Beratung über Bewerbung - mit Video

Knapp 1400 Unterschriften für „Kulturerbe Ruhrfestspiele“

Die Initiative „Kulturerbe Ruhrfestspiele“ wirbt seit Langem dafür, sich für die Ruhrfestspiele um das Prädikat „Immaterielles Weltkulturerbe“ zu bewerben. Stadt und DGB beraten am Freitag.
Initiative "Kulturerbe Ruhrfestspiele" übergibt 1400 Unterschriften: (v.l.) Jochen Welt, Intendant Olaf Kröck, Friedhelm Steckel, Bürgermeister Christoph Tesche, Peter Wolff, Heinz-Georg Matuszewski, Franz-Josef Hauke. © Oliver Kleine

Fast 1400 Unterschriften hat die Initiative „Kulturerbe Ruhrfestspiele“ für ihr Anliegen gesammelt, sich mit den Recklinghäuser Ruhrfestspielen für das Prädikat „Immaterielles Weltkulturerbe“ zu bewerben. Die Initiative um den Ex-Bürgermeister, -Landrat und -Bundestagsabgeordneten Jochen Welt übergab die Unterschriften am Montag im Rathaus an Bürgermeister Christoph Tesche und den Intendanten der Ruhrfestspiele, Olaf Kröck.

Solitär in der deutschen Kulturlandschaft

Die Ruhrfestspiele seien ein Solitär in der deutschen Kulturlandschaft. Sie seien einzigartig in ihrer Entstehungsgeschichte, ihrem Mythos „Solidarität – Kunst für Kohle“, macht Welt noch einmal das Anliegen der Initiative deutlich. „Sie sind gelebte Solidarität, die wie eine Fackel immer weiter getragen wird in die Zukunft. Dass diese Fackel weiter lodert, ist unser Anliegen.“

Bewerbung nur ein Mal möglich

Es müsse vor einer Bewerbung sorgsam abgewogen werden, wie groß die Erfolgsaussichten seien, erklärt Bürgermeister Christoph Tesche. „Wenn eine Bewerbung zum Kulturerbe einmal abgelehnt wurde, kann man sich nämlich nie wieder dafür bewerben.“ Am kommenden Freitag tagt die Gesellschafterversammlung der Ruhrfestspiele aus Stadt und Deutschem Gewerkschaftsbund. Dann werden dem Gremium zwei Gutachten vorgelegt. Zwei unabhängige Gutachten sind für eine Bewerbung zum Titel „Immaterielles Kulturerbe“ vorgeschrieben.

Im Fall der Ruhrfestspiele kommen diese beiden Gutachten einerseits vom Deutschen Bühnenverein und andererseits von Professor Eva-Maria Seng vom Lehrstuhl für „Materielles und Immaterielles Kulturerbe“ an der Uni Paderborn. „Ich glaube, dass wir damit gut beraten sind. Wir werden die Ergebnisse der Gutachten in enger Abstimmung mit Intendant Olaf Kröck beraten und bewerten“, sagt Christoph Tesche.

Tief verwurzelt in der Bevölkerung

„Die Tatsache, dass Recklinghäuser sich so für die Ruhrfestspiele engagieren, zeigt wie tief verwurzelt sie hier in der Bevölkerung sind. Das ist sehr schön, in so einem lebendigen Umfeld zu arbeiten“, betont Ruhrfestspiel-Intendant Olaf Kröck. Er selbst wäre übrigens nie auf die Idee mit dem Weltkulturerbe gekommen.

„Jetzt muss man genau prüfen, welche Aussicht auf Erfolg ein solches Projekt hat.“ Mit der erfolgreichen Bewerbung der „Deutschen Theater- und Orchesterlandschaft“, die in das „Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen wurde, seien die Ruhrfestspiele als Teil derselben bereits indirekt dort vertreten.

Auszeichnung könnte Sponsoren anlocken

Die Vertreter der Initiative hätten beim Sammeln der Unterschriften viel Unterstützung aus der Bevölkerung und viele positive Kommentare bekommen“, so Welt. Es hätte aber auch Fragen gegeben. Beispielsweise, ob der Titel mit zusätzlichen Kosten verbunden sei. Diese, so Welt, beschränkten sich auf den Zusatzaufwand auf das einmalige technische und inhaltliche Antragsverfahren.

Eine Auszeichnung „Immaterielles Kulturerbe“ wäre allerdings sicherlich für die Einwerbung von Sponsorengeldern hilfreich.

Mit dem Titel solle nicht, im Sinne von Denkmalschutz, etwas konserviert werden. Vielmehr würden damit künstlerische Antworten herausgefordert. Auch könne ein Antrag auf ein „Immaterielles Kulturerbe Ruhrfestspiele“ nicht als Konkurrenz für die „Deutsche Theaterlandschaft“ gesehen werden. „Der Ursprung und die Entwicklung der Ruhrfestspiele sind weit mehr als das bedeutende Theater. Sie sind durch ihren solidarischen Ursprung und die damit verbundene Entwicklung ein Solitär in der deutschen Kulturlandschaft.“

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