Landgericht Dortmund

Zwei Jahre Jugendhaft für mutmaßlichen Bombenbauer (16) gefordert

Jetzt wird es ernst: Einem mutmaßlich rechtsextremen Gefährder und Bombenbauer (16) aus Oer-Erkenschwick droht eine Jugendstrafe ohne Bewährung. In Kürze soll das Urteil verkündet werden.
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Dem inzwischen 16-jährigen Schüler aus Oer-Erkenschwick, der unter anderem einen gefährlichen Sprengkörper selbstgebastelt und zudem zu einem blutigen Attentat auf eine Synagoge oder eine Moschee angestachelt haben soll, droht eine Gefängnisstrafe. Die Staatsanwaltschaft hat vor dem Dortmunder Landgericht unter anderem wegen versuchter Anstiftung zum Mord zwei Jahre Jugendhaft ohne Bewährung beantragt. Das Urteil will die 31. Jugendkammer am Dienstag (14. September) verkünden.

Angestachelt im WhatsApp-Chat

Laut Staatsanwaltschaft soll der Teenager am 3. Dezember 2019 in einem WhatsApp-Chat einen Bekannten mehrfach zu einem Messer-Attentat auf Juden oder Muslime angestachelt haben, bei dem so viele Menschen, wie es geht, getötet werden. Der Chatpartner kam der Aufforderung nicht nach. Darüber hinaus soll sich der Jugendliche insgesamt 36 Kilogramm Feuerwerkskörper der Klassen F1 und F2 sowie weitere Chemikalien verschafft und daraus zunächst mindestens einen Sprengkörper mit einem Gewicht von fast 300 Gramm gebastelt haben.

Der Prozess gegen den Oer-Erkenschwicker, der die äußeren Umstände der Vorwürfe im Prozess über seinen Verteidiger Jens Tuschhoff eingeräumt hat, läuft bereits seit April und findet ohne Öffentlichkeit statt. Der 16-Jährige war am 25. Februar 2020 festgenommen worden und hat danach bis zu seiner Haftverschonung zwei Monate in U-Haft gesessen.

Der Abend in Oer-Erkenschwick

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