Kontrolltag

Polizei zieht elf Radfahrer (vorerst) aus dem Verkehr

Mehr Sicherheit für Radler – dieses Ziel hat sich die Polizei auf die Fahnen geschrieben. Darum gibt es regelmäßig Aktions- und Kontrolltage. Zuletzt hatten die Beamten einiges zu bemängeln.
Alles im Blick: Elf Verwarngelder hat die Polizei im Rahmen des Kontrolltages gegenüber Radlern in Recklinghausen verhängt. © Andreas Kalthoff (Archiv)

Radfahrer sind bei Unfällen besonders gefährdet, gelten sie doch – ähnlich wie Fußgänger – als „schwache“ Verkehrsteilnehmer ohne Knautschzone. Daher ist es laut Polizei umso wichtiger, dass sich Radler an Vorschriften halten und die Drahtesel verkehrssicher sind. Um dies zu überprüfen, führen die Beamten auch in Recklinghausen Kontrolltage durch. Bei der jüngsten Aktion fielen jedoch gleich elf Radfahrer negativ auf.

„Wir haben Verwarngelder wegen technischer Mängel oder falschen Verhaltens im Straßenverkehr verhängen müssen“, berichtet Polizeisprecherin Ramona Hörst. So fielen den Kontrolleuren kaputte Bremsen und defekte Beleuchtung ebenso auf wie Radfahrer auf dem falschen Radweg oder jene mit Handy am Ohr. „Geisterradler“ wurden mit 20 Euro zur Kasse gebeten, Zweirad-Telefonierer durften gleich 55 Euro bezahlen. Auch nicht erlaubt: als Radler einfach den Zebrastreifen nutzen. „Radfahrer können das Vorrecht eines Fußgängers nur in Anspruch nehmen, wenn das Rad geschoben wird“, mahnt die Polizei.

Beamte geben Tipps für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Allerdings habe sich der Großteil der überprüften Radler korrekt verhalten, betont Ramona Hörst. „Wir haben mehr als 40 Beratungsgespräche darüber geführt, worauf man achten sollte, um sicher unterwegs zu sein.“ Gerade für Radler sei „vorausschauendes Fahren“ immens wichtig. „Um nicht von einer plötzlich geöffneten Autotür erwischt zu werden, sollte man den Blick tatsächlich immer etwas weiter nach vorn richten“, rät die Polizeisprecherin. Dann könnten Radler beispielsweise anhand der Bremslichter sehen, dass ein Autofahrer gerade eingeparkt hat und möglicherweise kurz darauf die Tür öffnen wird. „Den Autofahrern empfehlen wir immer den holländischen Griff, bei dem die rechte Hand links zur Tür geht und man gleichzeitig nach Radlern schauen kann, um Unfälle zu vermeiden“, sagt Ramona Hörst.

Zur Verantwortung von Autofahren gegenüber „schwachen Verkehrsteilnehmern“ gehören neben dem Einhalten der Geschwindigkeit auch das vorschriftsmäßige Parken. Beim Überholen von Radlern sei stets ein Mindestabstand von 1,50 Meter innerorts bzw. von zwei Metern außerhalb geschlossener Ortschaften fällig. Wer bei Nichtbeachtung von der Polizei erwischt wird, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 30 Euro rechnen. „Wenn wir die Sicherheit von Radfahrern erhöhen wollen, müssen wir auch den motorisierten Verkehr in den Blick nehmen, und das nicht nur mit Geschwindigkeitskontrollen“, sagt Polizeisprecherin Hörst. Wenngleich es nicht vorrangig darum gehe, „immer nur zu sanktionieren“, müssten alle Seiten jederzeit damit rechnen, überprüft zu werden. „Damit erhöhen wir das Entdeckungsrisiko.“

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