Coronavirus

Keine Quarantäne für Kita-Kinder, aber eine Test-Pflicht

Nachdem es zuletzt Corona-Fälle an nahezu jeder Schule in Waltrop gegeben hat, sind die dann geltenden Quarantäne-Regeln in aller Munde. Doch wie ist der Plan, wenn ein Kita-Kind positiv ist?
Gibt es in einer Kita einen Corona-Ausbruch, müssen Eltern von Kontakt-Kindern nachweisen, dass sie ihrer Testpflicht nachkommen. © Simone Hollenhorst

Was tun, wenn bei einem Kita-Kind eine Coronavirus-Infektion nachgewiesen worden ist? Ein entsprechender Fahrplan ist Eltern von Waltroper Kita-Kindern in diesen Tagen vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen ins Haus geflattert. Schließlich unterscheidet sich die Situation von Schulkindern und den Kleinsten, die einen Kindergarten, eine Kindertagesstätte oder eine Tagespflege besuchen, nicht unwesentlich: In den Kitas gibt es weder Sitzordnungen noch feste Klassenverbände. Enger Körperkontakt beim Spielen und gruppenübergreifende Konzepte, bei denen die Jungen und Mädchen noch einmal mehr Kontakte zu anderen haben, sind in den Einrichtungen an der Tagesordnung. Hinzu kommt, dass kleine Kinder – im Gegensatz zu älteren Schülern zum Beispiel – nicht geimpft werden können, es für sie und ihre Erzieher keine Masken-Pflicht gibt und sich Abstände im Kita-Alltag naturgemäß nicht einhalten lassen.

Keine Quarantäne – aber eine Testpflicht

Was passiert also, wenn ein Kita-Kind positiv auf das Coronavirus getestet wurde? Das gibt das Schreiben des Ministeriums klar vor: Das erkrankte Kind muss sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Für alle Personen, die mit dem infizierten Kind in der Einrichtung in Kontakt gekommen sind, gibt es keine Quarantäne-Pflicht. Sie dürfen weiterhin an dem Betreuungsangebot teilnehmen. Mit einer Einschränkung: Die Kinder, die Kontakt hatten und Erzieher, die nicht geimpft sind, müssen – nach Bekanntwerden einer Infektion – innerhalb der folgenden 14 Tage drei Corona-Testungen pro Woche durchführen und ein negatives Ergebnis offiziell bescheinigen. Bei Kindern wird in der Regel ein Corona-Schnelltest von den Eltern zu Hause gemacht. Wer dieser Testpflicht nicht nachkommt, der muss zwei Wochen lang zu Hause bleiben. Mit dieser Vorgehensweise soll, so das Ministerium, der Regelbetrieb in der Kindertagesbetreuung sichergestellt werden.

„Freitesten“ ist möglich

Auch wenn mit diesem Konzept vermieden werden soll, dass ganze Kita-Gruppen oder gar Einrichtungen bei einem Ausbruch in Quarantäne verharren müssen, kann es in „begründeten Einzelfällen“, so steht es in dem Schreiben, dennoch dazu kommen, dass die zuständige Behörde – für Waltrop ist das das Gesundheitsamt des Kreis Recklinghausen – Quarantäne für Kontaktpersonen anordnet. Das geschehe zum Beispiel, wenn es mehrere positive Corona-Fälle in einer Einrichtung gebe. In diesem Fall haben Eltern aber die Möglichkeit, ihren Nachwuchs nach dem fünften Tag der Quarantäne mittels PCR-Test und nach dem siebten Tag mittels eines qualitativ hochwertigen Antigen-Schnelltests „freizutesten“. „Die Freitestung ist eigenständig beim Kinder- oder Hausarzt vorzunehmen und kostenlos“, schreibt das Ministerium.

Betreuung eingeschränkt – wegen Erkältungswelle

Bisher hat es – Stand Montag, 20. September – nach Auskunft der Kreisverwaltung keine Corona-Ausbrüche in Waltrops Kitas in der jetzigen Phase der Pandemie gegeben. Zuletzt waren über die Osterfeiertage zahlreiche Kita-Kinder unserer Stadt in Quarantäne, nachdem sich in mehreren Einrichtungen Kinder infiziert hatten. In diesen Tagen, so scheint es, hat eher die Erkältungs-Welle die Kitas der Stadt fest im Griff. Allerorten schniefen und husten junge Waltroper um die Wette – zahlreiche Infekte gehen herum. In einer Waltroper Kita musste in der vergangenen Woche sogar das Betreuungsangebot heruntergefahren werden, weil so viele Erzieher krank waren und demzufolge Personalmangel herrschte.

Kitas und Kindertagespflege

In Waltrop gibt es bisher 15 Kindergärten und Kindertageseinrichtungen. Über 1000 Kinder werden in den Einrichtungen, die von freien Trägern geführt werden und nicht städtisch sind, betreut. Das geht aus den Zahlen zur Kitabedarfsplanung für das Kitajahr 2021/22 hervor. Demnach gibt es (auch durch Überbelegungen) insgesamt 1085 Kita-Plätze, 829 für Kinder, die drei Jahre oder älter sind und 256 Plätze für U3-Kinder. Rund 60 Kinder, die meisten davon jünger als drei Jahre, werden in der Kindertagespflege betreut.

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