Burger King verliert Vegan-Label – 5 Filialen nach Wallraff-Recherche geschlossen

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Pommes, ein Getränk und ein Burger liegen mit Burger-King-Logos auf einem Tablett.
Burger King wurde nach einer RTL-Recherche das Vegan-Label entzogen. © picture alliance / Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
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Nachdem die Fast-Food-Kette Burger King nach einer Recherche der RTL-Sendung „Team Wallraff“ fünf Filialen, darunter zwei in NRW, vorübergehend geschlossen hat, muss das Unternehmen einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Der Lizenzgeber „V-Label“ hat seine Lizenzierung für fünf vegane Produkte von Burger King Deutschland zurückgezogen. Seit Oktober 2021 waren diese fünf Produkte als „vegan“ lizenziert.

  • Plant-based Long Chicken
  • Plant-based Long Curry Chicken
  • Plant-based Nuggets
  • Plant-based Chili Cheese Nuggets
  • Plant-based Nugget Burger

Damit wollte Burger King eigentlich Vorreiter bei vegetarischen Fleischersatzprodukten werden. Seit Ende Juli hatte die Burger-Kette für fast alle Rindfleischburger und nahezu alle anderen Fleischgerichte ein vegetarisches Pendant im Angebot. Nach Worten des Marketing-Managers hatte die Burger King damit auch als erstes deutsches Gastronomieunternehmen die Lizenzierung des europäischen V-Label erhalten. Doch damit ist jetzt vorerst Schluss.

V-Label reagiert auf RTL-Recherche mit Lizenz-Entzug

Weil das V-Label nach der RTL-Recherche Zweifel an der Einhaltung der im Lizenzvertrag vereinbarten Anforderungen hat, wurde Burger King das Vegan-Label sofort entzogen. In einer Pressemitteilung schreibt das Unternehmen, dass erst wenn Burger King „glaubhaft und nachweislich“ sicherstellen kann, dass es die Lizenzanforderungen einhalten kann, dürfe es das Label wieder benutzen. Solange ist Burger King auch dazu aufgefordert, Werbungen mit dem „V-Label“-Emblem zu entfernen.

Massive Mängel bei Hygiene und Verwechslung der Produkte

Zuvor waren dem Unternehmen in der Sendung „Team Wallraff“ unter anderem gravierende Mängel bei Hygiene, Lebensmittelsicherheit und Arbeitsbedingungen vorgeworfen worden. So sollen etwa in einer Filiale in Köln Mäuse in der Küche gewesen sein und sogar in der Eismaschine gefunden worden sein. Basis dafür waren unter anderem Undercover-Recherchen mit versteckter Kamera und Interviews mit ehemaligen Mitarbeitern.

Eine Undercover-Reporterin in einer Filiale in München berichtete außerdem, dass die veganen und vegetarischen Produkte oft verwechselt würden: So kämen die veganen Burger immer wieder mit fleischhaltigen in Kontakt würden teils in denselben Wärmebehälter und Fritteusen zubereitet. Burger King dementiert das und schreibt in einem FAQ, dass für die Plant-based-Produkte ausschließlich separate Fritteusen verwendet werden.

Nach dem Motto „King ist, wer an sich arbeitet“ reagierte das Unternehmen auf die RTL-Enthüllungen in einer Pressemitteilung. Man nehme die erhobenen Vorwürfe „sehr ernst“ und werde die in der Sendung gezeigten Filialen genau überprüfen. Auf den Entzug der V-Label-Lizenzierung reagierte das Unternehmen wie folgt: „Zusammen mit unseren Partner*innen werden wir die Zubereitungsprozesse optimieren und Mitarbeiterschulungen rund um das vegane und vegetarische Angebot intensivieren.“