Tennis

Gibt es einen „Zverev-Effekt? – so ist die Lage in Recklinghausen

Als der Begriff „J-Team“ beim Tennisverein (TV) Süd kreiert wurde, war von einem Olympiasieg von Alexander Zverev noch gar nicht die Rede. Doch auch dieser Erfolg tut der Basis nur gut.
Sorgt auch er für einen weiteren Boom im Nachwuchsbereich? Alexander Zverev holte Olympia-Gold, davon könnten die Vereine profitieren. © dpa

Marvin Lübek ist einer von vielen Klubfunktionären, die mit Freude den Triumph von Tokio verfolgten. Alexander Zverev holt Gold im Einzel, rückt den Tennissport wieder mehr in den öffentlichen Fokus. Ob es, wie einst nach Wimbledon 1985, zu einem „Becker-Boom“ bei der Nachwuchsarbeit in den Vereinen reicht, muss sich zeigen. In Recklinghausen zeigt man sich aber optimistisch.

Lübek fungiert als Jugendleiter beim TV Süd – oder besser gesagt steht er an der Spitze des sogenannten „J-Teams“, das sich erst jüngst formierte. Da hatte Alexander Zverev noch kein Gold geholt, aber ein Hauch von Goldgräber-, oder sagen wir zumindest Aufbruchstimmung, war auch an der Anlage am Südpark spürbar.

„Der Trend könnte weiter anhalten“

„Ich glaube, der Trend könnte weiter anhalten und ein gewisser Zverev-Effekt könnte eintreten“, sagt Lübek. Das neue „J-Team“ mit ihm und seinen Mitstreitern Finn und Merle Zadrozny sowie Fabienne Silski hat sich zum Ziel gesetzt – Olympia-Gold hin oder her – die Jugendarbeit zu forcieren. „Da muss es nicht nur um Tennis gehen. Gemeinsame Fahrten in den Movie-Park oder Übernachtungsaktionen können auch die Jugendarbeit beleben. Da wollen wir ansetzen.“

Halle in Suderwich ist saniert

Ähnliche Ziele verfolgt der Suderwicher TC (STC) – und sah analog zu den Nachbarn in Süd schon vor dem Zverev-Coup viele Chancen, die Jugendarbeit zu forcieren. Hanna Lohse und Karin Gaudigs zeichnen dafür verantwortlich. „Auch bei uns tut sich etwas, wir verzeichnen steigendes Interesse bei Kindern und Jugendlichen“, bilanziert STC-Klubsprecher Reinhard Szonn. Dass jüngst die Tennishalle am Freibad für mehr als eine halbe Mio. Euro saniert wurde – gestemmt mit Hilfe von Fördergeldern des Landes – dürfte den „Wohlfühl-Effekt“ ebenfalls steigern. „Und ein Sieg wie jetzt von Zverev könnte ebenfalls dazu beitragen“, hofft Szonn.

Leistungsgedanke ist nicht immer entscheidend

Andrea Gammelin kann das nur bestätigen. „Aber auch unabhängig von diesem Olympiasieg können wir schon jetzt mit der Entwicklung im Jugendbereich zufrieden sein“, sagt die Jugendwartin bei der Recklinghäuser Tennis Gesellschaft (RTG) und freut sich, dass auch viele ganz junge Spielerinnen und Spieler den Weg zur Anlage am Stadtgarten gefunden haben. So wurde für die laufende Saison ein U8-Team gemeldet, aber auch in den älteren Jahrgängen sind die Mannschaften gut besetzt. Beispiel männliche U18: Diese spielt aktuell in der Ruhr-Lippe-Liga.

Der Leistungsgedanke generell sei aber nicht der entscheidende Faktor, betont Andrea Gammelin. „Hauptsache, die Kinder und Jugendlichen haben Spaß.“

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