Straßenausbau

Anwohner der Hochstraße üben lautstark Kritik an teurer Sanierung

Die Hochstraße im „Oberdorf“ soll nach dem Willen der Stadtplaner aufwendig umgestaltet werden. Doch zahlreiche Anwohner sind dagegen – ihnen würde eine Erneuerung der Fahrbahndecke reichen.
Die Hochstraße steckt voller Schlaglöcher. Das soll sich bald ändern. Gestritten wird über die Frage, wie umfangreich die Neugestaltung zwischen der Münster- und der Mühlenstraße werden soll und was das kosten darf. © Martin Pyplatz

Gegenwind für die Sanierungspläne an der Hochstraße: Wie berichtet plant die Stadt Waltrop hier eine Neugestaltung des 500 Meter langen Straßenabschnitts zwischen Münsterstraße und Mühlenstraße. Bereits im Juni dieses Jahres wurden bei einer Anwohner-Information in der Stadthalle dazu zwei Ausbauvarianten eines Ingenieurbüros vorgestellt, die jeweils Kosten in Höhe von 1,7 bzw. 1,75 Millionen Euro verursachen würden. Gemäß der Straßenbeitragssatzung der Stadt sollen die Anlieger an den Ausbaukosten beteiligt werden. Über die konkrete Höhe der anteiligen Kosten erfuhren die Bürger bis heute jedoch nichts, wie sie jetzt kritisieren.

Asphaltierung der Fahrbahndecke würde vielen Anliegern ausreichen

Schon im Juni hatten die anwesenden Anwohner gefordert, eine sogenannte „Variante 0“ für die Sanierung in Betracht zu ziehen. Dies würde bedeuten, dass es keine Neuaufteilung der Verkehrsflächen, etwa für Fußgänger, Fahrradfahrer, für Bushaltestellen und Parkraum, geben würde, sondern allein die dringend notwendige Asphaltierung der Fahrbahndecke vorgenommen würde.

Bis zu 60 von insgesamt 80 Parkplätzen könnten wegfallen

In Leserbriefen an unsere Redaktion bemängeln die Anlieger nun, dass die Stadt Waltrop hier auf ihre Kosten eine „Prachtstraße“ bauen wolle und die „Variante 0“ offenbar ad acta gelegt worden sei. Janine und Michael Sebrantke etwa beklagten auf Nachfrage unserer Redaktion, dass die Zahl der vorhandenen Platzplätze in den von der Stadt favorisierten Plänen erheblich reduziert würde. Von den 80 aktuellen Stellplätzen würden bis zu 60 wegfallen. „Dabei ist der Kampf um die Parkplätze schon heute groß“, erklärte Michael Sebrantke.

Anja Niewöhner bezeichnete die beiden Ausbauvarianten als „Wahl zwischen Pest und Cholera“ und mahnte die Stadtverwaltung, hier kein „kostenintensives Prestigeprojekt“ durchzupauken, sondern die Wünsche der Anlieger zu berücksichtigen. Derzeit werden im „Oberdorf“ bereits Unterschriften gegen die teuren Ausbauvarianten gesammelt. Sie liegen in der Mühle Schlingemann, beim Friseur „My Way“, bei Opel Winkelheide, beim Tierarzt Grae, im Oberdorf-Imbiss und im Kiosk Wendt aus und sollen der Stadt spätestens beim Treffen für die geplante Bürgerbeteiligung vorgelegt werden.

Wann genau der Termin stattfinden soll, konnte Stadtsprecherin Andrea Middendorf auf Anfrage unserer Redaktion am Montag (4.10.) noch nicht sagen. „Wahrscheinlich noch im Oktober oder spätestens im November“, mutmaßte sie.

Bagger sollen Ende 2022/Anfang 2023 rollen

Terminiert ist die Sanierung der Hochstraße, an der ja auch das Waltroper Krankenhaus, das Ärztezentrum, das Kulturforum Kapelle und das Autohaus Winkelheide liegen, für die Jahre 2022 und 2023. Mit Spannung schauen die Bauplaner auch auf die Frage, welche Relikte aus vergangenen Zeiten sich noch im Untergrund der Straße befinden, etwa Kopfsteinpflaster oder Straßenbahnschienen. Solche „Entdeckungen“ könnten die Erdarbeiten spürbar verzögern und die Kalkulation der Baukosten empfindlich nach oben treiben.

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