonaten schon so einiges mitgemacht. „Als er in seiner 18. Lebenswoche zu uns kam, waren wir bereits die vierten Besitzer“, erinnert sich Sommer. 300 Kilometer seien sie für „Bobby“ nach Würzburg gefahren, um ihn abzuholen. „Er sprang sofort zu uns ins Auto, und saß die gesamte Fahrt über ganz ruhig bei uns.“

Brigitte Krane aus dem Matthias-Claudius-Zentrum hatte den Wunsch „Reise nach Island“. © privat © privat

Nach der ersten Freude im Seniorenzentrum über die E-Mail der Luftballonfinder, stellte sich schnell eine drängende Frage: Wer hat den Wunsch denn nun aufgeschrieben? „Es handelt sich dabei um eine unserer Bewohnerinnen.“ Brigitte Krane hatte diesen Wunsch auf dem Zettel notiert. Die 86-Jährige wollte immer dorthin reisen und das Land kennenlernen. „Frau Krane haben wir natürlich auch die Fotos von Bobby ausgedruckt, und vom Luftballonfund erzählt. Sie hat sich sehr darüber gefreut“, erzählt Bärbel Preckel. Und Iserlohn ist bestimmt ja auch mal eine Reise wert…

Der liebevolle und charmante Shih Tzu ist eine alte Hunderasse aus Tibet, die heute vor allem als Begleithund beliebt ist. Die Geschichte des Shih Tzus reicht weit zurück, da es die Hunde bereits im 7. Jahrhundert in den Klöstern Tibets gegeben haben soll. Buddha soll der Legende nach einen Hund besessen haben, der sich in einen Löwen verwandeln konnte. Aus diesem Grund züchteten die Mönche kleine Hunde, die einem Löwen ähneln sollten und nannten sie „Shih Tzu“, was Löwe bedeutet.

Der Border Terrier stammt von der Grenze (englisch: „border“) zwischen England und Schottland. Die Zuchtziele für diese Rasse waren ursprünglich ausschließlich auf die Jagd ausgerichtet. Mit einem Border Terrier wird’s nie langweilig: Er ist immer aufgelegt zu neuen Abenteuern, lebhaft und unerschrocken. Zudem gilt er als fröhlich, verspielt und intelligent, neigt weder zu Sturheit noch zu Aggressivität.

Der Abend in Oer-Erkenschwick

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