Unwetter und Corona

In Solingen steigen Corona-Zahlen – Flutkatastrophe als Risiko

In den Hochwassergebieten können Opfer und Helfer kaum alle Corona-Schutzmaßnahmen einhalten. Jetzt steigt in Solingen schon die Zahl der Neuinfektionen. Es gibt erste Lösungsansätze.
Nach dem Hochwasser steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Solingen deutlich an. © picture alliance/dpa

In Solingen mit deutlich steigenden Corona-Neuinfektionen wird befürchtet, dass mit der Flutkatastrophe weitere Ansteckungen einhergehen. „Im Rahmen der Rettungs- und der Aufräumarbeiten in den vergangenen Tagen konnten die Corona-Regeln nicht mehr eingehalten werden“, hieß es am Mittwoch.

Alle Anwohner und Helfer könnten sich zusätzlich von einem mobilen Team im Stadtteil Unterburg testen lassen. Nach der Unwetterkatastrophe war in mehreren Bundesländern Sorge über erhöhte Corona-Risiken geäußert worden, weil sich Menschen bei Hilfsaktionen oder in Notunterkünften anstecken könnten.

Für Solingen hatte das Robert Koch-Institut die NRW-weit höchste Sieben-Tage-Inzidenz von 45,8 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche gemeldet. Landesweit lag der Wert am Mittwoch bei 13,8.

Wiederanstieg in Zusammenhang mit EM-Feier

Der deutliche Wiederanstieg stehe sehr klar im Zusammenhang mit einer spontanen Feier, bei der rund 1000 Fußball-Fans das Finale der Fußball-Europameisterschaft feierten, hieß es. Masken und Abstand habe es nicht gegeben. Mehrere Teilnehmer hätten sich danach mit Corona-Symptomen gemeldet.

Inwieweit die Zahlen nach den Überflutungen nun womöglich weiter ansteigen, ist ungewiss. Helfer tragen keinen Mundschutz, weil schwere Aufräumarbeiten damit kaum zu leisten sind. Beim Ausräumen von Kellern und Wohnungen kommen sich die Menschen unweigerlich nahe.

Zudem könnten Evakuierungen eine Rolle spielen. In Solingen seien rund 700 Menschen in Sicherheit gebracht worden, etwa 200 Betroffene habe die Stadt in Notunterkünften und Hotels einquartiert. Die meisten hätten diese wieder verlassen.

Ab Sonntag wieder mehr Beschränkungen

Sicher ist nach Angaben der Stadt aber bereits, „dass wir ab Freitag wieder in die Inzidenzstufe 1 eingestuft werden, ab Sonntag in Stufe 2“. Bei einer stabilen Inzidenz von über 10 bis 35 – Stufe 1 – sind geringfügige Beschränkungen vorgesehen. Ab Stufe 2 (bis zu einem stabilen Wert von 50) müssen zusätzlich etwa in einigen Bereichen Negativtests vorgelegt werden.

dpa

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