Klimaschutz - mit Video

Mit dem Solar-Kraftwerk auf dem Balkon die Wette gewinnen

Dr. Michael Bilharz radelt für den Klimaschutz. Er möchte den Menschen die Augen für ihre Umwelt öffnen und sie mobilisieren. Bei seinem Halt in Recklinghausen schlägt er eine Wette vor.
Frust ablassen: David Herz, städtischer Nahmobilitätskoordinator (r.), und Michael Bilharz, der auch in Recklinghausen für besseren Klimaschutz eintritt, werben auf lustige Weise für die Wette. © Ulrike Geburek

Stopp 127: Dr.-Helene-Kuhlmann-Park. Auf seiner Werbetour für den Klimaschutz und gegen die Erderwärmung klettert Dr. Michael Bilharz von seinem langen Lastenrad, einem echten Hingucker. „Es hat aber einen großen Wendekreis“, verrät er, „und am Berg, ja, am Berg, da schlägt das Gewicht voll zu.“ Doch er ist nicht gekommen, um über sein Gefährt zu reden, sondern über seine Mission: Eine Million Bürger sparen je eine Tonne des umweltschädlichen CO₂ ein. So ist der Plan. Und die Recklinghäuser sollen mitmachen.

Tour führt nach Recklinghausen und in 199 weitere Städte

In Passau gestartet, ist Bilharz vom Verein „3 fürs Klima“ 6.000 Kilometer unterwegs, und er besucht 200 Städte. Dafür hat der Mitarbeiter des Umweltbundesamtes extra drei Monate lang unbezahlten Urlaub genommen und strampelt nun durch Deutschland. Am 1. November findet die nächste Weltklimakonferenz in Glasgow statt, dann will der 49-Jährige sein (Etappen-)Ziel erreicht haben. „Wir müssen handeln, denn uns läuft die Zeit davon“, sagt er entschieden und guckt ernst. Zum Lachen ist ihm nicht zumute, trotzdem versucht er, die Menschen auf spielerische Weise für das Thema zu begeistern. Darum hat er eine große Tonne mit dem Aufdruck CO₂ mitgebracht – und Boxhandschuhe in Rot und Gelb.

On Tour: Michael Bilharz strampelt auf seinem Lastenrad durch Deutschland und hat auch am Dr.-Helene-Kuhlmann-Park angehalten. © Ulrike Geburek © Ulrike Geburek

„Klimaschutz bereitet ja manchmal auch Frust“, weiß der schlanke Mann und überreicht David Herz, dem städtischen Nahmobilitätskoordinator und Mitarbeiter der Stabsstelle für Klima & Mobilität, ein Paar der Handschuhe. „Jetzt lassen wir mal richtig Dampf ab“, meint Bilharz. Und dann hauen die beiden kräftig drauf. Obwohl: David Herz ist gar nicht so gefrustet. „Wir hier in Recklinghausen sind bereits gut aufgestellt“, erzählt er und berichtet von der jüngsten Aktion, dem „Stadtradeln“. Aber selbstverständlich unterstützt die Verwaltung Bilharz‘ Projekt. Der schlägt – wie in all den anderen Städten auch – eine Wette vor.

Sich im Internet anmelden und solidarisch zeigen

„Ich wette, dass wir bis zur nächsten Weltklimakonferenz mindestens eine Million Menschen gewinnen, die sich solidarisch zeigen“, erklärt er. Darunter sollen auch viele Recklinghäuser sein. Die können sich im Internet bei der „Klimawette“ anmelden. Dort dürfen sie sich aussuchen, wie sie CO₂ einsparen möchten: etwa einen fleischfreien Monat einlegen, ein Balkon-Solar-Kraftwerk installieren oder sich ohne Auto auf den Weg zur Arbeit machen. Eine andere Variante: mit einer Spende ein Klimaschutz-Projekt unterstützen. Wer sich beteiligt, wird über seine Postleitzahl automatisch Recklinghausen zugeordnet. „Mal sehen, wie der Städtevergleich ausfällt“, meint der Initiator und steigt wieder aufs Lastenrad. Das nächste (Klima-)Ziel wartet schon…

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