Was Schalkes Stürmer Simon Terodde so auf die Palme brachte

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Hoch her ging es auf Schalke auch nach dem Abpfiff: Hier wird Augsburgs Manager Stefan Reuter offenbar von einem Feuerzeug getroffen. Links Augsburgs Torhüter Rafal Gikiewicz, der Schalkes Stürmer Simon Terodde auf die Palme gebracht hatte. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
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Schiedsrichter Daniel Schlager hatte die Partie gerade abgepfiffen, da stürmte Simon Terodde auf Rafal Gikiewicz zu und knöpfte sich den Augsburger Torhüter vor. Keine Frage: Der Schalker Stürmer war nach der 2:3-Niederlage gegen den FCA außer sich.

Offiziell wollte Terodde („Es tut weh, ein Spiel so zu verlieren“) den Grund nicht dafür nennen, warum er so in Wallung geraten war: „Was auf dem Platz passiert, bleibt auf dem Platz.“ Klar war aber auch: Das Verhalten von Gikiewicz während des Spiels hatte dem Schalker Torjäger überhaupt nicht gefallen.

Zoff mit Gikiewicz

Gikiewicz, bekanntermaßen kein Kind von Traurigkeit, soll die Schalker Fans in der Nordkurve durch Gesten provoziert haben. Richtig aufklären lassen wird sich die Sache wohl nicht mehr – denn der Augsburger Torhüter hat sich nach seinen Angaben nur vor Wurfgegenständen aus der Kurve geschützt, u. a. soll er von einem Feuerzeug getroffen worden sein.

Natürlich war bei Terodde auch eine Menge Frust im Spiel. Mit seinem Tor zum 1:2 hatte er Schalke nach dem 0:2-Rückstand neue Hoffnung gemacht, die Tom Krauß mit seinem ersten Bundesliga-Treffer zum 2:2 später bestätigte. Als Schalke am Drücker zu sein schien und nach der Gelb-Roten Karte für Augsburgs Mergim Berisha in Überzahl spielte, trafen die Gäste durch André Hahn noch zum 2:3.

Als „dumm“ bezeichnete Terodde den Umstand, dass Schalke das Spiel ausgerechnet in Überzahl noch aus der Hand gegeben hatte. „Aber es ist halt eine enge Bundesliga“, bilanzierte der Mann, der Schalke mit seinen 30 Toren überhaupt erst wieder in die Erste Liga geschossen hatte.

„Vielleicht habe ich überreagiert“

Lag Schalke mit der Punkte-Ausbeute bis zum Augsburg-Spiel noch einigermaßen im grünen Bereich, ist der Aufsteiger nun in eine Schieflage geraten: Sechs Punkte nach acht Spieltagen sind hochgerechnet definitiv zu wenig für den Klassenerhalt. Am Samstag geht es zu Bayer 04 Leverkusen – es ist rein tabellarisch gesehen ein Keller-Duell.

Am Ende eines für Schalke auch wegen der Verletzung von Sepp van den Berg bitteren Abends hatte sich auch Simon Terodde wieder ein wenig beruhigt: „Ich bin ein emotionaler Spieler. Vielleicht habe ich ein wenig überreagiert.“ Sein Rat an Gikiewicz: „Die drei Punkte nehmen und zurück nach Augsburg fahren.“