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Schöne Ideen für eine Herbst-Deko mit Kürbissen

Freundlich oder grimmig: Rund um Halloween grinsen uns überall Kürbisfratzen an. Auch darüber hinaus sind die kugeligen Früchte echte Hingucker. So gelingt eine farbenfrohe Herbst-Deko.
Schnitzen und Ritzen: Hokkaido kann man vielseitig verzieren. © Andrea Warnecke/dpa-tmn

Kürbisse gibt es in vielen Farben und Formen: oval oder kugelig, glatte oder wellige Schale, mit dünnem oder dicken Stiel. „Da gibt es über hundert verschiedene Sorten“, sagt die gelernte Florist-Meisterin Ute Ligges.

Gerade bei tristem Herbstwetter können Kürbisse für eine Aufmunterung sorgen. Das funktioniert im Zimmer genauso wie draußen auf Balkon oder Terrasse sowie vor dem Hauseingang.

Besonders beliebt bei Kindern: Kürbisse als schaurige Köpfe an Halloween verwenden. Auch wenn die Exemplare zum Teil furchterregend dreinblicken: Ihre leuchtend orangenen Gesichter machen irgendwie immer gute Laune. Grund genug, sich gemeinsam mit den Kindern ans Werk zu machen und eine hübsche Fratze in den Kürbis zu schnitzen.

Welche Kürbissorten eignet sich zum Schnitzen?

Am besten eignen sich die großen orangenen Kürbisse, die Sie im Handel oft direkt unter dem Namen Halloween-Kürbis bekommen. Sie sind von Form und Farbe ideal für die Fratzengesichter geeignet und haben eine feste und gut haltbare Schale.

„Die haben auch andere Namen, zum Beispiel ‚Racer‘ oder ‚Aspen‘“, erklärt Ute Ligges, die im nordrheinwestfälischen Kamen einen Kürbishof betreibt. „Inzwischen gibt es sie in den unterschiedlichsten Größen, von Mini bis zwanzig oder dreißig Kilo schwer.“ Der Klassiker wiegt meistens zwischen fünf und zehn Kilo.

Was brauchen Sie zum Schnitzen?

Bevor Sie mit den Details beginnen, müssen sie den Kürbis vorbereiten. 3 Tipps, wie Sie dabei am besten vorgehen:

1. Deckel oder Boden entfernen

Beim klassischen Kürbiskopf schneiden Sie zunächst oben den Deckel ab. Der Nachteil: Der Deckel schrumpft mit der Zeit ein – und fällt manchmal in den Kürbis, gibt Ute Ligges zu bedenken.

Tipp: Sichern Sie den Deckel mit Zahnstochern oder entscheiden Sie sich für eine andere Variante – Sie können auch unten den Boden aus dem Kürbis schneiden.

Vorteil der Bodenvariante: Sie können den Kürbis ohne Boden später direkt über die Kerze stellen, die ihn von innen heraus erleuchtet.

Wichtig dabei: Oben am Stiel sollten Sie ein paar kleine Luftlöcher reinbohren, damit die Hitze entweichen kann.

Anregung: Fortgeschrittene wagen sich vielleicht an den Nasenkürbis. Dabei legen Sie den Kürbis auf die Seite – der Stiel dient dann als Nase.

2. Kürbis aushöhlen

Wenn Sie eine große Öffnung – egal, ob oben oder unten – herausgeschnitten haben, können Sie den Kürbis mit einem großen Löffel mit möglichst scharfer Kante aushöhlen.

Nehmen Sie dabei so viel Fruchtfleisch wie möglich raus. „Je glatter das Innenleben ist, umso weniger anfällig ist es für Bakterien“, erklärt die Kürbisbuch-Autorin.

Tipp: Das Fruchtfleisch selbst ist zu schade zum Wegwerfen. Auch im Sinne der Nachhaltigkeit können Sie daraus gut eine Kürbissuppe kochen.

3. Motiv vorzeichnen

Wer nicht einfach drauflosschnitzen möchte, zeichnet auf ein Blatt Papier seine Wunschfratze. Die Schablone können Sie auflegen und mit einem spitzen Stift die Konturen auf den Kürbis übertragen.

Wie und womit schnitzen Sie das Gesicht?

Zum Schnitzen eignet sich am besten eine kleine Säge. Im Handel werden oft spezielle Kürbis-Schnitzsets angeboten. „Beim Messer ist der Nachteil: Man kann nicht so akkurat arbeiten“, sagt Ligges. „Da kann man nie so gut einschätzen, wo man aufhört.“

Tipp: Wenn Ihre Fratze weiße Zähne oder Augenpupillen haben soll, können Sie dort nur die Oberfläche wegkratzen. Gut ein Zentimeter Fruchtfleisch mit Schale sollte dann stehenbleiben.

Die Sorge von Eltern, ihre Kinder selbst schnitzen zu lassen, ist nach Ligges‘ Erfahrung meist unbegründet: „Die Kinder können alles machen.“ Oft hätten Kinder die originellsten Ideen.

In den Kursen, die auf ihrem Hof angeboten werden, schnitzen Kinder ab sechs Jahren ihre Kürbisse allein. Zwischen vier und sechs Jahren müsse man allerdings schauen, wie es um die Motorik bestellt sei.

Wie lange hält so ein geschnitzter Kürbiskopf?

„Eine Woche plusminus„, lautet die Prognose der Kürbishof-Chefin. „Wenn natürlich die Außentemperatur zwanzig Grad ist, hält er nicht so lange. Bei fünf bis zehn Grad hält er vielleicht sogar zwei Wochen“, erklärt Ligges.

Von Tricks – wie innen einwachsen oder mit Haarspray besprühen – hält die Halloween-Fratze in der Regel nicht wirklich länger, so ihre Erfahrung.

Das A und O sei vielmehr, dass Sie den Kürbis innen möglichst glatt aushöhlen und keine Reste von Fruchtfleisch an den Wänden hängen.

Eine weitere Voraussetzung, damit der Kürbiskopf lange hält: Er steht in der Regel draußen und hat immer eine Kerze in sich brennen – möglichst dauerhaft übrigens, um den Kürbis auszutrocknen. „Das macht ihn haltbarer„, erklärt Ligges. Dafür eignen sich Grablichter – sie bieten auch mehr Sicherheit.

Wie können Sie Terrasse und Balkon herbstlich schmücken?

Auch wenn es keine Kürbisfratze sein soll – gibt es unzählige Ideen, wie Sie Garten, Terrasse und Balkon mit Kürbissen verzieren können.

Drei Anregungen für ihre Herbstdekoration von Ute Ligges:

  • Bunte Anordnung: Mehrere verschieden geformte und farbenfrohe Kürbisse dekorativ zusammenstellen – zum Beispiel auf ein Bänkchen, in einen Korb oder zwischen herbstlich bepflanzte Kübeln legen.

Vorteil im Freien: Durch die niedrigeren Temperaturen ist die Dekoration immer länger haltbar als in der Wohnung. Wichtig ist nur, dass Sie die Kürbisse vor Feuchtigkeit schützen.

Als ganze Früchte, die nicht geschnitzt wurden, halten sie sich im Freien problemlos bis zum ersten Frost.

  • Fliegender Kürbis: In eine hängende Metallschale – am besten mit einer festen Glashalterung für Kerzen – ein paar Zierkürbisse legen. Dazu kommen Triebe von Erika und der Stacheldrahtpflanze, außerdem Efeuranken und Hagebuttenzweige. „Diese Pflanzen haben auch leicht eingetrocknet noch einen Zierwert“, so Ute Ligges.
  • Terrakotta trifft Kürbis: Auf einer Holzbank oder -bohle können Sie Kürbisse draußen im lockeren Wechsel mit farbenfroh bepflanzten Terrakotta-Töpfen aufstellen. Hier passen zum Beispiel die orangenen Hokkaido-Kürbisse zu leuchtend rot-orangenem Blumenschmuck.

Oder: Sie entscheiden sich für eine grün-weiße Mischung mit entsprechenden Kürbissen und Blüten, empfiehlt Ligges.

Wie dekorieren Sie im Herbst ihr Zuhause mit Kürbissen?

Während der Kürbiskopf oft an Halloween draußen vor dem Eingang oder auf der Gartenmauer den Vorbeigehenden zugrinst, können Sie Zierkürbisse als Schmuck auf der Fensterbank oder als Tischdekoration nutzen.

Die kleinen ungenießbaren, aber hübschen Zierkürbisse gibt es im Herbst in fast jedem Supermarkt als Mix zu kaufen. Wer sich sein eigenes Sortiment zusammenstellen will, kann sich auf Kürbishöfen von der Farb- und Formenvielfalt inspirieren zu lassen.

Es muss nicht immer ein Zierkürbis sein. Generell können Sie mit jedem Kürbis, der ihnen gefällt, ihr Zuhause dekorieren. Ein Hingucker ist etwa auch die essbare ‚Bischofsmütze‘. Diese Kürbissorte sieht wie ein Turban aus Tausendundeiner Nacht aus.

Tipp: Die Zierkürbisse halten sich in der Wohnung mehrere Monate. Zum Konservieren können Sie sie mit Haarspray einsprühen. Das verhindert ein Schimmeln oder Faulen und gibt zusätzlichen Glanz. Ähnlich funktioniert es, wenn Sie die Zierkürbisse mit Bienenwachs einreiben.

Drei Deko-Ideen für ihre Innenräume:

1. Blumenornamente

Statt Fratzen können Sie zum Beispiel auch Blumen-Ornamente in einen Kürbis schneiden. Der muss dafür gar nicht unbedingt ausgehöhlt werden, erklärt Ute Ligges in ihrem Buch „Kürbisgenuss“.

Exaktes Vorzeichnen ist allerdings nötig. Je nachdem, wie tief man schnitzt, verändern sich auch die Farben der Blumenmuster, etwa von grün zu hellgelb auf einem weißen Kürbis. „Ritzt man für Ornamente nur die oberste Haut etwas an, schimmert es zart durch“, sagt Ligges.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Jede Art von Kürbis, die von der Größe und Farbe her gefällt und zum eigenen Stil passt, ist im Grunde geeignet.

Gerade die ungenießbaren Zierkürbisse sind von ihrer handlichen Größe, der schönen Oberflächenstruktur und der abwechslungsreichen Musterung ideal geeignet. Zum Ritzen in die Oberfläche können Sie gut ein Linolmesser nehmen.

2. Namen und Muster

Bei der nächsten Essenseinladung können Sie auch die Namen der Gäste in einen kleinen Zierkürbis einritzen. Anstelle einer Tischkarte erhält so jeder einen bunten Namenskürbis, den er anschließend mit nach Hause nehmen kann.

Pfiffige Idee für Kinder: Den Namen, Muster oder Tiereschon einfach in den Kürbis ritzen, wenn dieser noch an der Pflanze wächst. „Man sollte darauf achten, dass das Wetter danach drei, vier Tage trocken ist“, rät Stefan Gamb, der Inhaber eines Obst- und Gemüsehofes im Markgräflerland. Sonst können Keime in den Kürbis eintringen.

Der Effekt: „Der Name verkorkt beim Wachsen, das sieht schön aus und man kann den Kürbis später noch essen.“ Als Sorte empfiehlt Gamb hierfür den ‚Roten Zentner‘.

3. Einzelstücke und bunter Mix

Ein größerer Kürbis mit ausgefallener Form wirkt schon für sich als Einzelstück. Nicht nur die ungenießbaren Zierkürbisse bieten sich als Schmuck an. „Man kann einen schönen Speisekürbis erst als Dekoration in die Wohnung stellen, und wenn man ihn nicht mehr sehen kann, isst man ihn auf“, rät Ute Ligges.

So kann etwa der Hokkaido ein paar Wochen als Zierde dienen, bevor er zur Kürbissuppe verarbeitet wird. Mehrere Kürbisse unterschiedlicher Form und Farbe wirken in einer Schale oder kleinen Kiste gut.

Tipp: „Wir nehmen häufig noch Hopfen und Eriken dazu“, sagt die Floristmeisterin.

Wie können Sie Kürbisse und Pflanzen passend kombinieren?

Dazu ein paar Anregungen:

1. Entblätterte Hopfenranken lassen sich zu Kränzen winden und auf Gefäße wie eine Tonvase setzen. Ein paar Schlehenbeerenzweige in den Kranz hineinstecken und in das Ganze einen Kürbis betten – fertig!

2. Eine weitere Idee von Ute Ligges: Schlehenbeerenzweige kommen zusammen mit weißblühenden Dahlien in mehrere kleine, blaue Glasvasen. Daneben legen Sie zwei, drei zartgraue Kürbisse – dies ergibt eine schöne Tischdekoration.

3. Aus einem kugeligen, großen, möglichst farbenfrohen Kürbis gestalten Sie eine Blumenvase. Schneiden Sie dafür den Deckel ab. Höhlen Sie den Kürbis aus und stellen dann eine Glasvase, ein Wasserglas oder gewässerten Blumensteckschaum hinein, erklärt Ligges. „Kopf an Kopf und kurz gestielt“ können Sie da Blumen, Blätter und Beerenzweige hineinstecken.

dpa

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