Landgericht Bochum

Zweijährige missbraucht und fotografiert: Vater (40) droht Haft

Nach dem schockierenden Geständnis eines Vaters aus Oer-Erkenschwick, seine zweijährige Tochter missbraucht und fotografiert zu haben, wollen die Bochumer Richter keine Beweise mehr erheben.
Nach einem folgenschweren Brandanschlag in einem Recklinghäuser Altenheim ist ein Ex-Bewohner (52) zu drei Jahren Haft verurteilt worden. © Foto: dpa

Im Missbrauchs-Prozess gegen einen Postmitarbeiter (40) aus Oer-Erkenschwick will die 3. Jugendschutzkammer am Bochumer Landgericht voraussichtlich am kommenden Mittwoch (23.6.) das Urteil verkünden. Der Angeklagte hatte bereits zum Prozessauftakt am 27. Mai ein weitreichendes Geständnis abgelegt. Ihm droht eine empfindliche Gefängnisstrafe. Angeklagt sind drei sexuelle Übergriffe des Angeklagten auf seine anfangs zwei Jahre alte Tochter. Ein Missbrauchs-Fall wiegt rechtlich so schwer wie eine Vergewaltigung. Tatort war laut Staatsanwaltschaft die damalige Familienwohnung in Oer-Erkenschwick. Bei seiner Festnahme am 2. Dezember 2020 lebte der 40-Jährige von seiner Familie getrennt.

Missbrauchs-Bilder weiterversendet

Im Anschluss an die Übergriffe hatte der Postmitarbeiter nach eigenen Angaben zweimal zuvor mit seinem Mobiltelefon gefertigte Missbrauchs-Bilder an einen Chatpartner weiterversendet. Ein weiteres Foto war laut Anklage im Oktober 2020 auf dem Smartphone des 40-Jährigen entdeckt worden. Die Spur nach Oer-Erkenschwick hatte sich durch Ermittlungen einer nach den Skandalen in Lügde, Bergisch Gladbach und Münster neu geschaffenen Cyber-Taskforce zur Bekämpfung des Kindesmissbrauchs ergeben. Nach Aufspüren der Kinderporno-Fotos in einem Chat hatten die Ermittler über den Internetanschluss den Angeklagten ausfindig gemacht.

Der Abend in Oer-Erkenschwick

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