Ein Mädchen sitzt mit in den Armen verborgenen Gesicht in einer Nische zwischen Schrank und Wand, rechts Dr. Sebastian Sanders, Dezernent der Stadt Recklinghausen.
393 Hinweise auf eine mögliche Gefährdung von Kindern gingen im vergangenen Jahr bei der Stadt ein. Dezernent Dr. Sebastian Sanders ist dankbar für jeden einzelnen. © Nowaczyk (Archiv) / Gutzeit
Kindeswohl

Dezernent Sanders: „Besser einmal zu viel das Jugendamt einschalten als zu wenig“

Wenn es um das Kindeswohl geht, sind die Menschen in Recklinghausen sehr sensibel. 393 Hinweise von besorgten Bürgern gingen im vergangenen Jahr beim Jugendamt ein. Jeder Fall wird geprüft.

Der Junge von nebenan klingelt mehrfach an, weil er Hunger hat. Ein kleines Mädchen läuft bei Kälte allein und bis auf eine volle Windel nackt über die Straße. Der Grundschüler trägt seit Wochen dieselbe Kleidung. In der Nachbarwohnung scheint es drunter und drüber zu gehen, täglich herrscht Schreierei. Was tun, wenn ich den Eindruck habe, dass es einem Kind schlecht geht und ich die Familie nicht direkt ansprechen kann oder will? „Das Jugendamt informieren“, sagt Sozialdezernent Dr. Sebastian Sanders. Mit Denunziantentum habe das nichts zu tun: „Wenn es um das Wohl eines Kindes geht, ist es besser, sich einmal zu viel als einmal zu wenig bei uns zu melden.“

„Wir nehmen Kinder nicht weg, sondern helfen Familien“

Jeder Hinweis auf Gefahr setzt ein Verfahren in Gang

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Die meisten Geschichten “liegen” auf der Straße. Wir Lokalredakteurinnen und -redakteure müssen sie nur sehen, aufheben und so recherchieren, dass daraus ein guter, lesenswerter Artikel wird. Darum gehe ich mit offenen Augen, gespitzten Ohren und ganzem Herzen durch die Städte, für die ich seit 1990 im Einsatz bin. Aktuell treffen Sie mich in Recklinghausen. Und wenn Sie mich dort erkennen und eine Geschichte für die Recklinghäuser Zeitung haben: Sprechen Sie mich gerne an!
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