Fußball

Ausgerechnet: Warum Steffen Heine nach dem 2:1 „pure Euphorie“ spürt

Der Fluch ist gebrochen: Die Spvgg. Erkenschwick kann in der Westfalenliga doch noch siegen. Gefeierter Mann war beim 2:1 (0:1)-Sieg über SC Peckeloh Steffen Heine. Ausgerechnet!
Steffen Heine (ganz rechts) hat in der 87. Minute den 2:1-Siegtreffer erzielt und ist entsprechend der gefeierte Mann. © Olaf Krimpmann

Es gibt wohl kaum jemanden im Umfeld der Schwarz-Roten, der dem 22-Jährigen nicht das Siegtor gönnt. Heine, seit der U19 am Stimberg, verrichtet als Innenverteidiger meist unspektakulär seine Dienste, ist nicht immer Stammspieler und gilt dennoch bei der Spvgg. seit vier Jahren als treue Seele. „Ein super Typ, er stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft, auch wenn er nicht immer spielt, weil er durch seinen Schichtdienst nicht regelmäßig trainieren kann“, so Trainer David Sawatzki.

Entsprechend glücklich war Sawatzki, dass ausgerechnet Heine es war, der in der 87. Minute das Siegtor zum 2:1 köpfte. „Die zehn Sekunden nach dem Tor waren pure Euphorie“, erzählt der umjubelte Mann nach Spielschluss. „Es freut mich total, dass ich der Mannschaft helfen konnte.“

Direkt aus der Polizeiwache zum Platz

Heine war im Pokalspiel gegen Clarholz am Mittwoch in die Startelf rotiert, zusammen mit Andreas Ovelhey bildete der 22-Jährige auch am Sonntag die Innenverteidigung. Was nicht ohne Risiko war: „Er hat ja bis um halb zwei noch Dienst bei der Polizei gehabt“, erzählt Trainer Sawatzki. Als Letzter stieß Heine am Sonntag zur Mannschaft, einen Teller Nudeln hatte Heine zur Stärkung noch im Auto gegessen.

Anders als beim 4:0 im Pokal, bei dem die „Schwicker“ den Gegner dominierten, war das 2:1 über SC Peckeloh ein hartes Stück Arbeit. „Solch dreckige Siege braucht man vielleicht in unserer Situation“, meinte Heine, der nicht lamentieren wollte, sondern das Positive in den Vordergrund rückte: „Die Mannschaft war heute eine Einheit. Wir haben wenig zugelassen, und wenn wir vorne unser Dinger machen, schießen wir heute fünf, sechs Tore.“

Auf und davon: Steffen Heine nach seinem Siegtreffer. © Olaf Krimpmann © Olaf Krimpmann

Immerhin war dabei auch auf Stefan Oerterer Verlass. Zwei dicke Torchancen hatte der Rückkehrer bis zur 73. Minute ausgelassen. Doch anders als in vielen Spielen zuvor, ergab sich „Ö“ nicht in sein Schicksal und biss weiter. Ein Zuspiel von Finn Wortmann drückte Oerterer mit Wucht zum 1:1 in die Maschen (73.), beim 2:1 durch Heine trat Erkenschwicks Nummer 14 die Ecke.

Oerterer trifft und bereitet vor

Dass Oerterer in Abwesenheit des erkrankt fehlenden Jan Binias gegen Peckeloh auch die Freistöße bei den „Schwickern“ trat, sorgte zumindest bei Olaf May für Verwunderung. „Der soll vorne die Dinger machen“, so der Erkenschwicker Vereinsvorsitzende, der sich fragte, ob er gerade Zeuge eines ganz besonderen taktischen Kniffs war. „Also ich kann mich nicht erinnern, dass früher Völler und Klinsmann die Vorlagen selbst gegeben haben“, so Olaf May.

Sonntag konnte er damit gut leben: Ein Tor, ein Assist für Stefan Oerterer – das ist eine Ausbeute, die eines Torjägers würdig ist. Das weiß auch der gelernte Verteidiger Olaf May.