Kostenlose Notdurft SPD will öffentliche Toiletten für Obdachlose zugänglich machen

Redakteur
Gesperrt: die öffentlichen Toiletten an der Friedhofstraße.
Hier kommt auch kein Obdachloser mehr hinein: Die öffentlichen Toiletten an der Friedhofstraße sind dauerhaft gesperrt. © Ralf Wiethaup
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Diese Forderung schickten die Sozialdemokraten jetzt an den Bürgermeister, der Rat soll darüber in seiner Sitzung am 22. Dezember befinden. Die Initiative wurde im Wesentlichen von Fraktionsvize Michael Materna betrieben, der auf die besondere Problematik bei einem Informationsabend im Gasthaus aufmerksam gemacht wurde. „Unsereins steht morgens auf, wäscht sich, putzt sich die Zähne und geht dann aufs Klo. Obdachlose können das nicht. Deswegen sollte eine Möglichkeit geschaffen werden, dass diese ihre Notdurft verrichten können.“

Und zwar kostenlos, findet die SPD. „Es hat eben nicht jeder Obdachlose das nötige Kleingeld“, so Michael Materna weiter: „Alternativ wird daher häufig der öffentliche Raum genutzt. Dies ist sowohl für den Personenkreis selbst als auch für die Mitmenschen eine Zumutung und ein entwürdigender Zustand.“

Einheitliche Öffnungszeiten würden allen helfen

Deswegen fordert die SPD Abhilfe: Die Verwaltung solle dafür sorgen, dass obdachlose Menschen mittels eines unkomplizierten Systems, beispielsweise durch Ausgabe von Jetons, öffentliche Toilettenanlagen im Stadtgebiet nutzen können. Die vorhandenen Angebote des Tagesaufenthaltes seien gut, ein niederschwelliger

Zugang zu öffentlichen Toilettenanlagen sei besser.

Helfen würden zudem einheitliche Öffnungszeiten, sagt die SPD: Das käme nicht nur den Obdachlosen, sondern allen Bürgern zugute.