Steigende Zahlen in Kindergärten und Schulen

44 Kinder in Quarantäne – Kita-Leiterin sagt: „Das kam mit Ansage!“

In 13 Schulen und fünf Kindergärten gibt es Corona- und dadurch Quarantänefälle. Besonders hart trifft es den Kindergarten St. Martin. Dort sind 44 Kinder und eine Erzieherin betroffen.
In drei weiteren Dortmunder Kitas wurden Gruppen wegen des Coronavirus geschlossen. © Stephan Schütze (Archiv)

Drei Tage war der Kindergarten St. Martin geöffnet. Dann kam die „Positiv-Nachricht“: 44 Kinder sowie eine Erzieherin der katholischen Einrichtung sind in Quarantäne. Frühestens am 6. September dürfen die ersten betroffenen Kinder zurückkehren. Für Kindergarten-Leiterin Stephanie Grunau kam das mit Ansage – und zwar von NRW-Familienminister Dr. Joachim Stamp höchstpersönlich.

Seit dem 7. Juni sind die Kindergärten wieder im Regelbetrieb mit voller Stundenzahl und ihren pädagogischen Konzepten. Der Kindergarten St. Martin hat ein offenes Konzept, das bedeutet, dass die Steppkes unweigerlich über ihre Gruppe hinaus in Kontakt kommen. „Damit geht einher, dass es dann in Folge eines Infektionsfalles zu umfassenderen Schließungen kommen kann“, heißt es im offiziellen Ministerschreiben. Für die Kindergarten-Leiterin bedeutet das: „Wir wurden mit voller Absicht in diese Lage gebracht.“

Der Kindergarten St. Martin ist nicht die einzige Recklinghäuser Einrichtung mit Corona- und Quarantänefällen. Insgesamt sind fünf Kindergärten und 13 Schulen betroffen. „Es kommen täglich neue Fälle hinzu“, sagt Kreis-Pressesprecherin Lena Heimers. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes seien so sehr mit der Erfassung und Kontaktverfolgung ausgelastet, dass keine konkreten Personenzahlen genannt werden können. „In den Schulen sind in der Regel eine, auch mal zwei Klassen betroffen“, so Heimers. Da nur die Sitznachbarn der positiv Getesteten in Quarantäne müssen, sei die Zahl noch überschaubar. Auch in den Tagesstätten, die mit geschlossenen Gruppen arbeiten, gibt es deutlich weniger Betroffene als im Kindergarten St. Martin.

Land hat einige Schutzmaßnahmen gestrichen

Da fast alle Erzieherinnen dort geimpft sind, kann der Betrieb dennoch weiterlaufen. Dass allerdings 44 von 73 Kindern fehlen, bedauert die Leiterin sehr. „Sie sind die Leidtragenden“, sagt sie. Die Kindergartenleiterin und ihre Kolleginnen müssen auch viel Ärger der Eltern auffangen: „Ich kann sie verstehen, sie müssen ihren Druck ablassen. Viele bekommen Probleme mit ihrem Arbeitgeber. Aber wir sind nun mal nicht schuld.“

Denn das Land habe die Schutzmaßnahmen zurückgefahren. „Wegen der hohen Impfquote unter uns Erzieherinnen bekommen wir keine Schnelltests mehr. Dennoch testen wir uns alle regelmäßig, weil eine Impfung gerade bei der Delta-Variante keinen vollen Schutz bietet“, betont Stephanie Grunau. Das Land habe auch die Alltagshilfe gestrichen, die täglich die Einrichtung desinfizierte. Die Eltern immerhin bekämen weiterhin Lolli-Tests für ihre Kinder: „Aber ob die auch jeder zu Hause macht, wissen wir nicht.“

Info: Laut Auskunft des Kreises sind (Stand 27.8.) diese Schulen betroffen: Käthe-Kollwitz-Schule, Bernard-Overberg-Realschule, Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Max-Born-Berufskolleg, Gebrüder-Grimm-Schule, Hohenzollernschule, Ortlohschule, Kuniberg Berufskolleg, Raphaelschule, Liebfrauenschule, Wolfgang-Borchert-Gesamtschule, Dietrich-Bonhoeffer-Realschule, Grundschule Hochlarmark. Die betroffenen Kindergärten nennt der Kreis nicht.

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