Hilfe in der Not

Vier Experten lotsen durch den Sozial-Dschungel

Vor allem Geldnot führte die Menschen bisher ins Info-Center der Diakonie am Kaiserwall 17. Doch die „Lotsen“ helfen auch in allen anderen Lebenslagen. Das „K17“ hat wieder geöffnet.
Hereinspaziert: Bernd Langhorst (l.), Geschäftsfeldleiter "Wohnen" der Diakonie im Kirchenkreis, und die "Lotsen" Martina Adolph (l.), Tanja Wienke und Stefan Hewner öffnen wieder die Tür des Info-Centers "K17" des Diakonischen Werkes am Königswall 17. © Urike Geburek

Probleme mit Hartz IV? Wo beantrage ich Wohngeld? Und wie komme ich an meine Rente? Fragen über Fragen. Die „Lotsen“ wissen zwar nicht alles, aber sie wissen zumindest, wer es weiß. „Und das ist das Entscheidende“, sagt Bernd Langhorst (l.), Geschäftsfeldleiter „Wohnen“ der Diakonie im Kirchenkreis, und nickt den Fachleuten zu. Die sind gut vernetzt. Ein Anruf genügt.

Ohne Ansprechpartner verlässt niemand das „K17“. Und das ist auch bitter nötig, denn die Erfahrung zeigt: „Es ist kaum noch möglich, sich allein im Dschungel der sozialen Leistungen zurechtzufinden“, berichtet Pressesprecher Michael Wiese. Das habe nicht selten fatale Folgen. Manche hilfreiche Angebote sind gar nicht bekannt“, erzählt Langhorst, „dann entgeht den Menschen Geld, das ihnen zusteht.“

Beratung der Diakonie muss sich noch herumsprechen

Thema Pflege. Thema Migration. Thema Kinder-Betreuung. Kein Problem für die vier Fachleute, die sich den Dienst in dem großen Raum mit den hohen Glasscheiben gegenüber dem Rathaus teilen. „Wir helfen in jeder Lebenslage“, betont „Lotsin“ Martina Adolph. Sie freut sich, dass das „K17“ wieder geöffnet hat. Beratung am Telefon oder per E-Mail sei längst nicht so effektiv.

Allerdings muss sich das Angebot noch herumsprechen. Aber „Lotsin“ Tanja Wienke entdeckt durch die Scheibe immer wieder Neugierige. Dann winkt sie oder öffnet einfach die Tür und spricht die Menschen an. „Die Hemmschwelle, hier hereinzukommen, ist gering“, sagt sie. Das kann Bernd Langhorst bestätigen: „Die Leute trauen sich leichter zu uns, als zu einer Schuldnerberatung. Auch wenn es wahrscheinlich später darauf hinausläuft.“

Immer mehr Menschen haben immer mehr Fragen

Der eine sucht einen Job. Die andere weiß nicht, wie sie die Stromrechnung bezahlen soll. Der dritte hat Ärger mit der Krankenkasse. „Immer mehr Menschen haben immer mehr Fragen“, berichtet Langhorst. Das haben die Experten der Diakonie häufig in ihren verschiedenen Arbeitsbereichen erlebt. Im Herbst 2020 öffnete der Wohlfahrtsverband darum das „K17“ – und schloss es kurz darauf wieder im Lockdown. Und jetzt zeigt sich, wie sehr die Bürger – finanziell und emotional – in der Corona-Zeit gelitten haben. „Manchmal stehen wir vor einem riesigen Berg mit Problemen“, erzählt „Lotsin“ Tanja Wienke. Aber der sei nun wirklich kein Gegner.

INFO: Info-Center „K17“, Königswall 17, montags bis freitags, 10 bis 18 Uhr, samstags, 10 bis 14 Uhr, Tel. 0 23 61/9 36 64 32. Pflegeberatung: ab dem 18. Juni, freitags, 10 bis 12 Uhr; Beratung zu beruflicher Teilhabe für Menschen mit Handicaps/psychischer Erkrankung: ab dem 15. Juni, jeder dritte Dienstag im Monat, 11 bis 14 Uhr.

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