Sondierungsgespräche

Habeck und Baerbock mit deutlicher Ansage: Grüne wollen mit SPD und FDP über Ampel reden

Die Grünen hatten in den letzten Tagen Gespräche mit SPD, FDP und der Union geführt. Nun ist die Partei zu dem Schluss gekommen, in ein Dreiergespräch mit SPD und FDP eintreten zu wollen.
Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, und Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, wollen mit der SPD und der FDP sondieren. © Kay Nietfeld/dpa

Nach dem Ende der ersten Sondierungsrunde haben die Co-Vorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, Annalena Baerbock und Robert Habeck, am Mittwoch eine erste Zwischenbilanz der Gespräche zur Regierungsbildung gezogen.

Annalena Baerbock sagte zu den Sondierungen: „Wir haben mit allen Parteien immer respektvoll, sachlich, konstruktiv und vertrauensvoll gesprochen.“ Dennoch seien die Grünen zu dem Schluss gekommen, „jetzt vertieft mit FDP und SPD weiterzusprechen.“ Man schlage der FDP vor, „in ein solches Dreiergespräch zu gehen.“

Habeck: „Union hat sich wirklich bemüht“

Robert Habeck teilte mit, dass die Gespräche der letzten Woche gezeigt hätten, dass in einem Ampelbündnis mit SPD und FDP die größten Schnittmengen vorhanden seien. Dennoch: „Die Union hat sich wirklich bemüht.“ Die Zwischenentscheidung der Grünen sei „noch keine Komplettabsage an Jamaika“, sagte Habeck, denn die Union sei sortiert auf die Grünen zugekommen.

Am Dienstag hatten sich Delegationen von Union und Grünen zu Sondierungen für eine mögliche Jamaika-Koalition mit der FDP getroffen. Die Union gab sich danach offen für weitere Gespräche, die Grünen-Co-Vorsitzenden zögerten.

In der anschließenden Pressekonferenz am frühen Dienstagnachmittag auf dem Berliner Euref-Campus gaben sich Baerbock und Habeck verhalten. „Wir haben konstruktiv und sachlich miteinander gesprochen“, sagte Annalena Baerbock. Das Gespräch sei von Ernsthaftigkeit geprägt gewesen. Es sei aber deutlich geworden, dass man „in gesellschaftspolitischen Bereichen“ weit auseinanderstehe.

Auch Co-Vorsitzender Robert Habeck äußerte sich am Dienstag zurückhaltend. „Das Gespräch heute war von der Ausgangslage geprägt, dass die SPD vor der Union liegt“, sagte der Grünen-Politiker. „Die möglichen Schnittmengen sind ausgelotet worden. Es gab aber auch Trennendes“, fügte er hinzu. Man werde die Gespräche nun insgesamt auswerten – auch gemeinsam mit der FDP.

CDU-Chef Laschet und sein CSU-Pendant Markus Söder hatten sich deutlich offener für weitere Gespräche präsentiert. „Wir glauben, dass ein solches Bündnis eine Breite in der Gesellschaft hätte, die es möglich macht, das Land in den nächsten Jahren zu modernisieren“, sagte Laschet. Söder nannte die Sondierungen mit den Grünen „sehr konstruktiv, aber auch sehr ehrlich“.

RND

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