Laufbahn und Rasen kaputt

Kultur-Events hinterlassen Schäden im Stadion Hohenhorst

Seit Tagen wird kontrovers diskutiert, wie sich Kultur-Events und Sport im Stadion Hohenhorst unter einen Hut bringen lassen. Jetzt klagen die Sportler über Schäden durch die Ruhrfestspiele.
Sorgt immer noch für Gesprächsstoff: die (inzwischen wieder abgebaute) Ruhrfestspiel-Bühne im Stadion Hohenhorst. © Jan Muehldorfer

Die Fraktion der Linken unterstützt den Vorschlag des Grünen-Fraktionschefs Holger Freitag, mehr Open-Air-Kulturveranstaltungen im Stadion Hohenhorst stattfinden zu lassen. Aber Bühnenaufbauten können auch Probleme machen: Ein Gabelstapler, der im Auftrag der Ruhrfestspiele im Stadion unterwegs war, hat unübersehbare Schäden verursacht.

Eine ungewöhnliche schriftliche Anfrage zum Thema hat unterdessen die Linksfraktion auf den Weg gebracht: Sie will wissen, wie lange die Stadtverwaltung wohl für ein Konzept braucht, in dem dann stehen soll, wie das Umfeld des Stadions aufgewertet werden kann.

Die Linke schlägt vor, für Freizeitsportler und Spaziergänger am Stadion eine öffentliche WC-Anlage zu bauen. Für Hundebesitzer, die mit ihren Vierbeinern rund ums Stadion Gassi gehen, sollten Tütenspender zur Beseitigung des Hundekots aufgestellt werden. Zudem sollte die Stadt alte Sitzgelegenheiten am Stadion erneuern und einige zusätzliche Bänke aufstellen.

Auch Linke wollen Kultur im Stadion

Der Aufwand lohnt sich aus Sicht der Linken, denn es gehe um „eine der attraktivsten Sportanlagen im Ruhrgebiet“ und ein Naherholungszentrum für alle Bürger vom Jogger bis zum Spaziergänger, vom Vereinssportler bis zum Kulturliebhaber. „Die Ruhrfestspiele haben gezeigt, dass das Stadion gut geeignet ist für kulturelle Veranstaltungen. Nach unserer Auffassung sollte es zukünftig öfter für Musik- und Kulturveranstaltungen genutzt werden“, so die Linken, die das bei der Ratssitzung am Montag (28. Juni) zur Sprache bringen wollen.

Gegen häufigere Open-Air-Konzerte im Stadion Hohenhorst spricht sich aber der Leichtathletik-Club RLC aus. Ihm haben dabei die Auf- und Abbauarbeiten für Ruhrfestspiel-Events ein gewichtiges Argument geliefert. So hat nach Darstellung des RLC vor einer Woche ein Gabelstapler grobe Macken in die Tartanbahn Nummer fünf hineingefahren. Tatsächlich sind die Spuren unübersehbar: Die Bahn kann man für Wettkämpfe vorerst vergessen. Dasselbe gilt für den Fußball: Teile des Rasens sehen arg ramponiert aus.

Ruhrfestspiele bekommen vielleicht die Rechnung

Das Sportamt der Stadt weiß von dem Schaden und bemüht sich, nun schnell eine Firma zu finden, die die Bahn repariert. Dies bestätigte Bürgermeister Christoph Tesche auf Anfrage. Wann die Reparatur erfolgt und wie teuer sie werde, sei aber noch offen. Allerdings machte der Bürgermeister klar, dass die Stadt auch prüfe, sich die Kosten von den Ruhrfestspielen als Verursacher erstatten zu lassen.

Grundsätzlich vertrete er, Tesche, die Auffassung, „dass Sportstätten zunächst einmal Sportstätten sind. Aber im Einzelfall, anlassbezogen, kann dort künftig sicher wieder Kultur stattfinden.“ Ein „Mehr“ an Open-Air-Kultur im Stadion plane Tesche indes nicht. Er betont stattdessen das Miteinander von Sport und Kultur: „So wie Kultur manchmal in die Sportstätten geht, gibt es das ja auch andersherum. Etwa beim Marktplatz-Springen, wenn der Sport in den öffentlichen Raum geht. Das sollte so bleiben.“

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