Olympia

Deutscher Rad-Direktor sorgt für Rassismus-Skandal und muss abreisen

Rad-Direktor Patrick Moster wollte seinen Fahrer beim Olympischen Zeitfahren motivieren. Dafür beleidigte er Sportler aus Algerien und Eritrea rassistisch. Nun gibt es Konsequenzen für ihn.
Rad-Direktor Patrick Moster hat Fahrer aus Algerien und Eritrea rassistisch beleidigt. © picture alliance/Archivbild

Corona-Chaos, keine Medaille und ein Rassismus-Eklat als absoluter Tiefpunkt: Die olympischen Rennen waren für die deutschen Straßenradsportler letztlich schlicht zum Vergessen. Abgesehen von der sportlichen Bilanz, in der wie schon vor fünf Jahren in Rio de Janeiro kein Edelmetall steht, sorgte Sportdirektor Patrick Moster im letzten Rennen auf der Highspeed-Rennstrecke am Mount Fuji auch noch für eine verbale Entgleisung.

Moster sorgt für Rassismus-Eklat

„Ich stand in der Verpflegung und habe Nikias Arndt angefeuert. Im Eifer des Gefechts und mit der Gesamtbelastung, die wir momentan hier haben, habe ich mich in der Wortwahl vergriffen. Es tut mir unendlich leid, ich kann nur aufrichtig um Entschuldigung bitten. Ich wollte niemanden diskreditieren“, sagte Moster der Deutschen Presse-Agentur.

Er habe Nikias Arndt anfeuern wollen, den vor dem Kölner fahrenden Algerier einzuholen. Dabei ließ er sich zu einem rassistischen Aussetzer verleiten. „Wir haben selbst viele Bekannte mit nordafrikanischen Wurzeln, wie gesagt, es tut mir leid“, betonte der 54-Jährige. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) zog umgehend daraus Konsequenzen an. Jetzt muss der 54-Jährige sofort die Heimreise aus Tokio antreten.

„Es ist wichtig, dass sich Patrick Moster unmittelbar nach dem Wettkampf entschuldigt hat. Wir werden noch heute das persönliche Gespräch mit ihm suchen und die Situation aufarbeiten“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Eigentlich soll Moster bei den am Montag beginnenden Bahnwettbewerben in Izu westlich von Tokio vor Ort sein.

dpa

urn:newsml:dpa.com:20090101:210728-99-573680/5

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