Gefahrensituationen durch Falschparker

Radler-Stammtisch fordert konsequente Strafen für Parksünder

Mitglieder des Radler-Stammtisches Recklinghausen haben dokumentiert, wie auf Gehwegen parkende Autos den Zweiradverkehr behindern und sogar gefährden. Der Stammtisch fordert Konsequenzen.
Auch wenn dieser Bulli vermutlich nur kurz hält: Das Fahrzeug blockiert den Radweg. © privat

Mit etlichen Trophäen kehrte der Radler-Stammtisch Recklinghausen von seinem letzten Ausflug zurück. Die Radtour hatte den Charakter einer Foto-Safari. Das „Großwild“, das die Mitglieder der vor zwei Jahren gegründeten Initiative dabei vor die Linse bekamen: auf Geh- und Fahrradwegen geparkte Fahrzeuge. Der Stammtisch fordert deshalb, dass das Ordnungsamt durchgreift.

Die Aufnahmen zeigen zugestellte Straßeneinmündungen, Lieferverkehr auf Radfahrstreifen und Fahrzeuge auf Radwegen. „Das alles prägt das Bild im Straßenverkehr unserer Stadt und führt zu einer großen Unzufriedenheit und einem Frust der betroffenen Radfahrer und Fußgänger“, sagt Stammtisch-Mitglied Peter Möller. Radfahrer würden durch rücksichtsloses Parkverhalten mitunter gezwungen, sich in den fließenden Verkehr einzuordnen, wodurch gefährliche Situationen entstehen könnten.

Mehr Personal beim Ordnungsamt soll es richten

Zugeparkte Geh- und Radwege, so die Initiative, sorgten auch dafür, dass sich weniger Menschen zu Fuß und mit dem Rad in Recklinghausen bewegen. So werde sich der Wandel zu weniger Autos in der Innenstadt nicht realisieren lassen, ist sich Holger Freitag, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat, sicher. Deshalb fordert seine Initiative eine konsequente Ahndung im Falle von zugeparkten Geh- und Radwegen – durch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Ordnungsamt.

Holger Freitag (l.), Peter Möller und Rosemarie Mattke vom Radler-Stammtisch Recklinghausen fordern, dass konsequent geahndet wird, wenn Rad- und Gehwege zugeparkt werden. © Tobias Mühlenschulte © Tobias Mühlenschulte

An Gelegenheiten mangele es nicht. „Fahren Sie mal nachmittags zur Post“, sagt Rosemarie Mattke. „Der Radweg ist dann immer zugeparkt. Und wenn man die Leute darauf anspricht, zucken sie meist nur mit der Schulter. Dort sollte sich das Ordnungsamt mal hinstellen und zupacken.“ Man wolle demnächst das Gespräch mit Axel Petersmeier, Fachbereichsleiter Bürger- und Ordnungsangelegenheiten, und Axel Fritz, Fachbereichsleiter Mobilität, Stadtgrün und Straßenbau suchen.

Im neuen Mobilitätskonzept der Stadt sollen, so eine weitere Forderung der Initiative, neben den langfristigen Zielen zum Umbau der Verkehrssituation für Radfahrer auch kurzfristige Planungsschritte zur Verbesserung des Fuß- und Radverkehrs genannt werden, die möglichst für jedes Jahr festgeschrieben werden sollen. Ferner sollen nach der Aktualisierung des Basisstraßennetzes Tempo-30-Zonen in den Quartieren ausgewiesen werden.

Weiterhin will der Stammtisch eine Platzdebatte erwirken, „die zu einer sinnvollen Umverteilung des Verkehrsraums führen soll“. Der Radverkehr habe zugenommen, die entsprechende Infrastruktur sei aber nicht mitgewachsen. Und im Innenbereich des Wallrings soll „endlich eine sichere und breite Radspur angebracht werden“. Hier nimmt die Initiative die „Wallring-Kommission“ in die Pflicht.

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