Comeback bei der Spvgg.

Nach zweieinhalb Jahren Pause will es Dirk Junge noch mal versuchen

Dirk Junge will noch einmal angreifen. Zwei Jahre nach einer komplizierten Hüft-OP steht der 32-Jährige wieder auf dem Platz - in der Kreisliga B für die Spvgg. Erkenschwick II.
Dirk Junge hat eine lange Fußballpause eingelegt. Jetzt will der Mittelfeldspieler bei der Spvgg. Erkenschwick wieder angreifen. © Olaf Nehls

Für den Oer-Erkenschwicker ist das Comeback auch eine Rückkehr zu den eigenen fußballerischen Wurzeln. Mit vier Jahren hatte Dirk Junge schließlich bei den Minis der Schwarz-Roten zum ersten Mal gegen den Ball getreten. Dass Junge Talent hat, blieb auch dem FC Schalke nicht verborgen. Bei einem Turnier in Iserlohn wurde er gescoutet, kickte danach für die E-Junioren der Königsblauen, kehrte aber nach zwei Jahren zur Spvgg. zurück. Nach dem ersten Jahr in der B-Jugend verlor er jedoch die Lust aufs Fußballspielen. „In der Zeit hatte ich leider andere Interessen und hab dann eine Pause eingelegt“, erzählt Dirk Junge, mittlerweile selbst Vater. Sein Sohn Elias (6) spielt in der Jugend von Grün-Weiß Erkenschwick.

Als Seniorenspieler zunächst für GW Erkenschwick

Dort, am Nußbaumweg, hatte auch Dirk Junge seine ersten Spiele als Seniorenfußballer gemacht, erst in der zweiten Mannschaft, später unter Trainer Thomas Synowczik als Spieler des A-Kreisliga-Teams. Nach einer richtig guten Saison bei GWE wollte er als Fußballer dann den nächsten Schritt machen, wechselte zurück zur Spvgg., wo er zum Kader der zweiten Mannschaft gehörte. Cheftrainer Magnus Niemöller ließ ihn aber als Perspektivspieler die Vorbereitung in der Ersten mitmachen. „Beim Cranger-Kirmes-Cup hatte ich auch den einen oder anderen Einsatz dort“, erinnert sich Dirk Junge. Die Zeit bei den Schwarz-Roten war eine sehr erfolgreiche. Mit der zweiten Mannschaft schaffte er unter Trainer Holger Gehrmann und dessen Nachfolger Oliver Gallert den Aufstieg in die Bezirksliga. Unvergessen bleibt ihm der letzte Spieltag.

Das 4:3 beim TuS 05 Sinsen II bleibt unvergessen

„Wir mussten bei TuS Sinsen II eigentlich nur einen Punkt holen, lagen aber bis kurz vor Schluss mit 2:3 zurück“, erzählt Dirk Junge. Trainer Gallert wechselte mit Dominic Petek in der Schlussphase den Matchwinner ein. „Unglaublich war das. Petek traf erst zum 3:3 und danach auch noch zum 4:3“, erzählt Dirk Junge, der im Anschluss noch zwei Jahre in der Bezirksliga für die Schwarz-Roten spielte. Als die „Zweite“ dann abgemeldet wurde, wechselte er 2018 zur SG Suderwich, wo er in der Bezirksliga 21 Spiele (3 Tore) bestritt. Danach wollte er eigentlich für die Sportfreunde Stuckenbusch auflaufen, war dort auch angemeldet. Doch heftige Schmerzen in der Hüfte, die auch ins Bein ausstrahlten, machten ihm einen Strich durch die Rechnung.

Erste Hüft-Operation am 30. Geburtstag

Die genaue Diagnose („Ich hatte unzählige Meinungen von verschiedenen Ärzten“) war offenbar nicht so leicht. Schließlich wurde bei Junge eine Hüftdysplasie, also eine angeborene Fehlstellung der Hüftgelenkpfanne, festgestellt. Am 6. September 2019, also exakt an seinem 30. Geburtstag, wurde er operiert. Ein Jahr später musste er noch einmal unters Messer. „Da wurde die Platte entfernt, die ich ein Jahr im Körper hatte“, sagt Dirk Junge. Es folgten verschiedene Reha-Maßnahmen, vor allem die Muskeln mussten wieder neu aufgebaut werden. Heute ist er beschwerdefrei. „Und ich hab‘ wieder Bock auf Fußball“, versichert er.

Als Dirk Junge vor ein paar Wochen dann bei Michael Bröhl, dem zweiten Vorsitzenden der Spvgg., anrief und nachfragte, ob er wieder für die zweite Mannschaft auflaufen könne, da ging alles ganz schnell. Dirk Junge ist schon spielberechtigt und brennt auf sein Comeback. Das wird er am kommenden Sonntag, wenn die Truppe von Trainer Stefan Besemann beim TuS Henrichenburg spielt, noch nicht feiern können. „Ich hoffe, dass ich eine Woche später in Bossendorf aber dabei bin“, sagt Junge, für den sich damit ein Kreis schließen würde.