Abstimmung

Ruhrfestspielhaus auf den Spuren des Rathauses

Seit März 2020 steht fest, dass Recklinghausen über das schönste Rathaus des Landes verfügt, jetzt strebt auch das Festspielhaus eine Auszeichnung an. Und alle Bürger sollen dabei helfen.
Ein Traum zur blauen Stunde: das Ruhrfestspielhaus in voller Pracht. © Martin Lindberg

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) macht es möglich: Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Städtebauförderung hat man dort einen besonderen Wettbewerb ersonnen. Gesucht werden Projekte mit echtem WOW-Charakter (sprich: Waau, nicht Woff). Offiziell läuft die ganze Sache unter dem Titel „50 Jahre Städte-WOW-Förderung“, was ausdrücklich als lautmalerische Wortspielerei verstanden werden soll. Und unter den über 90 NRW-Städten, die sich um diesen Titel bewerben, ist auch Recklinghausen – mit dem Ruhrfestspielhaus.

Abstimmung läuft bis zum 26. April

Heimatministerin Ina Scharrenbach erklärt genauer, worum es dabei geht: „Wenn aus einer Idee eine Zeichnung auf dem Papier wird und aus einer Zeichnung Realität wird und ein neues Stadtgefühl entsteht – dann ist das die Städtebauförderung von Land, Bund und Kommunen. Zum 50. Geburtstag der Städtebauförderung in diesem Jahr haben wir die Kommunen im ganzen Land dazu aufgerufen, Bilder von Förderprojekten einzureichen. Aber wo steht das schönste Projekt? Für die Bürgerinnen und Bürger heißt es bis zum Montag, 26. Juli: Abstimmen und ihren Favoriten wählen.“

Und das lässt man sich in Recklinghausen nicht zweimal sagen. Schließlich hat man in dieser Stadt in der jüngeren Vergangenheit beste Erfahrungen mit gesellschaftlichem Teamwork gemacht: Auf diese Weise errang man hier nicht nur den Titel des schönstes Rathauses in NRW, sondern kann sich seit November 2019 auch Weltrekordhalter im Dauervorlesen nennen. Zusammenhalt und Durchhaltevermögen in der Recklinghäuser Bürgerschaft waren dafür verantwortlich.

Appell des Bürgermeisters an alle Bürgerinnen und Bürger

Und das sollte doch noch einmal aktiviert werden können, findet auch Bürgermeister Christoph Tesche: „Das Ruhrfestspielhaus ist wirklich ein WOW-Gebäude und nicht nur aus meiner Sicht das beeindruckendste Städtebauprojekt in ganz NRW. Dabei besticht es nicht nur durch seine besondere Architektur, die 2001 sogar mit dem Deutschen Architekturpreis ausgezeichnet wurde, sondern reflektiert auf einzigartige Art und Weise die Geschichte der Ruhrfestspiele. Es gibt gar keine bessere Wahl als unser Ruhrfestspielhaus.“ Und deshalb appelliert Tesche: „Stimmen Sie für uns ab!“

Das Ruhrfestspielhaus wurde zwischen 1960 und 1965 errichtet und ist seitdem ein zentraler Ort für das kulturelle Leben in Recklinghausen. 1996 bis 1998 wurde es in einer zweijährigen Umbauphase zu einem modernen Kommunikationszentrum erweitert, und das ist auch der Grund, warum es überhaupt zum Wettbewerb zugelassen ist: Hier flossen Gelder aus der Städtebauförderung.

Die ursprüngliche Strenge ist längst gewichen

Im Jahr 2001 hat das Ruhrfestspielhaus dann den vom Bürgermeister erwähnten Deutschen Architekturpreis erhalten. Zu den markantesten Merkmalen gehört ein großflächig verglaster Fassadenvorbau. Die gläserne, alle Geschosse verbindende Eingangshalle mit großem Vordach betont die visuelle Verbindung mit der Stadt und dem Festspielhügel im Stadtgarten. Die mit dem Umbau neu errichtete Fassade nahm dem Haus seine ursprüngliche Strenge, Schwere und Massivität.

Und die Vorgeschichte des Hauses dürfte ja in Recklinghausen (hoffentlich) jedem Kind bekannt sein: Kohle für Kunst, Kunst für Kohle – das ist die Entstehung der Ruhrfestspiele in Kurzform. Im Winter von 1946/47 halfen Bergleute aus Suderwich Hamburger Kunstschaffenden mit Kohle aus, die sie an der englischen Besatzungsmacht vorbeischleusten und mit der sie die Schließung des Hamburger Theaters verhinderten. Die Theaterleute wiederum revanchierten sich mit einem mehrtägigen „Dank-Gastspiel“ im folgenden Sommer.

Auch Preisgeld gibt es zu gewinnen

Die zwölf Projekte mit den meisten Stimmen werden zu einem Fotokalender für das Jahr 2022 gestaltet. Auf die drei bestplatzierten Kommunen wartet darüber hinaus jeweils ein Preisgeld von 10.000 Euro. Auf den Social-Media-Kanälen wird die Aktion im Übrigen unter dem Hashtag #NRWStädteWOW begleitet.

Hier können sie direkt abstimmen.

Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es hier.

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