Fußball

Heines Treffer beendet Erkenschwicks Negativserie in der 87. Minute

Am sechsten Spieltag hat die Spvgg. Erkenschwick den Bock endlich umgestoßen: Mit einem 2:1 (0:1) über den SC Peckeloh fuhren die Schwarz-Roten den ersten Sieg in der Westfalenliga 1 ein.
Es war eine sehr kampfbetonte Partie. Hier setzt sich Marcel Klakus in Szene. © Olaf Krimpmann

Wen man auch sprach nach Spielschluss, als Vorstand, Fans, Spieler bestens gelaunt um den Bierwagen an der Jule-Ludorf-Sportanlage standen, sie nutzten dasselbe Vokabular: Von einem Arbeitssieg war die Rede, von einem „dreckigen“ Sieg gar. Dass der aufgrund des großen Chancenplus allemal verdient war, war nicht die Frage. Nur: Nicht wenige hatten die Hoffnung bereits aufgegeben, zu viel war in den vergangenen Wochen in der Liga gegen die „Schwicker“ gelaufen.

In der 87. Minute erlöste Steffen Heine die schwarz-rote Fangemeinde mit einem wuchtigen Kopfball zum 2:1. Bis dahin hatten viele (wenn nicht sogar alle) kaum noch mit dem Siegtreffer gerechnet, denn die Partie gegen den SC Peckeloh war eine für die Spvgg. typische in dieser Saison.

Wieder geraten die Schwarz-Roten früh in Rückstand

Nach vier Minuten geriet die zum Pokalspiel gegen Clarholz am Mittwoch unveränderte Mannschaft von Trainer David Sawatzki in Rückstand, Alexander Bulanov traf unter tätiger Mithilfe der Platzherren, die einen Ball in den eigenen Strafraum nicht entschlossen genug klärten. Was folgte, war ein permanentes Anrennen der Platzherren, nicht immer schön anzusehen, nicht immer planvoll. Das Bemühen, es endlich besser zu machen als in den fünf vorangegangenen Liga-spielen, war deutlich zu erkennen, aber fürs Bemühen gibt es vielleicht ein Fleißkärtchen, aber noch keine Punkte.

Zwei Kopfbälle von Andreas Ovelhey (9.) und Stefan Oerterer (22.), beides Beute für Peckeloh-Keeper Tom Weber, waren die besten Chancen, auf der Gegenseite fischte Sören Stauder einen Distanzschuss von Erik Mannek aus dem Winkel (17.).

Was die Schwarz-Roten gut machten: Sie hielten nach dem Wiederanpfiff den Druck nicht nur aufrecht, sondern erhöhten diesen sogar. Trainer David Sawatzki hatte erkannt: „Das Spiel von Peckeloh kostet Kraft.“ Sein Schachzug, nach 52 Minuten Finn Wortmann zu bringen, war daher goldrichtig. Der Flügelflitzer beschäftigte Peckelohs Reihen ein ums andere Mal, nur ein Verwerter der Flankenbälle fehlte. Christian Warnat verzog knapp (53.), wie Stefan Oerterer im Fallen aus elf Metern (61.).

Wortmann sorgt für viel Wirbel auf der Außenbahn

Nach 73 Minuten endlich die Wende: Wortmann flankte flach und scharf von der rechten Seite und fand im Fünfmeterraum Stefan Oerterer als Abnehmer, der in bester Mittelstürmermanier einnetzte – 1:1. Die Platzherren gaben sich nicht zufrieden, blieben am Drücker, mussten bei den sporadischen Vorstößen der Gäste auf der Hut bleiben.

Einen solchen vereitelte die Erkenschwicker Hintermannschaft in der 80. Minute, was bei Peckelohs Tom Bauer Wirkung zeigte. Von hinten grätschte der Offensivmann rustikal Arian Schuwirth um, die Rote Karte war die logische Folge. „Auch gegen Elf hätten wir gewonnen“, war am Ende David Sawatzki sicher.

Ein Sieg, der allen guttut

Diese Meinung hatte der Erkenschwicker Coach relativ exklusiv, denn irgendwie schien es, als würde das Anrennen nicht belohnt zu werden. Peckeloh verteidigte mit Mann und Maus und hatte das Ziel bereits vor Augen, ehe in der 87. Minute Stefan Oerterer noch einmal eine Ecke trat. Hakan Gökdemir verlängerte den Ball auf den zweiten Pfosten, wo der aufgerückte Steffen Heine stand. Der Innenverteidiger hämmerte das Rund entschlossen in die Maschen, man hätte fast meinen können: Die angestaute Wut der vergangenen Wochen war in diesem einen Ball komprimiert. Es war der Siegtreffer und damit das gute Ende eines harten Arbeitstages am Stimberg.

„Dass das 2:1 so kurz vor Ende fällt, ist natürlich Wahnsinn – aber es tut allen gut“, so Trainer David Sawatzki, während nicht nur der Vorsitzende Olaf May sich fragt: „Vielleicht war genau solch ein Sieg mal gut.“

Spvgg. Erkenschwick: Stauder – Keysberg, Heine, Ovelhey, Warnat (60. Kaya) – Gökdemir, Klakus (29. Sarikiz), Schuwirth, Isensee (90. + 2 Kasak), Rottmann (52. Wortmann), – Oerterer

Zuschauer: 139

Schiedsrichter: Backhaus (Bochum)

Tore: 0:1 Bulanov (4.), 1:1 Oerterer (73.), 2:1 Heine (87.)

Bes. Vork.: 80. Minute Rote Karte für Bauer (Peckeloh) wegen groben Foulspiels.