Vor der Bundestagswahl

Nur die B 474n und ein Tempolimit auf Autobahnen bieten Streitpunkte

Es ist gute Tradition, dass der Waltroper Aufbruch vor überregionalen Wahlen die Direktkandidaten der im Stadtrat vertretenen Parteien zur Debatte einlädt. Rund 50 Bürger waren jetzt dabei.
Verkehrte Welt: SPD-Mandatsträger Frank Schwabe (M.) vertritt bei der Wahldebatte des WA die Linie der Kreispartei, also für die umstrittene B 474n. © Privat

B 474n, Brückendesaster – und am Ende eine Kartoffelsuppe: Das war das Motto bei der Wahlrunde des Waltroper Aufbruchs (WA) am Sonntagmittag in der Stadthalle. Michael Breilmann (CDU), Ulrike Eifler (Linke), Marlies Greve (FDP), der jetzige Inhaber des Bundestagsmandats, Frank Schwabe (SPD), und der Jüngste im Bunde: Nils Stennei von den Grünen, diskutierten munter über regionale und internationale Themen und stellten ihre jeweiligen Lösungsansätze vor. Mehr als 50 Waltroper Bürgerinnen und Bürger nahmen die Gelegenheit wahr, im Anschluss noch ihre Fragen loszuwerden.

Einigkeit bei Flüchtlingen und Altschulden

Ein bisschen Bundestag war in der Stadthalle zu spüren, als die Diskussion auf Afghanistan und die Situation der aus diesem Land flüchtenden Menschen kam. Die Bereitschaft den Flüchtenden zu helfen, drückten alle Kandidaten und Kandidatinnen aus. Lob gab es für die Bereitschaft Waltrops, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Eine Große Koalition gab es auch bei der Altschuldenregelung für Kommunen. Hier sprachen sich alle für einen Schuldenschnitt aus.

Schwabe vertritt bei der B 474n die Kreispartei-Linie

Frank Schwabe, der zum Ausdruck brachte, dass er persönlich die geplante B 474n sehr kritisch sieht und dessen Heimatstadt Castrop-Rauxel sich gegen die Verlängerung der A45 ausgesprochen hat, vertrat in der Runde erstaunlicherweise die Kreispartei-Linie, die den Bau befürwortet. Der Vorschlag, zuletzt von CDU-Ratsherr und Oberwieser Landwirt Theo Hemmerde geäußert, einen Brückengipfel für Waltrop zu organisieren, fand Unterstützung bei allen Kandidatinnen und Kandidaten. Es war insgesamt eine gute Diskussion, die souverän durch den früheren WAZ-Chefredakteur Uwe Knüpfer moderiert wurde.

Dorothee Schomberg: „Das tat gut – nach der langen Pandemiepause“

Und schön für Waltrop, fasste WA-Sprecher Bernd Schäfer zusammen: „Die Bürgerinnen und Bürger können zwischen fünf engagierten Bewerbern wählen, die sich Hoffnung auf das Direktmandat im Bundestag machen. Ein wirklicher Luxus. Weit auseinander waren die Positionen nur bei der B 474n und bei der Frage nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen.“

Dorothee Schomberg, Fraktionsvorsitzende des WA, erklärte zum Abschluss: „Es war aufschlussreich, die Kandidatinnen und Kandidatinnen direkt zu erleben und auf ihre Aussagen reagieren zu können. Nach der langen Pandemiepause tat diese Veranstaltung wirklich gut.“

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