Coronavirus: Kabinett beschließt Hilfen für Kinder nach der Corona-Pandemie – Liveblog

Die Kinder in einer Kindertagesstätte machen am Vormittag eine Corona-Pooltestung (Lollitest)
Mit einem Maßnahmenkatalog will die Bundesregierung Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung der psychosozialen Belastungen durch die Corona-Pandemie unterstützen. © picture alliance/dpa
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Über die Entwicklungen der Corona-Krise in NRW berichten wir hier aktuell im Liveblog. Hier finden sie außerdem alles zu den aktuellen Corona-Zahlen in NRW und Deutschland.

  • Fallzahlen in NRW: 7.932.002 bestätigte Fälle – 53.300 aktuell Infizierte – 30.910 verstorbene Personen – Wocheninzidenz: 109,5 – Hospitalisierungsinzidenz: 6,09 (Stand: 8.2.2023)
  • Mit einem Maßnahmenkatalog will die Bundesregierung Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung der psychosozialen Belastungen durch die Corona-Pandemie unterstützen.
  • Mecklenburg-Vorpommern ist das letzte Bundesland, das ein Datum für das Ende der Isolationspflicht festlegte. Berlin und Brandenburg hatten bereits bekanntgegeben, dass es ab dem 13. Februar keine Isolationspflicht mehr geben soll.
  • Mehr als 7,2 Millionen Schutzkittel und 10 Millionen Masken sowie Visiere müssen in NRW verbrannt werden. Die Artikel gehören zur „Landesreserve Gesundheitsschutz„.
  • Laut RKI ist die Gefahr durch Corona nur noch moderat. Eine erneute Verschlechterung der Lage ist aber nicht auszuschließen.
  • Die Maskenpflicht im öffentlichen Fernverkehr ist ab dem 2.2. weggefallen. Der Wegfall der Maßnahme wurde durch das Bundesgesundheitsministerium vorgezogen.
  • Nicht alle Corona-Tests sind sicher. Wie zuverlässig ist Ihrer? Hier ist der Überblick.


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Dienstag, 8 Februar, 18.50 Uhr

Kabinett beschließt Hilfen für Kinder nach der Corona-Pandemie

Mit einem Maßnahmenkatalog will die Bundesregierung Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung der psychosozialen Belastungen durch die Corona-Pandemie unterstützen. Einen entsprechenden Bericht und Handlungsempfehlungen beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch. „Viele junge Menschen sind durch die Einschränkungen während der Pandemie bis heute enorm gestresst“, sagte Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) nach der Kabinettssitzung in Berlin.

„Wie so oft trifft es Kinder aus ärmeren Familien besonders hart: Kinder von Alleinerziehenden, aus Familien mit Migrationshintergrund, diejenigen, die in beengten Wohnverhältnissen leben oder psychisch belastete Eltern haben.“ Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sagte, nachdem Kinder unter der Pandemie und den Bekämpfungsmaßnahmen besonders gelitten hätten, schulde man ihnen, dass ihre Versorgung jetzt Priorität habe.

Dienstag, 8 Februar, 12.31 Uhr

Corona – Streit um Lohn-Entschädigung

Im Streit um Lohn-Entschädigungen in der Fleischindustrie während der Corona-Pandemie ist jetzt das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) an der Reihe. Das Gericht verhandelt im nächsten Monat gleich über zwei Klagen von Firmen, die als Subunternehmen der großen Schlachtbetriebe tätig waren, wie eine OVG-Sprecherin auf Nachfrage mitteilte. Nach der von den Behörden angeordneten Quarantäne ihrer Mitarbeiter fordern sie vom Land Entschädigungen für den ausgezahlten Lohn. Am 10. März beschäftigt sich das Gericht zuerst mit einem Berufungsfall aus der ersten Instanz vom Verwaltungsgericht Minden, bei dem der Arbeitnehmer bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück eingesetzt wurde.

Dienstag, 8 Februar, 6.09 Uhr

Umfrage: Ruf des Gesundheitswesens leidet

Corona-Pandemie und Finanzprobleme haben nach einer neuen Umfrage das Ansehen des deutschen Gesundheitswesens in Mitleidenschaft gezogen. Das schreibt die Unternehmensberatung PwC in ihrem am Mittwoch veröffentlichten „Healthcare Barometer“, einer jährlich erscheinenden repräsentativen Umfrage. Vor allem die Krankenhäuser haben demnach deutlich an Zustimmung verloren: Die Zufriedenheit mit der Versorgung im Krankenhaus ist laut PwC im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozentpunkte auf 51 Prozent gesunken. PwC befragte für die repräsentative Erhebung im Dezember 1000 Bürgerinnen und Bürger.

Dienstag, 7. Februar, 19.06 Uhr

Kabinett berät über Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche sind an diesem Mittwoch Thema im Kabinett. Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) legen einen Bericht zu psychosozialen Folgen der Pandemie auf junge Menschen vor. Konkretere Angaben gab es zunächst nicht. Die Ergebnisse stellen Paus und Lauterbach im Anschluss auf einer gemeinsamen Pressekonferenz (12.00 Uhr) vor. Bei einer Konferenz will die Familienministerin am Nachmittag (14.00 Uhr) mit Experten und Expertinnen unter anderem darüber sprechen, wie man die Situation junger Menschen verbessern kann.

Dienstag, 7. Februar, 15.49 Uhr

Auch Spanien schafft Maskenpflicht in Bussen und Bahnen ab

Als eines der letzten Länder der Europäischen Union schafft Spanien die Corona-Maskenpflicht im öffentlichen Personenverkehr ab. Von diesem Mittwoch an muss der Mund- und Nasenschutz nur noch in medizinischen Einrichtungen getragen werden – zum Beispiel in Krankenhäusern und Arztpraxen – sowie in Apotheken und Seniorenheimen. Dies entschied die Regierung am Dienstag in Madrid. Die meisten EU-Länder hatten die Maskenpflicht im Fern- und Nahverkehr bereits im vergangenen Jahr abgeschafft. Deutschland machte am Donnerstag damit bundesweit Schluss. In der EU muss nun nur noch in Griechenland in den öffentlichen Verkehrsmitteln Maske getragen werden.

Dienstag, 7. Februar, 12.31 Uhr

Corona-Isolationspflicht fällt auch in Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommern streicht die Isolationspflicht für Corona-Infizierte zum 12. Februar. Das gab Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) nach einer Sitzung des Landeskabinetts am Dienstag bekannt.

Mecklenburg-Vorpommern ist das letzte Bundesland, das ein Datum für das Ende der Isolationspflicht festlegte. Berlin und Brandenburg hatten bereits bekanntgegeben, dass es ab dem 13. Februar keine Isolationspflicht mehr geben soll. In anderen Bundesländern gilt sie teils schon länger nicht mehr, die Übrigen zogen Anfang Februar nach.

Beschäftigte im medizinischen Bereich müssen in Mecklenburg-Vorpommern auch über Mitte Februar hinaus einen negativen Test vorlegen, ehe sie nach einer Corona-Infektion wieder zur Arbeit gehen können.

Montag, 6. Februar, 14.48 Uhr

Kaum noch Corona-Maßnahmen in Europa

Die Corona-Lage in Deutschland ist entspannt. Eine bedrohliche Winterwelle ist ausgeblieben, Experten sehen vorerst auch keine am Horizont. Vielerorts gibt es keine Isolationspflicht mehr, die bundesweite Maskenpflicht in Fernzügen und -bussen endet nach fast drei Jahren.

In einigen europäischen Ländern sieht es ähnlich aus – trotzdem gibt es noch ein paar Regeln zu beachten. Die EU hat ihren Mitgliedsländern Kontrollmaßnahmen für Reisende aus China empfohlen. Weil dort die Corona-Zahlen in die Höhe schießen, verlangen einige Länder bei der Einreise einen negativen Corona-Test.

Einen Überblick gibt es hier:

Montag, 6. Februar, 7.05 Uhr

NRW muss zig Millionen Masken und van Laack-Kittel verbrennen

Das Land NRW hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums zurzeit rund 10 Millionen Schutzmasken, die verbrannt werden müssen. Außerdem erreichen dieses Jahr mehr als 7,2 Millionen Schutzkittel sowie Schutzvisiere das Verfallsdatum, sie müssten dann vermutlich ebenfalls entsorgt werden. Die Kittel stammen laut Ministerium größtenteils vom Hersteller van Laack, eine Textilfirma aus Mönchengladbach.

Das Gesundheitsministerium bestellte im Frühjahr 2020 nach Prüfung des Angebots 10 Millionen Kittel für rund 45 Millionen Euro. Über die Auftragsvergabe hatte es monatelange Diskussionen gegeben. Die 7,2 Millionen Schutzkittel mit Verfallsdatum in diesem Jahr gehören zur sogenannten „Landesreserve Gesundheitsschutz“, die für einen neuen Pandemie-Ausbruch angelegt wurde. Zu der Notreserve gehören laut Ministerium auch 4,3 Millionen medizinische Masken, rund 800.000 FFP2-Masken, 4000 KN95-Masken und 38.000 Schutzvisiere, Handschuhe und Desinfektionsmittel wurden verbraucht.

Samstag, 4. Februar, 11.04 Uhr

Auch wegen Corona: Zahl stationärer Krebsbehandlungen auf tiefstem Stand seit 20 Jahren

Während der Corona-Pandemie sind deutlich weniger Patientinnen und Patienten wegen eines Krebsleidens im Krankenhaus behandelt worden. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar berichtete, wurden 2021 knapp 1,44 Millionen Menschen wegen dieser Diagnose stationär versorgt. Damit sank die Zahl der stationären Krebsbehandlungen im zweiten Corona-Jahr „auf einen neuen Tiefstand der vergangenen 20 Jahre“, wie die Statistiker in Wiesbaden mitteilten.

„Die hohe Auslastung der Krankenhäuser durch Covid-19-Patientinnen und -Patienten, das Freihalten von Bettenkapazitäten und verschärfte Hygienekonzepte führten dazu, dass ‚planbare‘ Behandlungen verschoben wurden“, begründete das Amt den Rückgang. „Zudem vermieden vermutlich viele Menschen Krankenhausaufenthalte, wenn sie diese nicht als unbedingt notwendig erachteten.“ Allerdings ging die Zahl der Krebsbehandlungen weniger stark zurück als die der stationären Krankenhausbehandlungen insgesamt.

Samstag, 4. Februar 7.02 Uhr

RKI schätzt Corona-Risiko nur noch als moderat ein

Weniger Ansteckungen, mildere Verläufe und breite Bevölkerungsimmunität: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat das Corona-Risiko von hoch auf moderat herabgestuft. „Die derzeitige Gefährdung durch Covid-19 für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird insgesamt als moderat eingeschätzt“, heißt es im Corona-Wochenbericht des RKI vom Donnerstagabend.

Zuvor hatte es längere Zeit von hohem Risiko gesprochen. Eine Wiederhochstufung bei Verschlechterung der Lage sei aber nicht ausgeschlossen, schreibt das RKI auf seiner Webseite zur Risikobewertung. Das RKI rät auch weiterhin zum Einhalten von Empfehlungen zum Schutz vor Ansteckungen: Man solle zum Beispiel zu Hause bleiben, wenn man krank ist, in Innenräumen Maske tragen und häufig lüften. Hintergrund sind auch andere Atemwegserreger, bei denen in den kommenden Wochen mit stärkerer Verbreitung gerechnet wird.

Freitag, 3. Februar, 20 Uhr

Unbezahlte Freistellung Ungeimpfter war rechtswidrig

Das Arbeitsgericht Dresden hat die unbezahlte Freistellung der Mitarbeiterin eines Seniorenheims wegen fehlender Corona-Impfung als rechtswidrig eingestuft. „Der Beklagte war nicht berechtigt, die Klägerin von ihrer vertraglichen Leistungspflicht zu suspendieren“, heißt es in dem Urteil, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Wie eine Gerichtssprecherin am Freitag sagte, ging es im konkreten Fall um eine Köchin, die ihrem Arbeitgeber im vergangenen Frühjahr keinen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorgelegt hatte. Daraufhin war sie mit Verweis auf die einrichtungsbezogene Impfpflicht suspendiert worden. In der Folge hatte die Frau bis Jahresende keinen Lohn erhalten. Aus Sicht der Arbeitsrichter war das nicht rechtens. Sie verurteilten den Arbeitgeber dazu, der Frau das Geld nachzuzahlen. Die Rede ist von mehr als 18.000 Euro brutto abzüglich Arbeitslosengeld.

Freitag, 3. Februar, 15 Uhr

63-Jähriger soll Lauterbach bedroht haben

Ein 63-Jähriger aus Bremen steht in dringendem Tatverdacht, Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) über das Internet bedroht zu haben. Die Polizei habe die Wohnung des Mannes am Mittwoch durchsucht. Der Bremer soll vor einigen Monaten über ein soziales Netzwerk gepostet haben, dass er den Minister mit Blei zum Schweigen bringen wird, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Ein Zeuge hatte den Text im Internet entdeckt und gemeldet.

Freitag, 3. Februar, 13.02 Uhr

Brysch: Zu wenig Schutz für Pflegebedürftige in der Pandemie

Nach Ansicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz hat sich die Politik in der Corona-Pandemie nicht ausreichend um den Schutz alter, kranker und pflegebedürftiger Menschen gekümmert. „Selbst jetzt in der Rückschau überdeckt der Streit über unnötige Corona-Maßnahmen dieses Kernproblem“, kritisierte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. Die Hälfte der Corona-Toten seien Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen gewesen. „Deutschland fokussierte sich auf eine scheinbare Überlastung der Kliniken, vergaß aber, die gefährdetste Patientengruppe zu retten.“

Pflegeheimbewohner seien isoliert und von ihren Angehörigen getrennt worden und hätten nicht selten einsam sterben müssen, beklagte Brysch. „Grund dafür ist, dass bei Ketteninfektionen keine Ausweichquartiere und kein zusätzliches Personal vorgehalten werden.“ Daran habe sich immer noch nichts geändert: „Bis heute leben infizierte und nicht infizierte alte Menschen auf engstem Raum zusammen.“

Freitag, 3. Februar, 11.30 Uhr
RKI: Mehr psychische Belastungen bei Kindern in der Pandemie

Bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland haben psychische Belastungen und Symptome in der Corona-Pandemie deutlich zugenommen. „Der überwiegende Teil der bis zur zweiten Pandemiewelle durchgeführten Studien zeigte eine relevante Verschlechterung des Wohlbefindens und der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“, hält ein Autorenteam des Robert Koch-Instituts (RKI) fest.

Dafür wurden 39 Studien zum Thema ausgewertet. Im Vergleich zu Erkenntnissen über die psychischen Belastungen bei Erwachsenen hätten sich Kinder und Jugendliche in der Pandemie als vulnerabler erwiesen.

Die Belastung variierte laut der Auswertung mit den Pandemiewellen und den jeweiligen Corona-Maßnahmen. Dies zeige, dass Kinder sensibel „auf die zum Teil drastischen Veränderungen in ihrer Lebenswelt“ reagierten. Aus repräsentativen Studien sei überwiegend ein hohes Ausmaß an pandemiebezogenen Belastungen, Zunahmen psychischer Auffälligkeiten und Beeinträchtigungen der Lebensqualität berichtet worden.

Freitag, 3. Februar, 8.01 Uhr
Faktencheck: Studie zu Masken häufig falsch interpretiert
Der Nutzen eines Mund-Nasen-Schutzes gegen die Ausbreitung des Coronavirus ist seit langem Gegenstand hitziger Debatten. Fast zeitgleich mit dem Wegfall der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sorgt nun eine Überblicksstudie des renommierten Forschungsnetzwerks Cochrane für Zündstoff.

Insgesamt untersuchten sie 78 Studien zu unterschiedlichen Atemwegserkrankungen. Die Mehrzahl der Erhebungen bezieht sich auf klassische Hochsaisons für Atemwegsviren bis ins Jahr 2016, nicht auf die Corona-Pandemie. Anhand der gesichteten Studien schreiben die Verfasser, dass das Tragen von Masken in der Bevölkerung wahrscheinlich einen geringen oder gar keinen Einfluss auf das Auftreten von Erkrankungen wie Grippe und Corona hat. Allerdings grenzen sie die Aussagekraft der Ergebnisse ein.

„Die Cochrane-Studie ist wenig aussagekräftig“, erklärt Eberhard Bodenschatz, Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Ein großes Problem der Studie sei, dass sie verschiedene Atemwegserkrankungen wie etwa Corona und normale Grippe zusammenführe. „Unsere Studien haben eindeutig gezeigt, dass Masken physikalisch ein wunderbarer Schutz sind“, sagt er.

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